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  Die Entenanalyse: Das Schachspiel des Lebens
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Dieser Tage lassen wir ein Mitarbeiter-Quintett das 513. Lustige Taschenbuch lesen, das »90 Jahre Micky« heißt und seit dem 6. November zu bekommen ist. Nach einer überragenden Micky-Maus-Jubiläums-Zeitreise-Geschichte ist inzwischen wieder Normalität eingekehrt, wie ihr in unserer Analyse zum letzten von uns gelesenen Comic - der Phantomias-Geschichte »«Die schlechtere Hälfte« - nachlesen könnt. Weiter ging es mit Onkel Dagobert.

Das Schachspiel des Lebens

Die Story ist ziemlich genau ein Jahr alt, denn die Erstveröffentlichung erfolgte in dem »Topolino«-Magazin, das am 8. November 2017 auf die Buchwelt losgelassen wurde. Der dreißig Seiten lange Dreireiher hieß damals »Zio Paperone e la scacchiera abbandonata«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und das verlassene Schachbrett« bedeutet. Geschrieben wurde er von Gabriele Panini, für die zeichnerische Umsetzung war Marco Meloni verantwortlich.

Worum geht es?

Entenhausens Stadtgründer Emil Erpel eröffnet im Jahre 1837 einen Park und spielt dort anschließend eine Schachpartie gegen seinen Rivalen Winfried Windbruch. Da sich durch das Spiel gezeigt hat, das selbst Feinde auf friedliche Weise konkurrieren können, wird das Schachspiel im Park abgelegt und verbleibt dort, damit es jeder Entenhausener nutzen kann. Viele Jahre wird tatsächlich damit gespielt, dann gerät es in Vergessenheit, bis es Dagobert Duck anno 1957 wiederentdeckt. Er macht einen Zug und beginnt damit ein Spiel gegen einen unbekannten Gegner, wobei zwischen den einzelnen Zügen bisweilen Jahre vergehen.

Spoiler

Ebenfalls im Jahre 1957 begegnet Dagobert einem Geschäftsmann namens Bill Bimbes, der - wie er selbst - in Alaska nach Edelmetallen gesucht und dadurch den Grundstein für sein Vermögen gelegt hatte. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die von einer gesunden Rivalität geprägt ist. Man geht gemeinsam auf Schatzsuche, teilt sich die Funde und hilft sich gegenseitig, etwa als Bimbes anno 1979 im ewigen Eis steckenbleibt, nachdem er sein Schiff mit Rubinen überladen hat. 1999 feilschen sie gerade in Dagoberts Geldspeicher, als dieser von den Panzerknackern angegriffen wird, und sie verteidigen ihn gemeinsam. Zwischen den einzelnen Episoden geht Dagobert jedes Mal in den Park und macht einen Spielzug, anschließend zieht dann sein unbekannter Gegner dann nach. Da Bill Bimbes immer mal wieder schachbezogene Andeutungen macht, etwa im Jahre 2008, als Dagobert Klaas Klever bei einem Geschäft aussticht und Bimbes ihn dafür lobt, dass er augenscheinlich selbst dann immer noch einen Ausweg findet, wenn er in Schach gehalten wird, geht Dagobert davon aus, dass sein alter Freund sein Gegenspieler ist. Nachdem Dagobert in der Jetztzeit das Spiel endlich gewinnt, spricht er Bimbes darauf an, der ihm offenbart, dass die Vermutung falsch ist - er war nie der andere Spieler. Dieser entpuppt sich schlussendlich als Opa Knack, der immer dann in den Park kam, wenn er gerade nicht im Gefängnis saß. Die geschickten Spielzüge des reichsten Erpels der Welt hatten ihn unter anderem zu seinen kreativen Überfällen auf den Geldspeicher inspiriert.

Die Einschätzung

Mit dem »Schachspiel des Lebens« haben die Macher des Lustigen Taschenbuchs eine Geschichte ausgewählt, die den Leser wirklich überrascht, denn in ihrer Idee unterscheidet sie sich doch stark von der üblichen Standardkost und ist daher mal etwas ganz anderes. Storys, die in Dagoberts Leben zurückblicken, haben ja ohnehin immer einen ganz eigenen Flair und nicht selten wissen diese zu überzeugen, hier kommt durch das Schachspiel und die abwechslungsreichen Einzelepisoden jedoch noch ein ganz individualistischer neuer Aspekt hinzu. Dieser wirkt frisch, unverbraucht und kreativ umgesetzt. Und dass es am Ende auf Opa Knack hinauslief, aus der Sicht der beiden Spieler jedoch komplett unaufgelöst blieb, hat sich auch als eine erzähltechnisch sehr interessante Idee erwiesen. Daher haben wir hier summa summarum schon wieder eine Geschichte, die uns überzeugt hat. Sie hatte vielleicht nicht die zeichnerische und inhaltliche Genialität von »Was gestern geschah«, war aber außergewöhnlich und sehr atmosphärisch. So kam es, dass sie am Ende von einer unserer Mitarbeiterinnen mit der Note Eins bewertet wurde, während sich jeweils zwei von uns für die Noten Zwei und Drei entschieden. Damit stand am Ende der Durchschnittswert 2,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz