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  Die Entenanalyse: Das Koffer-Komplott
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So langsam schwinden unsere Hoffnungen, dass die Macher des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 505 das Ruder noch einmal herumreißen werden, dahin. Nachdem die ersten sechs Geschichten allesamt durchschnittlich waren, war der siebte enthaltene Comic - eine Dussel-Duck-Geschichte namens »Randale rundum«, die komplett ohne Sprechblasen auskam -, mehr als enttäuschend, wie wir euch an dieser Stelle erzählten. Nun ging es mit einer Inspektor-Issel-Geschichte weiter, was nicht unbedingt vielversprechend klang, denn so witzig er auch als Nebenfigur ist, haben uns Comics mit ihm als Hauptfigur nur selten überzeugt.

Das Koffer-Komplott

Beim »Koffer-Komplott« handelt es sich um eine etwas mehr als ein Jahr alte Geschichte. Sie wurde am 7. Dezember 2016 im italienischen Comicmagazin »Topolino« erstmals abgedruckt. Damals trug sie den Titel »Manetta in: giù le mani dalla valigia«, was zu Deutsch in etwa »Issel in: Hände weg vom Koffer« bedeutet. Die Idee zur Geschichte stammt von Lorenzo Camerini, für die Zeichnungen war Luigi Piras zuständig. Mit vierzehn Seiten ist auch dieser Dreireiher eher kurz ausgefallen, überhaupt wurde im Lustigen Taschenbuch 505 offensichtlich deutlich stärker als sonst auf Storys dieser Länge gesetzt. Hierzulande veröffentlichte der Egmont Verlag die Story in dem seit dem 27. März 2018 erhältlichen »Zutritt verboten!«, dem Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 505.

Worum geht es?

Ein Museumsdirektor bittet Kommissar Hunter um den Transport eines »Protoazobiodynamik-Strahlers«, der außergewöhnlich gefährlich ist. Hunter will dafür einen Nachwuchs-Polizisten namens Guido Grünhorn einsetzen, den bisher noch niemand kennt und der deshalb problemlos mit einem Koffer durch die Stadt laufen kann, ohne aufzufallen. Einem fällt er trotzdem auf: Inspektor Issel. Dieser ist nicht eingeweiht und hält Grünhorn für verdächtig. Anstatt sich zu informieren, wie Grünhorn an den Koffer aus Hunters Büro kommen konnte, entscheidet sich Issel, diesen kurzerhand durch einen anderen Koffer auszutauschen ... was ihn, um es genau zu nehmen, wie einen Gangster denken lässt. Auf jeden Fall wird durch den Austausch eine Kette an Ereignissen ausgelöst.

Spoiler

Plattnase beobachtet den Koffertausch mit Hilfe einer Überwachungskamera und reimt sich zusammen, dass der Protoazobiodynamik-Strahler in dem Koffer sein muss. Kurzerhand kauft er (verkleidet) den gleichen Koffer, lenkt Issel ab und tauscht seinen Koffer mit dem von Issel. Grünhorn, der Issel nachgelaufen ist, beobachtet die Szene und nutzt wiederum eine Ablenkung Plattnases, den Koffer gegen den zu tauschen, den ihm Issel untergejubelt hatte. Nachdem Issel und Plattnase feststellen, dass beide den falschen Koffer haben, geht die Sache von vorn los. Sie tauschen ihre (falschen) Koffer gegeneinander, während der richtige Koffer bei Grünhorn verbleibt. Eine Runde später will Plattnase Grünhorn den Koffer gewaltsam entreißen, wodurch er einen Unfall mit einem LKW auslöst. Dieser hat jede Menge Koffer geladen, die der Kofferhändler gerade kommen ließ, da er an diesem Tag (wegen Issel und Plattnase) eine solch große Nachfrage hatte. Der Koffer mit dem Protoazobiodynamik-Strahler kommt in dem riesigen Koffer-Haufen zum Liegen. Issel muss am Ende das angerichtete Chaos aufräumen und den Strahler suchen.

So oft haben wir das Wort »Koffer« definitiv noch nie in einem Absatz verwendet. ;)

Die Einschätzung

Sagen wir mal: Es gab schon schlechtere Inspektor-Issel-Geschichten, auf die man in den letzten Monaten im Lustigen Taschenbuch gestoßen ist. Die wiederholten Koffer-Tausche sind durchaus eine nette Idee, wenngleich man Geschichten dieser Art natürlich andernorts schon häufig gehört bzw. gelesen hat. Auf welche Art und Weise sich hier die Polizisten (und Plattnase) übertölpen lassen, ist allerdings schon außergewöhnlich einfältig. Etwas kreativeres als »Was ist das für ein blaues Ding?« als Ablenkung hätte es schon sein dürfen. Für einen Comic, in dem ein außergewöhnlich gefährliches »Ding« (was auch immer ein gefährliches »Ding« in einem Museum sein soll) transportiert wird, wurde hier schon extrem stark auf Albernheiten gesetzt. Etwas fraglich ist außerdem, wie die ganze Verwechslungsgeschichte losgeht, denn dass ein Inspektor erstmal einen Koffer austauscht, ohne nachzufragen, wie der Träger an ihn gekommen ist, ist eine merkwürdige Interpretation von Polizeiarbeit. Und auch der Zeichenstil ist gewöhnungsbedürftig - an sich ist er detailliert und aufwändig, aber er passt nicht so ganz ins Disney-Universum. Trotzdem: Für vierzehn Seiten bot die Geschichte immerhin einen genügend großen Unterhaltungsfaktor, um wenigstens als »durchschnittlich« eingestuft werden zu können. Schlussendlich entschieden sich vier unserer Testleser für die Schulnote Drei, einer entschied sich für eine Fünf, was summa summarum den Durchschnittswert 3,4 ergab.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz