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  Die Entenanalyse: Das Kaugummi-Komplott
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Am vergangenen Dienstag ist das 547. Lustige Taschenbuch erschienen, das den Titel »Ab ans Meer« trägt. Wir lassen es von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen, und waren in dem Zusammenhang zuletzt beim Comic »Gamaschen für die Ewigkeit« angekommen. Obwohl er sich um eine Geschichte über ein vermeintlich triviales Thema wie Fußbekleidung handelte, entpuppte er sich als absolut lesenswert. Unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Der bisher erreichte Durchschnittswert bei eurer Abstimmung (Schulnote 2,4) ist nicht ganz so gut wie unserer (2,2), aber auch auf einem sehr hohen Niveau. Mit Micky Maus auf Verbrecherjagd ging es weiter.

Das Kaugummi-Komplott

Noch nicht mal ein Jahr hat dieser Comic auf dem Buckel: Am 8. Juli des vergangenen Jahres wurde er erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Er ist 28 Seiten lang, wurde von Alessio Coppola geschrieben und von Davide Cesarello zeichnerisch umgesetzt. Der Originaltitel lautete »Topolino e il caso elastico«, was man mit »Micky Maus und der elastische Fall« übersetzen kann.

Worum geht es?

Vor der Küste von Entenhausen kommt es zur Havarie eines Schiffs. Die Mannschaft türmt anschließend mit der Fracht, und es bleiben nur zwei Container mit Chicle übrig, einem Ausgangsmaterial von Kaugummis. Das Schiff stammt aus einem Ort namens Puerto Mogelo, und dorthin wird Micky Maus entsandt, um zu ermitteln. Warum ausgerechnet dort ermittelt wird, anstatt Spuren der geflüchteten diebischen Matrosen zu suchen, wird nicht herausgearbeitet.

Spoiler

Micky verkauft Minnie die Reise nach Puerto Mogelo als reinen Urlaub, und so reagiert diese äußerst verschnupft, als sie ihn im Beisein von Kommissar Hunter und Inspektor Issel ertappt. Sie macht fortan Urlaub nach eigenem Gutdünken und freundet sich mit einer anderen Frau an. Der ortsansässige Inspektor López erklärt seinen Entenhausener Gästen in der Zwischenzeit, dass im Umfeld des Firmeninhabers des Kaugummiproduzenten von »Tacogum« gefahndet wird. Dieser hatte früher häufig Probleme mit der Polizei. Nachdem bei ihm Chicle gefunden wird, der dem gestohlenen Material gleicht, wird er als vermutlicher Täter verhaftet. Micky Maus zweifelt seine Schuld an und ermittelt weiter. Nachdem Lieferscheine die Unschuld des Mannes beweisen, wird er sicherheitshalber im Gefängnis belassen, um den wahren Täter in Sicherheit zu wiegen. Der wahre Strolch wird indessen unter der Konkurrenz des Mannes gesucht. Micky begibt sich dazu verkleidet in eine Unterwelt-Kaschemme und belauscht postwendend ein vielsagendes Gespräch. Die Beweise genügen für eine Festnahme des Mannes, er kann aber flüchten. Ein USB-Stick, der in seinem Auto gefunden wird, fungiert als endgültiger Beweis. Der Tacogum-Chef wird freigelassen. Minnie und Micky versöhnen sich, die holde Dame will aber partout nicht gemeinsam mit Hunter und Issel zurück nach Entenhausen fliegen, da sie ihr den Urlaub runiert haben.

Die Einschätzung

Eine wichtige Randinformation erfährt man an dieser Stelle noch nicht: Innerhalb dieses Lustigen Taschenbuch wird später noch eine zweite Micky-Maus-Geschichte folgen, die auf diese hier Bezug nimmt. Dies ist der Grund, aus dem man nach der Lektüre des »Kaugummi-Komplotts« den Eindruck hat, hier wären einige Fässer aufgemacht worden, bei denen hinterher das Wiederverschließen vergessen wurde. Einige Nebenplots wie die Tatsache, dass sich Minnie mit einer anderen Frau anfreundet und dabei einige Merkwürdigkeiten beobachtet, wirken komplett nutzlos und verloren. Sieht man davon einmal ab, merkt man der Geschichte an allen Ecken und Enden an, dass es den Machern darum ging, ein komplexeres Werk zu schaffen, das - in selbstverständlich etwas reduzierter Weise - den Versuch anstellt, storytechnisch eher in Richtung eines »richtigen« Kriminalromans zu gehen als in die der üblichen Storys des Schemas »Micky als Hobbydetektiv«. Das Problem daran ist, dass man (a) als Leser eine etwa andere Erwartungshaltung an eine Geschichte aus dem Lustigen Taschenbuch hat, und dass (b) kein wirklich mitreißendes Moment entsteht. Micky wirkt hier über weite Strecken wie ein austauschbarer Ermittler, und die übrigen Protagonisten sind vollkommen farblos. Zeichnerisch ist der Comic auch Geschmackssache. So kam es, das sich am Ende ein Mitarbeiter für die Note Drei entschied, während sich der Rest für uns auf eine Vier festlegte. So kamen wir beim Durchschnittswert 3,8 heraus.


Wie fandet ihr "Das Kaugummi-Komplott"?
1
 
 109 (25,9%)
Schulnote 4
2
 
 95 (22,6%)
Schulnote 3
3
 
 74 (17,6%)
Schulnote 1
4
 
 64 (15,2%)
Schulnote 5
5
 
 47 (11,2%)
Schulnote 2
6
 
 32 (7,6%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 421 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz