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  Die Entenanalyse: Das Kaufmannskraut
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Zuletzt hatte sich das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 507, das wir derzeit von fünf unserer Mitarbeiter lesen lassen, in eine suboptimale Richtung entwickelt: Auf eine äußerst schwache Gitta-Gans-Geschichte war eine nicht sonderlich gute Inspektor-Issel-Geschichte gefolgt. Unsere Analyse der Letztgenannten könnt ihr an dieser Stelle finden. Trotzdem haben wir die Hoffnung in das Buch, das den Namen »Auf zum Titel!« trägt und seit dem 22. Mai zu bekommen ist, nicht aufgegeben. Und um es vorwegzunehmen: Mit dem sechsten Comic ist es wieder deutlich besser geworden.

Das Kaufmannskraut

Im Gegensatz zum vorausgegangenen Inspektor-Issel-Comic ist dieser hier ziemlich aktuell, denn seine Erstveröffentlichung liegt gerade einmal ein Jahr zurück. Erstmals publiziert wurde der dreißig Seiten lange Dreireiher am 10. Mai 2017 im italienischen Comic-Wochenmagazin »Topolino«. Die von Carlo Panaro verfasste und von Ottavio Panaro anschließend in Bilder umgewandelte Story trug damals den Titel »Zio Paperone e i germogli propizi«, was zu Deutsch in etwa »Onkel Dagobert und die Glück verheißenden Triebe« bedeutet, wobei sich »Triebe« dabei natürlich auf Pflanzen bezieht und nicht auf eventuelle andere Vermutungen, die euch beim Lesen dieses Artikels durch den Kopf gehen.

Worum geht es?

Dagobert Duck kehrt von einer mehrwöchigen Kreuzfahrt zurück, die er mit anderen Millionären absolviert hat und bei der er zahlreiche gute Geschäftsabschlüsse getätigt hat. Weniger erfolgreich war Klaas Klever, der bereits zu Beginn der Geschichte beginnt, seine Hüte zu essen. Nachdem ein wenig Zeit ins Land geht, wendet sich plötzlich das Blatt: Keines der Geschäfte kann wie geplant durchgeführt werden, da Klaas Klever der reichsten Ente der Welt plötzlich alle Deals vor der Nase wegschnappt. Die Ducks sind sich sicher, dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Spoiler

Donald und die Kinder hören durch den Besitzer eines Imbisses, der sich unmittelbar neben Klevers Zentrale befindet, dass die Erfolge von Dagoberts Gegenspieler mit einem »Kaufmannskraut« in Verbindung stehen sollen. Durch Primus von Quack erfahren die Ducks, dass dieses im sogenannten »Turbothal« angebaut wird. Es handelt sich um eine Pflanze, die das Geschäftsgebaren ihress Besitzers optimiert. Klever muss also in den Besitz einer solchen Pflanze gekommen sein. Kurzerhand brechen die Ducks zu dem versteckten Ort auf, damit Dagobert ebenfalls eine Pflanze erhält. Auf dem Weg dorthin begegnen sie einem Schafhirten, der sie fortan begleitet. Auf ihrem Weg gilt es verschiedene Probleme zu lösen, etwa ein abgestürztes Schaf zu retten und eine zerstörte Brücke zu reparieren. Dagobert zwingt Donald jeweils unter Vorhaltung von dessen Schuldenliste dazu, die Arbeiten zu erledigen. Im Turbothal angekommen, sprechen sie gerade mit dem Züchter der Pflanzen, als Klaas Klever dazukommt. Die beiden Milliardäre geraten in einen handfesten Streit. Klevers Assistent Anwantzer nutzt die Gelegenheit, um alle Kaufmannskraut-Pflanzen zu stehlen. Er stolpert und stürzt, wodurch er aufgehalten werden kann, jedoch werden alle Pflanzen bei seinem Fluchtversuch zerstört. Da es Monate dauern wird, ehe neue Kräuter herangewachsen sein werden, ziehen Dagobert und Klever wieder von dannen. Auf dem Rückweg kommen sie wieder zu der Brücke, die Donald zuvor repariert hatte. Sie ist schon wieder kaputt, und Donald muss sie erneut instandsetzen. Dieses Mal bringt er Dagobert jedoch dazu, ihm dafür hundert Taler zu zahlen. Wie er anschließend den Kindern zuflüstert, haben ihm die Einwohner des Turbothals eine Pflanze aus ihrem geheimen Restbestand mitgegeben, da der Schafhirte auf dem Hinweg beobachtet hatte, wie Donald von seinem Onkel ausgebeutet wurde und er zu dem Schluss gekommen war, dass Donald dafür eine Entschädigung verdient hat.

Die Einschätzung

Womöglich waren wir nach der miserablen Gitta-Gans-Geschichte und dem durchwachsenen Inspektor-Issel-Comic weichgeklopft und froh darüber, endlich mal wieder einen Comic in besserer Qualität serviert zu bekommen, womöglich war »Das Kaufmannskraut« aber auch wirklich gut - wir empfanden die Geschichte jedenfalls als sehr unterhaltsam. Um es genau zu nehmen, hatte sie viel von dem, was man an den Duck-Comics in der Vergangenheit schätzengelernt hat: Eine noch unverbrauchte Storyidee, eine Reise in die Wildnis, eine abenteuerliche Suche, ein, zwei kleine Wendungen, und am Ende eine positive Botschaft, um den Leser gebauchpinselt aus der Sache heraustreten zu lassen. Natürlich gibt es Entengeschichten, die diesem Schema entsprechen und noch eine deutliche Nummer unterhaltsamer sind, jedoch hat das hier alles ein sehr zufriedenstellendes Niveau gehabt. Dass es keinen Sinn ergibt, dass der Besitz eines Krauts zu Geschäftserfolgen führen soll, ist dabei zweitrangig - und wenn man bedenkt, wieviele Esoteriker an die Erfolgswirkung von geschmeidig geformten Steinen, bunten Kristallen & Co. glauben, ist die Sache mit dem »Kaufmannskraut« auch gar nicht allzu weit hergeholt. Wir waren jedenfalls ziemlich zufrieden: Drei unserer Mitarbeiter bewerteten den Comic mit der Schulnote Zwei, die beiden anderen statteten ihn mit einer Drei aus. So ergab sich summa summarum die Durchschnittsnote 2,4.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz