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  Die Entenanalyse: Das Geheimnis des Geldspeichers
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Im vergangenen Monat hatten wir hier die Comics des 555. Lustigen Taschenbuchs thematisiert. Es hatte sich um einen durchaus zufriedenstellenden Band gehandelt, vor allem die Geschichten »Der Persönlichkeitsumwandler« und »Mega-Medienrummel« sagten uns damals zu. Eine komplette Übersicht unserer damaligen Besprechungen findet ihr an dieser Stelle.

Seit dem Monatsersten gibt es nun einen neuen Band, nämlich die Nummer 556. Wir haben wieder ein Quintett an Testlesern auf »Das Geheimnis des Geldspeichers« angesetzt, und mit der Titelgeschichte soll es an dieser Stelle losgehen.

Das Geheimnis des Geldspeichers

Mit 72 Seiten ist die Titelgeschichte dieses Mal erfreulich lang ausgefallen. Sie erschien zwischen dem 10. und 24. März des Jahres 2021 in drei Ausgaben des italienischen Magazins »Topolino« und hieß damals »Zio Paperone, Battista e i segreti del deposito«, was »Onkel Dagobert, Baptist und das Geheimnis des Geldspeichers« bedeutet. Während die drei damaligen Teilgeschichten keine Untertitel enthielten, wurden sie hierzulande mit »Ein Butler auf Kongress«, »Banditen auf Abwegen« und »Ein Fantastilliardär auf der richtigen Spur« überschrieben. An sich genügen die drei Untertitel bereits, um sich eine grobe Vorstellung vom Storyverlauf zu machen. Der Comic wurde von Alessandro Sisti geschrieben und von Giuseppe Facciotto gezeichnet.

Worum geht es?

Baptist wird übers Wochenende vom »Bund der Ausnahme-Butler im Dienste von Aristokraten, Bonzen und anderen Betuchten« (BABIDABAB) zu einem Kongress eingeladen, auf dem er einen Vortrag halten soll. Da die Einladung zwei Tageslöhne (zwölf Taler) enthält, ist Dagobert Duck schweren Herzens bereit, ihm das Wochenende frei zu geben.

Spoiler

Der Kongress findet in einem edlen Hotel statt. Schlussendlich sind weit weniger Butler anwesend, als Baptist erwartet hätte. Den Lesern zeigt sich alsbald, dass es sich bei den vermeintlichen Butlern um die verkleideten Panzerknacker handelt. Baptist hält seinen Vortrag und lässt sich von seinen Zuhöhern dazu bringen, anhand einer Skizze einen aktuellen Lageplan des (regelmäßig umgebauten) Geldspeichers anzufertigen, um zu erläutern, wie sich ein Mann wie er in einem solchen Labyrinth zurechtfindet. Die Panzerknacker nutzen die Infos aus, um nachts in den Geldspeicher einzubrechen, geraten jedoch in Ducks automatische Diamanten-Spülmaschine und werden aus dem Gebäude geschleudert. Am zweiten Kongresstag wiederholt sich das Spiel, und bei einem neuerlichen Einbruchsversuch landen die Panzerknacker wieder in den Fallen des reichsten Erpels der Welt. Baptist hat sie auf einen falschen Weg geschickt, da er aufgrund kleinerer Fehler, die richtigen Butlern nie unterlaufen würden, schnell gemerkt hatte, dass es sich um verkleidete Gangster handelte. Baptist versucht zu flüchten, wird jedoch eingefangen und dazu gezwungen, einen echten Weg in den Geldspeicher aufzuzeigen. Tatsächlich gelangen die Panzerknacker dadurch bis zum Duck'schen Talerbad. Dort werden sie jedoch von der Polizei erwartet und verhaftet. Da Baptist nun schon drei statt zwei Tage abwesend war und sich ein Mann wie er einen solchen zusätzlichen freien Tag niemals erlauben würde, hatte Dagobert Duck antizipiert, dass etwas nicht in Ordnung sein musste und den Geldspeicher entsprechend vorbereitet.

Die Einschätzung

Mit dem »Geheimnis des Geldspeichers« beginnt dieses Lustige Taschenbuch auf einem guten, wenn auch nicht überragenden Niveau. Generell ist es immer wieder erfreulich, wenn Baptist umfangreichere Rollen bekommt, denn der Charakter ist weitgehend unverbraucht, auch wenn er schon ewig dabei ist, und er hebt sich schön von den anderen Figuren ab. Schon in der Vergangenheit gab es einige sehr gelungene (warmherzige) Baptist-Comics im Lustigen Taschenbuch. In diesem Fall gibt es noch einige andere positiv festzuhaltende Momente, denn der Weg durch den verwinkelten und immer wieder umgebauten Geldspeicher ist mal eine nette Abwechslung zu den üblichen Tunnelbohrversuchen der Panzerknacker. Auf welche Weise Baptist erkennt, dass er unter Gaunern ist, wurde indessen derart offensichtlich in Szene gesetzt, dass selbst kleine Leser von selbst drauf kommen dürften, ehe die »überraschende« Auflösung kommt. Und wie Dagobert den Panzerknackern auf die Schliche kommt, ist noch einmal ein Stück simpler gestrickt, so dass man schon ein wenig mit den Augen rollen muss. Nichtsdestotrotz ein netter Auftakt, das muss man sagen.

Was wir uns bei einem Comic wie diesem jedes Mal aufs Neue fragen: Es ist ja nachvollziehbar, dass längere Comics heutzutage gesplittet werden, da sie aus dem »Topolino«-Magazin stammen und dort über mehrere Ausgaben verteilt werden. Wenn der Abdruck im Lustigen Taschenbuch jedoch ohnehin in einem einzelnen Band erfolgt, welchen Sinn ergibt es, die einzelnen Parts über die Bücher zu verteilen, anstatt sie einfach hintereinander zu platzieren? Hält man die Comicleser von heute für so töricht, dass man glaubt, ihr Konzentrationsvermögen würde nicht für 72 Seiten reichen, so dass sie »Zwischencomics« zum »Runterkommen« brauchen? Das Hin- und Herblättern-Müssen ist jedenfalls unnötig und nervig.

Am Ende entschieden sich zwei unserer Mitarbeiter, dem »Geheimnis des Geldspeichers« die Note Zwei zu geben, der Rest unseres Testleser-Quintetts entschied sich für eine Drei. Damit landeten wir im Schnitt bei der Schulnote 2,6.


Wie fandet ihr "Das Geheimnis des Geldspeichers" (den Comic, nicht den ganzen Band)?
1
 
 178 (42,5%)
Schulnote 3
2
 
 83 (19,8%)
Schulnote 4
3
 
 64 (15,3%)
Schulnote 2
4
 
 48 (11,5%)
Schulnote 1
5
 
 30 (7,2%)
Schulnote 5
6
 
 16 (3,8%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 419 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz