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  Die Entenanalyse: Das Fettnäpfchen-Frühwarnsystem
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Derzeit lesen fünf Mitarbeiter unserer Webseite das 511. Lustige Taschenbuch. Dieses ist seit dem 11. September im Handel und trägt den Titel »Gauner im Goldrausch«. Nachdem es viele Seiten lang ziemlich mäßig zuging, war das Buch qualitativ kurzzeitig aufgeflammt, ehe es in Form des zuletzt besprochenen Comics »Verfolgungswahn« wieder ziemlich dröge zuging, wie ihr nach wie vor an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit Tick, Trick und Track weiter.

Das Fettnäpfchen-Frühwarnsystem

Die Vorzeichen dafür, dass es einen zweiten Ausbrecher nach oben geben würde, waren leider nicht sehr gut: In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Das Fettnäpfchen-Frühwarnsystem« - Stand heute - zu den am schlechtesten bewerteten Comics überhaupt. Es handelt sich um eine knapp zwei Jahre alte Geschichte, die am 8. November 2016 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht worden war. Damals trug der dreißig Seiten lange Dreireiher den Titel »Qui, Quo, Qua e l’avvisatore tempestivo«, was zu Deutsch »Tick, Trick und Track und die rechtzeitige Warnung« bedeutet. Verfasst wurde das Ganze von Carlo Panaro, die Zeichnungen steuerte Ottavio Panaro bei.

Worum geht es?

Tick, Trick und Track begehen in der letzten Zeit immer wieder seltsame Fehler und sind deswegen betrübt. Daniel Düsentrieb baut ihnen deshalb ein kleines Gerät, das sie vor anstehenden Fettnäpfchen warnt. Dummerweise funktioniert es nur fünf Mal, dann ist seine Kapazität aufgebraucht. Die Kinder freuen sich und nehmen den Apparat auf eine schulische Ausfahrt zu einer Kuchenfabrik mit.

Spoiler

Das Gerät bewahrt die Kinder vor einem Zusammenprall mit einer Leiter, auf der ein Techniker steht, vor dem Herunterfallen ihres Handys, vor dem Abhandenkommen einer Radmutter (nachdem ihr Bus einen Platten hatte) und vor dem Verlieren des Anschlusses an die restlichen Schüler, als sie in der Kuchenfabrik trödeln. Letzteres können se trotzdem nicht verhindern, wodurch sie Zeuge einer Erpressung werden: Der Chef der Kuchenfabrik soll Schutzgeld zahlen. Als die Kinder die Polizei rufen wollen, ist ein Gangster zur Stelle, um sich die Lehrerin zu schnappen, die gerade nach den Kindern gesucht hatte. Tick, Trick und track flüchten durch die Kuchenfabrik, während der Gangster hinter ihnen her hetzt. Sie überwältigen ihn, indem sie ihn mit Schokolade vollsprühen. Nachdem er gefesselt ist, kommt sein Komplize herbei, und er fordert sie auf, sich zu ergeben, da er ansonsten ihrer Lehrerin etwas antut. Zum Glück sind in dem Moment Polizisten zur Stelle, die dank des Engagements des Busfahrers und eines Fabrikmitarbeiters gerufen worden waren. Die Kinder erhalten zum Dank für ihren Einsatz einen Jahresvorrat an Kuchen. Damit ist die Pechsträhne der Kinder offiziell beendet, und so steht zum Schluss die Erkenntnis, dass der größtmögliche Fehler eigentlich in der Angst besteht, Fehler zu machen.

Die Einschätzung

Nun ... manchmal haben die Besucher von I.N.D.U.C.K.S. mit ihren Bewertungen einfach recht, denn tatsächlich reiht sich dieser Comic in die inzwischen schon recht lange Liste an Geschichten ein, die in diesem Lustigen Taschenbuch verarbeitet wurden und nicht lesenswert sind. Das Ganze liest sich wie eine nicht funktionierende Verschachtelung von wirren Einzelideen. Allein schon die Erfindung, die Düsentrieb hier gemacht hat, ist ziemlich albern, dass dann aber schlussendlich eine Schutzgelderpressung und deren Auflärung daraus erwächst, die überhaupt nichts mit dem von ihm konstruierten Gerät zu tun hat, ergibt gar keinen Sinn. Wenn man sich schon so einen Apparat einfallen lässt, dann sollte er in der zweiten Hälfte des Comics doch noch irgendeine Rolle spielen. Die Taktik der Verbrecher ergab keinen Sinn, dass sofort die Polizei zur Stelle war, ebenfalls nicht. Ach, eigentlich ergab hieran gar nichts irgendeinen Sinn. Eine durch und durch magere Geschichte, und das betrifft auch die »gute Botschaft« am Ende, denn was soll diese vermitteln? Dass man einfach unvorsichtig alles auf sich zukommen lassen sollte!? Nonsens, durch und durch. Eine unserer Mitarbeiterinnen bewertete den Comic mit der Note Vier, die übrigen vier vergaben die Schulnote Fünf. Damit stand für »Das Fettnäpfchen-Frühwarnsystem« am Ende die Durchschnittsnote 4,8 zu Buche. Schade, dass die Macher des Lustigen Taschenbuchs kein Fettnäpfchen-Frühwarnsystem zur Hand hatten, um es zu befragen, ob es wirklich eine so gute Idee sein würde, diesen Quatsch zu übersetzen und abzudrucken.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz