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  Die Entenanalyse: Das Erwachen der Vergangenheit
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Derzeit lassen wir fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die dafür eigentlich schon ein Stückchen zu alt sind, die Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 506 lesen, das »Tatort Entenhausen« heißt und seit dem 24. April 2018 zu bekommen ist. Zuletzt hatten wir uns der Geschichte »Die Traumfabrik« gewidmet, was ihr nach wie vor an dieser Stelle nachlesen könnt. In dem Buch folgt ein alberner Franz-Gans-Einseiter namens »Normal kann jeder: Blitzeblank«, den wir an dieser Stelle aufgrund seiner Kürze gezielt übergehen, stattdessen widmen wir uns dem darauf folgenden Phantomias-Comic.

Das Erwachen der Vergangenheit

Richtig groß schien das Vertrauen der Macher der Lustigen Taschenbücher in die Geschichte nicht zu sein, denn sie ließen mehr als zwei Jahrzehnte verstreichen, ehe sie sie ins Deutsche übertrugen. Ursprünglich erschien der von Tito Faraci geschriebene und von Andrea Ferraris gezeichnete Comic am 1. März 1997 in der damaligen Ausgabe des italienischen Superhelden-Buchs »Paperinik e altri supereroi« mit der Nummer 42. Damals trug der Comic den Titel »Paperinik e il risveglio del ripulitore«, was zu Deutsch »Phantomias und das Erwachen des Reinigerers« bedeutet. Der 22 Seiten lange Dreireiher kommt in der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. alles andere als gut weg und wurde von den dortigen Besuchern zu einem der schlechesten Disney-Comics aller Zeiten gewählt, wie ihr hier nachsehen könnt.

Worum geht es?

Franz Gans und Donald Duck sollen im Auftrag von Oma Duck einen alten Schuppen ausmisten, doch ehe sie dies tun können, wird das Gebäude von einem riesigen Roboter zerstört. Während Franz Gans seine Chefin in Sicherheit bringen soll, schlüpft Donald in das Kostüm des Phantomias, um sich dem unheimlichen Metallmonster entgegenzustellen.

Spoiler

Phantomias schießt auf den Roboter und lässt Felsen auf ihn fallen, kann jedoch nichts gegen ihn ausrichten. Daniel Düsentrieb kommt mit einem Panzer hinzu und rettet ihn. Mit an Bord ist ein General, der einen Luftangriff auf den Roboter befiehlt, doch auch dieser bleibt ohne Wirkung. Ehe ein weiterer Versuch unternommen wird, berichtet Düsentrieb, was überhaupt geschehen ist: Bei einer Ausgrabung waren Ultraschallpeilungen vorgenommen worden, die den Roboter aktiviert hatten. Dieser war einst von Aliens hier hinterlassen worden, um die Erde für deren Besiedlung vorzubereiten, indem er das elektronische Räumkommando spielt. Düsentrieb hat nun seinerseits einen riesigen Roboter konstruiert, den Phantomias besteigen soll, um sich mit ihm dem Ungetüm in den Weg zu stellen. Phantomias tut, was er soll, doch nach wie vor kann er nicht viel ausrichten. Mit einem Schallgeschütz wird er endgültig ausgeschaltet. Ehe Phantomias von dem Roboter »aufgelöst« werden kann, tauchen zahlreiche UFOs auf. Diesem entsteigen Aliens, die sich dafür entschuldigen, dass der Roboter von ihren Ahnen hier vergessen wurde, nachdem diese ihr »Projekt Erde« aufgegeben hatten. Postwendend fliegen die Aliens wieder weg. Im Schlussbild sieht man, dass es an einem anderen Ort auf der Erde auch noch einen zweiten Roboter zu geben scheint, so dass die Gefahr nicht wirklich gebannt ist.

Die Einschätzung

Tatsächlich ist »Das Erwachen der Vergangenheit« ein richtig schlechter Comic, da haben die Besucher von I.N.D.U.C.K.S. absolut recht. Über weite Strecken passte an diesem Comic einfach nichts zu dem, was man sich üblicherweise von einem Disney-Comic erhofft - also bitte, Kampfroboter, die sich gegenseitig beschießen und anderweitig aufeinander losgehen, mögen zwar in Tele-5-Zeichentrickserien aus den neunziger Jahren und in Mangas überzeugen, aber an dieser Stelle wirkt es einfach völlig deplatziert. Zudem gibt es hier eindeutig eine Spur zu viel Militarismus für das Lustige Taschenbuch. Erwähnt werden muss obendrein, dass die ganze Storyline ziemlich mager ist, insbesondere was die Auflösung des Ganzen durch die zufälligerweise genau im richtigen Moment eintrudelnden Aliens angeht. Einfacher hätten es sich die Erschaffer des Comics nicht machen können. Selbst der »Schlussgag« (?) ist purer Nonsens. Lange Rede, kurzer Sinn: Das war wirklich das Sinnbild dafür, wie es nicht gehen sollte. Am Ende entschieden sich dementsprechend zwei unserer Mitarbeiter, dem Comic die Schulnote Fünf zu geben, drei straften ihn mit einer Sechs ab. Damit stand am Ende die Durchschnittsnote 5,6 zu Buche sowie die Hoffnung, jetzt erstmal längere Zeit vor einem Comic auf diesem Niveau verschont zu bleiben.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz