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45.014 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
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  Die Entenanalyse: Biografie mit Folgen
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Das erste Lustige Taschenbuch des noch jungen Jahres ist am 5. Januar erschienen. Es trägt die Nummer 541, heißt »Der Schatz der Pinguine« und wird seit einigen Tagen von fünf unserer Mitarbeiter nach und nach durchgeschmökert. Zuletzt thematisierten wir hier die Science-Fiction-Story »Im Glücksnebel« rund um Gustav Gans, und leider konnten wir keine positiven Worte dazu finden. Unsere Analyse findet ihr an dieser Stelle. Ihr seid bisher sogar noch kritischer als wir (Unsere Schulnote: 4,8, eure momentane Note: 5,16). Richtig optimistisch waren wir nicht, was den nächsten Comic betraf, denn in diesem steht Dussel Duck im Mittelpunkt.

Biografie mit Folgen

Der zwanzig Seiten lange Dreireiher stammt aus dem Jahre 2018, genauer gesagt wurde er am 5. September jenen Jahres im italienischen Magazin »Topolino« erstmals abgedruckt. Damals trug er den Titel »Paperoga e la biografia non autorizzata«, was zu Deutsch »Dussel Duck und die unauthorisierte Biografie« bedeutet. Seit seiner Erstveröffentlichung wurde der Comic bisher noch in keinem anderen Land aufgegriffen, es handelt sich also um die erste Übersetzung. Geschrieben wurde die Geschichte von Pier Giuseppe Giunta, für die Zeichnungen war Sandro Del Conte verantwortlich.

Worum geht es?

Nachdem er sich im Kino die Verfilmung einer Biografie eines Landwirts angesehen hat und ziemlich begeistert davon ist, beschließt Dussel Duck, seine Fähigkeiten zu verwenden, die er sich in einem Kurs in kreativem Schreiben angeeignet hat, und selbst eine Biografie zu verfassen. In dieser soll es um Dagobert Ducks Leben gehen.

Spoiler

Onkel Dagobert ist von der Idee wenig begeistert, doch sein (hier irgendwie eigenartig gezeichneter) Butler Baptist überzeugt ihn davon, dass ein solches Buch eine gute Idee sei. Dussel begleitet Dagobert fortan durch den Tag und sorgt ungeschickt dafür, dass dessen übliche Tagesbeschäftigungen nicht so laufen, wie geplant, da er mehr Drama in seinem Buch sehen möchte. So verlaufen erst Dagoberts Versuch, kostenlos im Park in einer Zeitung mitzulesen, eine Begegnung mit Gitta Gans und schließlich eine geplante Geschäftsanbahnung im Milliardärsklub alles andere als problemlos. Nachdem Dussel im Klub den Zorn der reichen Geschäftsmänner auf sich gezogen hat und hinauskomplimentiert wird, spricht ihn Klaas Klever an. Er bietet ihm an, das Buch über Dagobert zu publizieren, da er mitbekommen hat, dass Dussel inzwischen Groll gegen seinen Onkel hegt. Das Buch, in dem Dagobert ausschließlich als griesgrämiger Geizhals dargestellt wird, wird zu einem großen Erfolg und ruiniert Dagoberts Ruf. Dussel ist erschrocken, als er Dagoberts daraufhin folgenden Zusammenbruch erlebt. Klaas Klever will indessen die Biografie verfilmen lassen und lässt sich Angebote für die Filmrechte unterbreiten. Dagobert mischt sich in Verkleidung unter die Bietenden, doch er wird enttarnt. Den Zuschlag erhält stattdessen der Regisseur Del Tarantinum. Tatsächlich ist jedoch alles zwischen Dagobert und Tarantinum abgesprochen, und Dagobert hat sich bewusst ertappen lassen, um Klever in Sicherheit zu wiegen. Am Ende lässt Dagobert also einen Film nach seinen eigenen Vorstellungen produzieren. Während der Produktion verhält er sich genau wie der Griesgram, der er eigentlich im öffentlichen Erscheinungsbild nicht sein möchte. Dussel Duck übernimmt die Hauptrolle.

Die Einschätzung

Leider ist festzuhalten, dass es sich um den zweiten sehr schwachen Comic in Folge handelt, der in diesem Band abgedruckt wurde. Dabei liegt es dieses Mal nicht mal an den ewig gleichen (schlechten) Slapstick-Momenten, die einem beim Lesen von Dussel-Duck-Comics immer wieder begegnen. Diese wurden hier sogar vergleichsweise zurückhaltend eingesetzt. Das Hauptproblem ist einfach, dass die Geschichte keinen richtigen Sinn ergibt. Wenn es Klaas Klever darum gegangen wäre, ein negatives Buch über Dagobert Duck zu schreiben, dann hätte es dafür gewiss nicht eine Biografie durch Dussel Ducks Hände gebraucht, geschweige denn, dass er ihn dafür bezahlt. Dass Klever mit seiner Rufschädigungs-Kampagne einfach problemlos durchkommt, ist einfach nur rätselhaft, und dass die Rechte an der Verfilmung von Dagobert Ducks Leben bei ihm liegen, ohne dass Dagobert etwas dagegen unternehmen kann, ergibt erst recht keinen Sinn. Hinzu kommt noch: Wenn Dagobert am Ende gar nicht Dussels Variante seines Lebens verfilmt, sondern eine bessere, wofür brauchte er dann überhaupt die Verfilmungsrechte? Hätte er nicht einfach ohne weiteres einen beliebigen Film über sein Leben drehen können? Und was ist das für ein merkwürdiger Deal, dass Dussel die Hauptrolle spielen kann? Sorry, das ist alles ziemlicher Nonsens. Hinzu kommt noch, dass die eingebauten Gags - einschließlich des Abschlussscherzes - einfach nicht sonderlich gut funktionieren, und wirklich schön gezeichnet ist der Comic auch nicht. Sorry, das war mal wieder nix. Daher entschieden sich drei unserer Mitarbeiterinnen für die Note Vier, die beiden anderen vergaben eine Fünf. So landeten wir hier beim Durchschnittswert 4,6.


Wie fandet ihr "Biografie mit Folgen"?
1
 
 98 (26,0%)
Schulnote 5
2
 
 83 (22,0%)
Schulnote 4
3
 
 73 (19,4%)
Schulnote 6
4
 
 70 (18,6%)
Schulnote 3
5
 
 36 (9,5%)
Schulnote 2
6
 
 17 (4,5%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 377 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz