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  Die Entenanalyse: Beste Feinde
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Das 505. Lustige Taschenbuch hat ganz ordentlich begonnen, denn wenngleich die beiden Auftaktgeschichten vielleicht nicht der allerhöchste Gipfel der Disney-Comickunst waren, boten sie doch einiges an netter Unterhaltung, ein paar Schmunzelmomente und eine Handvoll kreativer Ideen. Unsere Analyse zur Panzerknacker-Story »Ausbruchsgeschichten: Opa Knack geht in die Luft«, die wir euch gestern präsentiert haben, findet ihr hier. Nun ging es mit einem Micky-Maus-Comic weiter.

Beste Feinde

Einmal mehr handelt es sich dabei um eine Geschichte, die ursprünglich aus dem italienischen Disney-Magazin »Topolino« stammt. Der 25 Seiten lange Dreireiher wurde dort am 22. Oktober des Jahres 2013 unter dem Titel »Topolino e Gambadilegno nemici per la pelle« abgedruckt. Zu Deutsch bedeutet dies so etwas wie »Micky Maus und Kater Karlo - Haut-Feinde«, was man eher als »Dicke Feinde« (als Gegenstück zu »dicken Freunden«) bzw. als »Feindschaft, die unter die Haut geht« interpretieren kann. Die Story stammt von Gabriele Mazzoleni, für die zeichnerische Umsetzung war Francesco D'Ippolito zuständig. Hierzulande erschien der Comic am 27. März 2018 im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 505, das der Egmont Verlag unter dem Titel »Zutritt verboten!« publiziert hat.

Worum geht es?

Während eines Festumzuges versuchen Kater Karlo, Schnauz und ein weiterer Ganove, einen Banktresor auszuräumen. Dabei verwenden sie Spezialwerkzeuge, die Kralle ersonnnen hat. Nachdem die Alarmanlage zu schrillen beginnt, lassen sie alles stehen und liegen, verkleiden sich und flüchten. Trotz ihrer Verkleidung werden sie erkannt, und es kommt zu einem Zusammenprall von Karlo und Micky Maus. Anschließend scheint Karlo seine Erinnerungen verloren zu haben, denn er betrachtet Micky plötzlich als seinen besten Freund.

Spoiler

Zunächst beginnt Karlo, Micky mit Geschenken zu überhäufen, unter anderem lässt er ihm unzählige Schlüsselanhänger liefern. Er überwacht seinen Schlaf, ebenso ein Date mit Minnie. Letzteres wird dadurch kaputtgemacht. Auch bei Treffen mit Rudi Ross und Goofy funkt er dazwischen und sorgt für Chaos. Karlos Spießgesellen denken sich inzwischen einen Plan aus, wie sie Karlos Zustand wieder umkehren könnten: Sie entführen Micky, damit Karlo zur Rettung eilt, und dann ziehen sie ihm eins mit einer Keule über die Rübe, damit er wieder zur Besinnung kommt. Karlo kann sich anschließend tatsächlich wieder erinnern, allerdings gibt er zu verstehen, dass er dies ohnehin die ganze Zeit konnte. Die »Freundschaft« zu Micky war nur Scharade, die dazu diente, Micky die beim fehlgeschlagenen Bankraub benutzte Fernbedienung für Geldtresore unterzujubeln, sie vorübergehend bei ihm zu »parken« und dann wieder abzunehmen. Bei einem anschließenden neuen Bankraub werden Schnauz und Karlo von ihrem dritten Gefährten hintergangen. Allerdings ist auch Micky zur Stelle, der bekanntgibt, dass er die ganze Zeit selbst nur geschauspielert hatte, als er sich »entführen« ließ. Er hatte die Fernbedienung längst entdeckt und dadurch eins und eins zusammengezählt. Die Polizei nimmt die Ganoven daraufhin fest. Als Karlo erfährt, dass Micky seine zwischenzeitlich angelegten Fesseln ausgerechnet mit einem der Schlüsselanhänger öffnen konnte, fällt er in Ohnmacht.

Die Einschätzung

Leider konnte mit der Geschichte die Qualität der beiden Auftaktcomics nicht gehalten werden. Dem Comic fehlt es nicht nur an Spannung, er überzeugt auch im Aufbau einfach nicht, da Kater Karlo als »Freund« von Micky Maus eher albern und viel zu sehr »over the top« rüberkommt. Der Twist, dass das alles nur gespielt war sowie der Gegentwist, dass Micky Maus auch nur spielte, wirken beide wenig glaubhaft rübergebracht. Ebenso erzwungen wirkt die Befreiungskunst von Micky Maus mit Hilfe der Schlüsselanhänger. Es hatte schon beim ersten Auftauchen der Schlüsselanhänger in der Geschichte eigenartig ausgesehen, dass sich Kater Karlo ausgerechnet für dieses Geschenk entschied, so aber wurde aus einem merkwürdigen Einfall eine noch merkwürdigere Auflösung. Wie man sieht: Wir haben die Geschichte nicht gemocht. Sie war auch kein totaler Reinfall, falls dies hier so rüberkommen sollte, aber man muss sie weißgott nicht gelesen haben. Schlussendlich entschieden sich zwei Mitarbeiter unserer Seite für die Schulnote Drei, eine Mitarbeiterin vergab eine Vier, und zwei weitere Mitarbeiter entschieden sich für die Note Fünf. Dies ergab summa summarum die Durchschnittsnote 4,0.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz