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  Die Entenanalyse: Ausgekochte Ganoven
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Zuletzt ist es abwärts gegangen mit dem 510. Lustigen Taschenbuch, das seit dem 14. August im Handel ist und »Die Rache des Pharaos« trägt: Der Schatzsucher-Comic »Der Schatz der Steinmenschen« war die bis hierhin schwächste Geschichte, die in dem Band abgedruckt wurde. Unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Weiter ging es im Gefängnis.

Ausgekochte Ganoven

Auch dieser Comic entstammt dem italienischen Magazin »Topolino«, er wurde dort in der Ausgabe 3115 vom 11. August 2015 erstmals veröffentlicht. Damals hieß der 22 Seiten lange Dreireiher »Gambadilegno e Macchia Nera in: Chef dietro le sbarre«, was zu Deutsch »Kater Karlo und Plattnase in: Chefkoch hinter Gittern« bedeutet. Geschrieben wurde die Story von Federico Buratti, gezeichnet wurde sie anschließend von Maurizio Amendola. Letzterer hatte auch die schwache Steinmenschen-Schatzsuche zeichnerisch umgesetzt, die wir in unserem letzten Artikel thematisiert haben.

Worum geht es?

Kater Karlo und Plattnase sitzen im gleichen Gefängnis. Alle Insassen werden in den Speisesaal gerufen, wo bekanntgegeben wird, dass ein neuer Versuch unternommen wird, aus bösen Buben brave Bürger zu machen: Mit einem Wettkochen unter Leitung des berühmten Kochs Paolo Bocasso will man die empfindsame Seele der Häftlinge erwecken. Alle Teilnehmer erhalten einen Vermerk der guten Führung, der Sieger bekommt sogar einen Tag Freigang, um im Lokal des Meisterkochs zu kochen. Plattnase und Karlo erkennen darin eine Möglichkeit zur Flucht, also beschließen sie, sich zu bemühen, den Wettbewerb zu gewinnen.

Spoiler

Kater Karlo wird von Trudi besucht und baldowert mit ihr den Plan aus, mittels eines unsichtbaren Headsets in seinem Ohr mit ihr zu kommunizieren, damit sie ihn beim Kochen anleiten kann. Plattnase liest sich hingegen in der Gefängnisbücherei unzählige Kochbücher durch. In der ersten Runde setzt sich Plattnase mit einem Garnelengebinde gegen Karlos Spaghetti in Walnuss-Pesto durch, während Häftling Schmalhans ausscheidet. In den Folgetagen gewinnen Plattnase und Karlo abwechselnd die einzelnen Runden, während die anderen Ganoven nach und nach ausscheiden. Letzteres geschieht unter anderem deshalb, weil sie von Plattnase und Karlo behindert und betrogen werden. Am Ende sind nur noch die beiden Rivalen übrig. Am letzten Wettkampftag bemerkt Plattnase, dass Karlo Hilfe hat, und er nutzt eine Spritztüte, um eine bunte Nahrungsmittelmischung in Karlos Ohr zu schießen. Dessen Headset funktioniert daraufhin nicht mehr. Der Weg für Plattnases Sieg scheint frei, doch im letzten Moment wirft Karlo sein misslungenes Zwiebelomelett auf Plattnases Schokoladenskulptur. Das Ergebnis ist ungenießbar, aber da sich die beiden Gangster »gemeinsam angestrengt« haben, werden sie beide zu den Siegern erklärt. So kommt es, dass beide in Bocassos Restaurant kochen dürfen. Ein Ausbruchsversuch ergibt sich trotzdem nicht: An diesem Abend ist das ganze Restaurant voller Polizisten, da diese gerade einen Betriebsausflug hierhin unternommen haben. Die ganze Mühe war also umsonst.

Die Einschätzung

Die beiden größten Gegenspieler von Micky Maus in einem Kochwettbewerb gegeneinander antreten zu lassen, ist nicht unbedingt förderlich, um die beiden später wieder als fiese Gangster wahrzunehmen. Natürlich gab es auch in der Vergangenheit schon allerhand Geschichten, die dem Status der beiden Ganoven nicht unbedingt gut getan haben, aber es ist schon ärgerlich, wenn immer wieder eins draufgesetzt wird. Wenn dann wenigstens ein humoristischer Ausgleich existieren würde, der diese Art, sie einzusetzen, rechtfertigen würde, dann würde es ja wieder halbwegs gehen, aber auch das ist hier nicht geboten. Der Schlussgag ist gelungen, bis dahin ist die Story eher fad wie eine Gefängnismahlzeit. Damit kann man der Geschichte eigentlich nur eines zugute halten, nämlich dass hier eine Storyidee ausprobiert wurde, die noch nicht überstrapaziert wurde. Zu einem sonderlich lesenswerten Comic macht dies »Ausgekochte Ganoven« aber leider noch lange nicht. Schlussendlich entschied sich eine unserer Mitarbeiterinnen, dem Comic die Note Drei zu geben, und jeweils zwei von uns bewerteten ihn mit den Noten Vier und Fünf. Damit stand am Ende der finale Durchschnittswert 4,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz