Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.327 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Hans-Jürgen Pilz«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Ausbruchsgeschichten - Opa Knack geht in die Luft
Werbung:
Nachdem wir von dem vorausgegangenen Lustigen Taschenbuch nicht allzu begeistert waren, lesen fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich viel zu alt sind, derzeit die 505. Ausgabe der Buchreihe. Die erste Geschichte, die den Titel »Zutritt verboten!« trug, war zwar nicht überragend, aber zumindest ganz ordentlich, so dass wir optimistisch sind, dass wir dieses Mal vielleicht auf das ein oder andere Kleinod in Comicform stoßen werden. Unsere letzte Analyse findet ihr hier. Nun haben wir mit den Panzerknackern weitergemacht.

Ausbruchsgeschichten: Opa Knack geht in die Luft

Wie die Auftaktstory, so wurde auch diese hier im März des Jahres 2014 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht, in diesem Fall am 4. März. Die von Alessandro Sisti ersonnene und von Giada Perissinotto gezeichnete Story trug damals den Titel »Qualcuno volò dal nido del Bassotto«, was zu Deutsch »Jemand flog aus dem Dackelnest« bedeutet. Der 17 Seiten lange Dreireiher wurde hierzulande vom Egmont Verlag im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 505 herausgegeben, das den Titel »Zutritt verboten!« trägt und seit dem 27. März 2018 erhältlich ist.

Worum geht es?

Die Panzerknacker werden (wieder einmal) ins Gefängnis gesteckt und freuen sich darüber, ihre alte Zelle wiederzusehen, wenngleich der Komfort ein wenig nachgelassen hat. Einen stört Letzteres wenig: Opa Knack, der schon viel ärgere Dinge erlebt hat. Kurzerhand erzählt dieser eine Geschichte, wie er einst aus dem Zuchthaus entkam.

Spoiler

Während seiner damaligen Haft wird Opa Knack (damals nur »176« genannt) angeboten, statt dem üblichen Steineklopfen einer anderen ehrbaren Tätigkeit nachzugehen. Er entscheidet sich dafür, Partyclown zu werden. Fortan erfreut er seine Mithäftlinge und Wärter mit lustigen Ballonfiguren, die im Laufe der Zeit immer filigraner werden. Nachdem er sich zu einem wahren Trickkünstler entwickelt hat, bittet er um eine Gasflasche mit Helium, um die Luftballons auch schweben lassen zu können. Der Gefängnisdirektor gestattet dies, da er nichts zu befürchten hat: An den kleinen Ballons könnte 176 sowieso nicht aus der Anstalt wegfliegen. Der spätere Opa Knack pumpt jedoch stattdessen seine Matratze mit Helium auf und fliegt - scheinbar - an ihr hängend auf und davon. Hubschrauber fliegen hinterher. Als sie ihn schnappen, stellen sie fest, dass gar nicht 176 an der aufgeblasenen Matratze hängt, sondern eine aus Luftballons zusammengebaute Häftlingsfigur. 176 hält sich indessen versteckt, öffnet mit Hilfe einer Gabel ein Türschloss und kann fliehen. In der Gegenwart zweifeln die jungen Panzerknacker an, dass ihr Opa wirklich mit einer Gabel entkommen konnte. Als sie ihn zur Rede stellen wollen, bemerken sie, dass sie gar nicht mehr mit ihm sprechen, sondern mit einer von Opa Knack gebastelten Ballonfigur. Opa Knack steht indessen in der Zellentür, die er mit Hilfe einer Gabel geöffnet hat.

Die Einschätzung

Panzerknacker-Geschichten sind immer eine Sache für sich, denn schlussendlich sind diese in der Regel so ausgelegt, dass die jungen Leser auf der Seite der Protagonisten stehen sollen, und das sind in diesem Fall nun mal Kriminelle. Das ist schon ein wenig zweifelhaft. Sieht man darüber mal hinweg, ist die Geschichte ganz ordentlich ausgefallen. Insbesondere deshalb, weil sie nicht einfach uninspiriert durcherzählt wird, sondern gleich mit zwei überraschenden Twists aufwartet (einmal dem falschen Opa Knack aus Luftballons, dann dem falschen Opa Knack in der Gegenwart). So weit, so nett. Besonders spektakulär ist die Geschichte nicht - von siebzehn Seiten konnte man auch kein ausgetüfteltes, verschachteltes und komplexes Meisterwerk erwarten -, aber sie tut ihren Dienst. Der Zeichenstil kommt nicht ganz an die Qualität des Auftaktcomics heran. Sehr skurril ist der Schlussspruch ausgefallen, denn die Aussage »Opa Knack mit seiner Forke finden wir ganz einfach knorke« hört sich nicht so an, als sei er auf junge Leser aus dem Jahre 2018 zugeschnitten worden, sondern eher auf solche des Jahres 1958. Aber womöglich war es ja auch das Ziel, einen besonders seltsamen Abschluss zu finden. ;) Schlussendlich bewertete einer unserer Mitarbeiter die Geschichte mit der Schulnote Zwei, während sich jeweils zwei für die Noten Drei und Vier entschieden. Damit stand summa summarum eine 3,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz