Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.640 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »leonas5«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Aus dem Entenhausener Kurier - Einmal Gauner, immer Gauner
Werbung:
Vor einigen Tagen ist das 553. Lustige Taschenbuch im Handel gelandet. Wir lassen »Wie alles begann ...«, so der Titel des Bandes, in gewohnter Manier von einem Quintett an Mitarbeitern lesen. Zuletzt haben wir hier den Kurzcomic »Der Eisstern« thematisiert, in dem sich Donald Duck auf ein winterliches Abenteuer begibt, um drei spektakuläre Fotos zu schießen. Wir empfanden den Comic als etwas belanglos, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Eure Meinung stimmt mit unserer ziemlich überein: Wir hatten im Schnitt die Note 3,8 vergeben, der Zwischenstand eurer Abstimmung liegt bei 3,76. Nun ging es mit einem neuen Kapitel aus der Reihe über die Reporter vom Entenhausener Kurier weiter.

Aus dem Entenhausener Kurier: Einmal Gauner, immer Gauner

Nachdem die ersten beiden Comics speziell für das Lustige Taschenbuch konzipiert worden waren, ist »Einmal Gauner, immer Gauner« der erste Beitrag dieses Bandes, der dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Dort erschien der 24 Seiten lange Dreireiher am 24. März dieses Jahres unter dem Namen »Zio Paperone in i paperi non cambiano«, was man mit »Onkel Dagobert in: Enten ändern sich nicht« übersetzen kann. Corrado Mastantuono hat sich die Geschichte ausgedacht und zeichnerisch auch selbst umgesetzt.

Worum geht es?

Im vergangenen Dezember wurde im 540. Lustigen Taschenbuch der Comic Aus dem Entenhausener Kurier: Geheime Formel in Gefahr abgedruckt. Dieser endete damit, dass ein Konkurrent von Dagobert Duck namens Gandolf Gurr im Gefängnis landete, nachdem er unlauter gehandelt hatte. Nun wird die damalige Geschichte fortgesetzt.

Spoiler

Vor vielen Jahren war Dagobert mit Gandolf am Klondike unterwegs. Die beiden fungierten als Geschäftspartner, wenngleich Gandolf augenscheinlich rücksichtslos auf Kosten des späteren reichsten Erpels der Welt handelte. Mitten in einem starken Schneetreiben bricht ein Rad ihres Wagens, und während Dagobert in der Kälte zurückbleibt, fährt Gandolf mit einem Pferdewagen ab. Anstatt Dagobert wie versprochen abzuholen, taucht Gandolf anschließend nicht mehr auf. Dagobert findet ihn Stunden später in einem heißen Wasserzuber vor, wo er es sich gutgehen lässt. Dass Dagobert nicht abgeholt wurde, schiebt Gandolf auf die anderen Bewohner des Dorfes.

Im Hier und Jetzt wird Gandolf aus dem Gefängnis entlassen. Wenig später erhält Dagobert einen Anruf seines einstigen Geschäftspartners, laut dem Gandolf wegen eines bürokratischen Fehlers wieder ins Gefängnis geholt wurde und nun 10.000 Taler Kaution zahlen soll. Diese möchte er sich bei Dagobert borgen. Dagobert lässt sich dazu breitschlagen. Dussel und Donald sind derweilen als Reporter des Kuriers unterwegs und interviewen Kioskbesitzer. Einer davon ist Gurr: Er musste augenscheinlich gar keine Kaution zahlen, sondern benötigte das Geld, um ein neues Geschäft aufzubauen. Dagobert prügelt auf Gandolf ein und wird prompt von einem Polizisten verhaftet. Als dieser ihn drei Monate ins Gefängnis stecken möchte, gesteht Gandolf, dass alles seine Schuld war und er gelogen hat. Daraufhin entpuppt sich alles als Scharade: Der Polizist ist ein verkleideter Hausmeister, und auf diesem Wege wollte Dagobert testen, ob Gandolf wirklich geläutert ist und seine Lüge eingesteht. Damit ist Gandolf nun rehabilitiert. In kurzer Zeit wird aus ihm wieder ein erfolgreicher Geschäftsmann, und Dagoberts in ihn gesteckte Anfangsinvestition zahlt sich vielfach aus.

In einem letzten Rückblick an den Klondike offenbart sich, dass Gandolf damals gar nicht gelogen hatte: Alle Ausreden, wegen denen er Dagobert nicht abholen konnte, entsprachen der Wahrheit, obwohl sie vollkommen unglaubwürdig gelungen hatten.

Die Einschätzung

In der Geschichte wird unserer Meinung nach gewissermaßen ein Auf und Ab der Gefühle erzeugt. Sobald Dussel und Donald Duck ins Spiel kommen, geht dem Leser »Einmal Gauner, immer Gauner« gehörig auf die Nerven. Ihre Art der »Recherchearbeit« versucht brachial witzig zu sein, doch die Brechstange öffnet nicht das Humorzentrum des Lesers, sondern hämmert ihm gegen die Schläfen. Die übrige Geschichte ist derweilen auf beiden Zeitebenen eine gute. Die Ereignisse in Dagoberts Zeit am Klondike sind ebenso lesenswert, wie die Offenbarung, dass in Gandolf Gurr doch ein gutes Herz schlägt, einfach schön erzählt ist. Zeichnerisch löst der Comic ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle aus, denn eigentlich sind die Panels schön anzusehen und gerade die historischen Parts wurden optisch gut in Szene gesetzt, doch die Zeichnungen der Gesichter der beteiligten Erpel wollten uns bisweilen ganz und gar nicht gefallen. Betrachtet man den Comic in Kombination mit »Geheime Formel in Gefahr«, ergibt sich dennoch ein nettes Gesamtwerk. Hätte man die rasenden Reporter des Entenhausener Kuriers etwas weniger aufdringlich gestaltet, hätte es sogar ein Comic aus dem Bereich »lesenswert« (2,5 oder besser) werden können. So vergab am Ende einer unserer Mitarbeiter die Note Zwei für »Einmal Gauner, immer Gauner«, während sich die restlichen Testleser für eine Drei entschieden. Im Schnitt landeten wir dadurch bei der Schulnote 2,8.


Wie fandet ihr "Aus dem Entenhausener Kurier: Einmal Gauner, immer Gauner"?
1
 
 174 (42,0%)
Schulnote 2
2
 
 83 (20,0%)
Schulnote 3
3
 
 55 (13,3%)
Schulnote 1
4
 
 40 (9,7%)
Schulnote 5
5
 
 38 (9,2%)
Schulnote 4
6
 
 24 (5,8%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 414 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz