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  Die Entenanalyse: Auf Weltraumwolke sieben
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So richtig zufrieden sind wir bislang nicht mit dem, was im 556. Lustigen Taschenbuch geboten wird, das man seit dem 1. März im Handel bekommen kann. Die Titelgeschichte von »Das Geheimnis des Geldspeichers« war noch ganz gut, seitdem ging es kontinuierlich abwärts. Das Beste am zuletzt hier thematisierten Comic »Kuriose Kunden« war die Tatsache, dass er nur elf Seiten lang war, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr habt euch bislang als ähnlich kritisch erwiesen: Während wir die Note 4,4 vergeben haben, liegt der Schnitt eurer Abstimmung bisher bei der Schulnote 4,51. Im Lustigen Taschenbuch folgte ein Fähnlein-Fieselschweif-Einseiter namens »Orientierungssinn«, den wir aufgrund seiner Kürze hier nicht näher thematisieren. Stattdessen machen wir mit Gamma im Liebestaumel weiter.

Auf Weltraumwolke sieben

Dieser Comic ist - mit großem Abstand - der Älteste, der in diesem Lustigen Taschenbuch weiterverwendet wurde. In Italien wurde er bereits am 21. Oktober des Jahres 2003 im »Topolino«-Magazin veröffentlicht. Seitdem wurde er dort in (mindestens) vier weiteren Publikationen abgedruckt, und auch in griechischer und portugiesischer Sprache konnte man ihn im Laufe der Jahre bereits lesen. Der Originaltitel des 22 Seiten langen Dreireihers lautete »Eta Beta e la dis-avventura amorosa«, was man mit »Gamma und das Liebes-Unglück« übersetzen kann. Gaja Arrighini schrieb die Geschichte, Nicola Tosolini steuerte die Zeichnungen bei.

Worum geht es?

Gamma ruft Mickie an und bittet ihn, für ihn und seine potenzielle neue Freundin ein romantisches Doppeldate mit Minnie zu organisieren. Dieses verläuft ganz anders als geplant.

Spoiler

Gammas neue Liebe ist ein Rüssel tragendes Alien namens Ypsilona. Die beiden haben sich in einem galaktischen Postamt kennengelernt. Während Gamma augenscheinlich eine rosarote Brille trägt, wirkt Ypsilona nicht sonderlich begeistert von ihm. Überhaupt scheint sie ihn von Planet Ypsilon XI nur begleitet zu haben, weil sie gehört hat, dass Gamma zur Erde reisen wollte. Das gemeinsame Restaurant-Dinner verläuft nicht sonderlich gut, Ypsilona wirkt einfach nur genervt. Als sie sich den Rüssel pudern geht, tauchen intergalaktische Polizisten auf, die ihr auf den Fersen sind. Sie ist nun wie vom Erdboden verschluckt, doch mit Hilfe eines Spürhundes aus Gammas Spezialhose gelingt es, sie zu finden. Es zeigt sich, dass sie gar kein Alien ist: Sie trug die ganze Zeit eine Maske. Tatsächlich heißt sie Kati Knästle und ist aus einem Erd-Gefängnis ausgebrochen. In ein gestohlenes Karnevalskostüm gehüllt hatte sie sich einige Zeit zuvor in Gammas Raumschiff geschmuggelt und mit ihm die Erde verlassen, ohne dass es Gamma gemerkt hatte. Auf Ypsilon XI begann sie schnell wieder mit ihren Raubzügen und Betrügereien, so dass sie auch dort ein Fall für die Polizei wurde. Nun streiten sich die Erdenpolizei und die galaktischen Schutzmänner darum, wer für sie zuständig ist. Kati Knästle versucht deren Streit zur Flucht zu nutzen, doch Minnie wirft ihr die Handtasche gegen den Kopf, so dass sie zusammenbricht. Am Ende wird die Ganovin ins Entenhausener Gefängnis gesteckt. Gamma verliebt sich wenig später schon wieder ... nämlich in den Rasenmäher von Minnies Nachbarn.

Argh. Da bekommt man glatt mehr Kopfschmerzen als sie ein Handtaschentreffer erzeugen könnte.

Die Einschätzung

Die ersten beiden Lustigen Taschenbücher nach dem Jahreswechsel (und der Preiserhöhung) waren ja wirklich anständig gewesen. So langsam aber stellt sich das Gefühl ein, dass »Das Geheimnis des Geldspeichers« die erfreuliche Reihe nicht fortsetzen können wird, sondern sich zu einer echten Enttäuschung entwickelt. Von Geschichte zu Geschichte ist es unserer Meinung nach bis hierhin schwächer geworden. Es fällt schwer, hier überhaupt irgendetwas zu finden, was man nicht kritisieren könnte. Bei I.N.D.U.C.K.S. rangiert »Auf Weltraumwolke sieben« - Stand jetzt - auf Platz 41.400 von 41.596 bewerteten Disney-Comics, und tatsächlich spricht vieles dafür, den Comic zu den schlechtesten 0,5 Prozent aller Zeiten zu zählen. Gamma wird hier so furchtbar dämlich dargestellt, dass es seinen Charakter regelrecht dekonstruiert. Micky sieht nicht viel besser aus, die Story ist an den Haaren herbeigezogen, an keiner Stelle schlummert auch nur ein Fitzelchen funktionierenden Humors, von Spannung oder irgendeinem anderen Unterhaltung stiftenden Element ganz zu schweigen. Es hat beinahe zwanzig Jahre gedauert, ehe die Geschichte ins Deutsche übersetzt wurde, und es wäre besser gewesen, sie in der Mottenkiste zu belassen. Den zu diesem Satz passenden Gamma-Naphthalin-Gag möge sich bitte jeder selbst an dieser Stelle denken. Für diesen groben Humbug gab es von jeweils einem unserer Testleser die Noten Vier und Fünf, vom Rest die Note Sechs. Das ergibt im Schnitt die Schulnote 5,4. Was für eine Papierverschwendung!


Wie fandet ihr "Auf Weltraumwolke sieben"?
1
 
 244 (63,7%)
Schulnote 6
2
 
 58 (15,1%)
Schulnote 5
3
 
 36 (9,4%)
Schulnote 4
4
 
 29 (7,6%)
Schulnote 3
5
 
 12 (3,1%)
Schulnote 1
6
 
 4 (1,0%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 383 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz