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  Die Entenanalyse: Auf die Piste, fertig, los!
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Vor einigen Wochen ließen wir fünf Mitarbeiter, die dafür eigentlich viel zu alt sind, die Comics aus dem 502. Lustigen Taschenbuch lesen. Am Ende fiel das Fazit sehr positiv aus, denn auch wenn die Qualität nicht ganz bis zum Ende hoch gehalten werden konnte, war der überwiegende Teil des Buchs sehr unterhaltsam. Einen Überblick unserer damaligen Beiträge könnt ihr hier finden. Inzwischen ist ein weiteres Lustiges Taschenbuch erschienen, und wir haben uns die Titelgeschichte vorgenommen.

Auf die Piste, fertig, los!

Ausnahmsweise handelt es sich dabei nicht um eine Story aus dem italienischen Magazin »Topolino«, sondern um einen dänischen Comic, der vor der Veröffentlichung im Lustigen Taschenbuch (und in den anderen europäischen Länderversionen) noch nicht zu lesen war. Unsere Vermutung ist, dass man sich für etwas ganz Neues entschied, um eine Story einbauen zu können, die zu den gerade gestarteten Olympischen Winterspielen in Pyeongchang passt. Der zwanzig Seiten lange Dreireiher wurde von Gorm Transgaard geschrieben, für die Zeichnungen war Massimo Fecchi zuständig. Der Originaltitel »Til tops ved vinter-OL« bedeutet zu Deutsch »Bei den Olympischen Winterspielen bis an die Spitze«. Der Comic ist die Titelgeschichte des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 503, das seit dem 30. Januar 2018 erhältlich ist. In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Auf die Piste, fertig, los« zu den am schlechtesten bewerteten Comics aller Zeiten.

Worum geht es?

Donald hat einen Job als Teamassistent bei den Winterspielen in »Pampagong« ergattert. Seine Neffen begleiten ihn zu den Sportstätten, da sie sich dort die Gelegenheit erhoffen, die Fieselschweif-Medaille G.O.L.D. (Gelungene Orientierung beim Langlauf und Driften) zu verdienen. In Pampagong angekommen, erweist sich Donalds neuer Chef als ein arroganter Angeber, der seinen neuen Assistenten für Drecksarbeiten einsetzt. Während Donald seinen Job antritt, begeben sich die Fieselschweiflinge zum Gipfel eines Berges, um dort ihre Medaille zu erringen.

Spoiler

Donald muss die Skianzüge des Entenhausener Wintersportteams waschen. Im Wäschetrockner kommt es zu einem Missgeschick: Die Sportkleidung läuft extrem ein, da sie augenscheinlich nicht für den Trocknungsprozess geeignet war. Donald versucht daraufhin händeringend, sie wieder auszudehnen. Nachdem alle vorherigen Versuche scheitern, bindet er die Sachen zu einer Kette zusammen und bindet diese an ein Schneemobil, um es zum Dehnen zu nutzen. Als ein Kleidungsstück reißt, wird der Motorschlitten durch die Luft gewirbelt und kracht hunderte Meter entfernt (!) in die Sendestation, mit der die Sportveranstaltung übertragen wird. Postwendend fällt bei einer Milliarde (!) Zuschauern weltweit das Bild aus. Tick, Trick und Track haben die Sache beobachtet und beschließen, schnell zu der Station zu hasten, um eventuellen verletzten Personen zu helfen. Auf dem Weg werden sie durch eine Schlucht und durch einen Tiger aufgehalten, der sich seltsamerweise auf dem Berg befindet, auf dem gerade olympisch Ski gefahren werden soll. Die Jungs können alle Widrigkeiten überwinden und erreichen die Station, wo sie die Journalisten verarzten. Daraufhin erhalten sie ihre G.O.L.D.-Medaille. Donald scheint indessen geflüchtet zu sein, um seinem Chef nicht in die Hände zu fallen.

Die Einschätzung

Zunächst einmal: Warum befindet sich auf dem Berg ein Tiger? Es ergibt keinen Sinn, und es wird auch nicht erklärt. Warum fliegt das Schneemobil hunderte Meter bergauf durch die Luft, als würde es in Pampagong keinerlei Gravitation geben? Es wird nicht erklärt. Entspricht es wirklich den üblichen Anforderungen an einen Duck-Comic, dass darin Reporter durch Donalds Ungeschick schwer verletzt werden? Wieso hängt eine Fernsehübertragung mit einer Milliarde Zuschauern an zwei Personen? Was genau sind bitteschön die Bedingungen, unter denen die G.O.L.D.-Medaillen verliehen werden? Wieso ist Donald nach der halben Geschichte einfach plötzlich »weg«, ohne dass er noch einmal in einem Bild vorkommt? Und so weiter, und so weiter.

Wie ihr sehen könnt, war dies ein wirklich fürchterlicher Auftakt in das neue Lustige Taschenbuch. Hier hat gar nichts zusammengepasst, so dass auch die in diesem Fall ganz netten Zeichnungen nichts mehr herausreißen konnten. Dass die Macher des Lustigen Taschenbuchs irgendeine Story bringen wollten, die zu den Olympischen Winterspielen passt, ist an sich eine nachvollziehbare und richtige Entscheidung gewesen, mit diesem Machwerk hat man aber niemandem einen Gefallen getan. Eine schwache Geschichte, die von zwei Mitarbeitern unserer Seite mit der Schulnote Fünf und von den anderen drei Mitarbeitern mit einer Sechs abgestraft wurde. So stand schlussendlich die Durchschnittsnote 5,4 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz