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  Die Entenanalyse: Am letzten Zipfel
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Vor knapp zwei Wochen - genauer gesagt am 7. Dezember - ist das 553. Lustige Taschenbuch erschienen. Seitdem haben wir »Wie alles begann ...« von fünf Testlesern aus unserem Team durchschmökern lassen. Der Einstieg in den Band hatte uns ganz optimistisch gestimmt, dann ging es leider rapide abwärts und kam aus dem Tal nicht mehr heraus. Auch die zuletzt thematisierte Geschichte »Die liebe Verwandtschaft« gefiel uns nicht, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Euch auch nicht: Während wir die Note 4,4 vergeben haben, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung mit 4,99 noch deutlich weiter im negativen Schulnoten-Bereich. Nun ist das Finale angesagt, denn nur noch ein Comic war übrig.

Am letzten Zipfel

Zum Ende wird den Lesern noch eine ziemlich aktuelle Geschichte geboten: Erst am 31. März war sie im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht worden. Damals trug der 22 Seiten lange Dreireiher den Titel »Paperino & l'ultima voce della lista«, was man mit »Donald Duck und der letzte Punkt auf der Liste« übersetzen kann. Die Idee zu dem guten Stück hatte Francesco Vacca, Francesco Guerrini steuerte anschließend die Zeichnungen bei.

Worum geht es?

Nach jahrelangem Münzenwienern hat es Donald endlich geschafft, seine Schulden bei Onkel Dagobert abzuarbeiten. Nur noch zwanzig Kreuzer sind übrig. Diese plant er am kommenden Tag abzuarbeiten. Eigentlich besitzt er sogar zwanzig Kreuzer, doch dabei handelt es sich um eine Münze, die er als Küken von Oma Duck geschenkt bekommen hatte, die sie wiederum von ihrem Opa Emil Erpel bekommen hatte. Das gute Stück möchte Donald eigentlich nicht opfern, entscheidet sich dann aber doch dazu. Ehe er die Münze Dagobert bringen kann, stößt er auf die Kinder, die für ein Fähnlein-Fieselschweif-Projekt ein bißchen Geld benötigen.

Spoiler

Gemeinsam mit Tick, Trick und Track fährt Donald aufs Land, da die Kinder das benötigte Geld bei Oma Duck verdienen möchten und nebenher Tiere beobachten wollen. Oma Duck möchte ihren Enkeln eigentlich die benötigten fünf Taler gleich schenken, doch das ist den Kindern zu unangenehm. Stattdessen wollen sie das Geld ehrlich verdienen. Dazu sollen sie eine Fuhre Marmelade zu einem Dorfladen bringen. Nachdem Oma Duck mit der ersten Hälfte der Lieferung losgefahren ist, beschließt Donald, den Kindern (gegen deren Willen) zu helfen. Dazu lädt er eine riesige Menge Gläser in seinen 313er und fährt mit ihnen los. Statt die Hauptstraßen zu nehmen, entscheidet er sich für waghalsige und holprige »Abkürzungen«, und nach und nach gehen mehrere Gläser zu Bruch. Dabei wird das Auto des Geschäftsmannes Zedrik Zinkhoch in Mitleidenschaft gezogen, der gerade auf dem Weg ist, ein Geschäft mit Onkel Dagobert abzuschließen. Am Ziel der Fahrt werden alle Gläser auf Zinkhochs Auto zerschmettert. Wütend lehnt es der Geschäftsmann fortan ab, mit Dagobert Geschäfte zu machen. Oma Duck hat wiederum nur 4,80 Taler verdient, da so viele Konfitüre-Gläser zerbrochen sind. Es fehlen also genau zwanzig Kreuzer. Donald ist bereit, sie für die Kinder zu opfern, doch Zinkhoch erkennt, dass es sich um eine wertvolle historische Münze handelt. Er bietet Donald eine horrende Summe, doch dieser gibt sie trotzdem den Kindern. Während die Kinder im Dorfladen die von ihnen benötigte Batterie kaufen, rauscht Zinkhoch erbost ab. Durch den Schaden an Zinkhochs Auto hat Donald nun neue Schulden. Dagobert kauft dem Verkäufer des Dorfladens derweilen die Münze wieder ab.

Die Einschätzung

Nun ... der ganz große Wurf ist auch »Am letzten Zipfel« nicht. Nach der Stafette an miesen Machwerken, der wir in den vergangenen Tagen ausgesetzt waren, machte das Lustige Taschenbuch am Ende dann aber doch nochmal einen kleinen Schwenk in eine positive Richtung. Zum einen war die Grundidee, dass Donald seine Schulden tatsächlich mal (nahezu) abgearbeitet hat, eine noch unverbrauchte und zugleich eine ziemlich nette. Zum anderen gab es hier einige »Feelgood«-Momente, die durchaus zu überzeugen wussten. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die übertriebene Art und Weise, in der Donald versucht, seinen Neffen unter die Arme zu greifen, wurde ein wenig überstrapaziert. Denn selbst ein enthusiastischer Donald würde normalerweise eigentlich nicht so mit Oma Ducks Konfitüre umgehen ... das war eher ein Slapstick-Versuch, der Dussel Duck zu Gesicht gestanden hätte, wenn dieser denn motorisiert wäre. Dennoch: Der aufopferungsvolle Kern der Geschichte und insbesondere an deren Ende wissen zu überzeugen. Warum Zedrik Zinkhoch bereit ist, Donald 50.000 Taler für seine historische Münze zu geben, er aber nicht auf die Idee kommt, postwendend selbst in den Dorfladen zu gehen und sie dem »Dorfladner« (ein Wort, das man sich für die nächste Scrabblepartie merken sollte) für eine hohe Summe abzukaufen, erschließt sich nicht. Wie dem auch sei: Eine unserer Mitarbeiterinnen bedachte »Am letzten Zipfel« mit der Note Zwei, der Rest mit einer Drei, so dass wir hier am Ende bei 2,8 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz