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  Die Entenanalyse: Am Ende wird nicht alles gut!
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Einige Wochen sind verstrichen, seitdem wir an dieser Stelle die einzelnen Comics des 516. Lustigen Taschenbuchs analyisiert haben, das den Titel »Frost in der Post« trug. Zu unserer Enttäuschung hatte es sich als eine sehr schwache Ausgabe entpuppt, bei der wir keiner einzigen darin abgedruckten Geschichte guten Gewissens das Prädikat »lesenswert« geben konnten. Eine Übersicht unserer damaligen Besprechungen könnt ihr nach wie vor an dieser Stelle finden. Seit dem 26. Februar gibt es nun ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 517, und dieses trägt den Titel »Gute Besserung«. Hoffen wir, dass der Name Programm ist. Los ging es mit einer Donald-Duck-Geschichte.

Am Ende wird nicht alles gut!

Hierbei handelt es sich um die einzige Geschichte dieses Bandes, die speziell für das Lustige Taschenbuch und seine anderen europäischen Ableger erschaffen wurde. Alle übrigen Geschichten sind Übersetzungen italienischer Magazine (eine entstammt der Phantomias-Buchreihe »Paperinik e altri supereroi«, die restlichen wurden dem Wochenmagazin »Topolino« entnommen). Geschrieben wurde der 28 Seiten lange Dreireiher von Sune Troelstrup, für die zeichnerische Umsetzung war anschließend Massimo Fecchi zuständig. Der dänische Originaltitel lautete »Det svageste led«, zu Deutsch »Das schwächste Glied in der Kette«.

Worum geht es?

Nachdem Donald Duck im Fernsehen einen Unternehmer sieht, der mit seiner Zahnpastafabrik zum Multimillionär wurde, beschließt er, ebenfalls ein Unternehmen zu gründen. Kurzerhand kündigt er bei Dagobert Duck. Gundel Gaukeley, die gerade durch die automatische Hexenabwehr des Geldspeichers zurückgeschlagen wurde, bekommt davon Wind und beschließt, Donalds Tatendrang zu nutzen, um sich Zugang zum Glückszehner des reichsten Erpels der Welt zu verschaffen.

Spoiler

Gundel nimmt eine Hypothek auf ihr Grundstück am Vesuv auf, um Geld zur Verfügung zu haben, dann gibt sie sich selbst ein neues Äußeres und bietet Donald an, als Investorin für sein Start-Up-Unternehmen zu fungieren. Der nimmt dankbar an, da er nicht merkt, wer unter der Verkleidung steckt. Die erste Geschäftsidee, die Gundel dem emsigen Unternehmer einredet, ist der Verkauf von Sicherheitssystemen. Zu Werbezwecken soll Donald seinem Onkel ein kostenloses Sicherheitssystem zur Verfügung stellen. Zweck des Ganzen ist, per Fernsteuerung die neue »sichere« Spezialvitrine für den Glückszehner zu Gundel fliegen zu lassen. Durch eine Verwechslung der Fernbedienungen spielen jedoch Tick, Trick und Track damit herum, und alles geht zu Bruch. Die zweite Geschäftsidee besteht in einem Unternehmen, das Inneneinrichtungen vertreibt. Wieder soll Dagobert als Gratis-Werbegesicht fungieren, doch der fliegende Teppich, auf dem die Vitrine mit dem Glückszehner stehen sollte, hebt ohne das Geldstück, dafür mit Donald und Dagobert ab. Bei der dritten Idee - Landschaftsgärtnerei - düngt Donald Gundels Supersamen so übereifrig, dass Ranken um den gesamten Geldspeicher wachsen und ihn zum Einsturz bringen. Gundel wird unter dem Gebäude begraben, so dass ihr das Ganze nichts nützt. Am Ende landen sie, Donald und Dagobert im Krankenhaus. Als Dagobert erfährt, dass sich Donald von Gundel hat foppen lassen und sie die ganze Zeit die Investorin hinter ihm war, jagt er - voll bandagiert - hinter ihm her.

Die Einschätzung

Bei Gundel-Gaukeley-Storys muss man natürlich von vorneherein davon einkalkulieren, dass die Ansprüche an Realismus & Co. besser in der Schublade bleiben sollten. Und an dieser Geschichte ist natürlich ganz und gar nichts realistisch. Was man der ganzen Sache attestieren muss, ist ein gewisses Maß an Kreativität, denn dass Gundel hier als Investorin auftritt, ist mal ein frischer Ansatz und keine der üblichen Herangehensweisen an die Auftritte der Hexe vom Vesuv. Damit das Ganze funktionieren konnte, wurden die Charaktereigenschaften der Beteiligten aber ganz schön gebogen, und die Logik wurde an mehreren Stellen gänzlich über Bord geworfen. Dass Donald hier sprunghaft (obwohl er gar keine eigene Idee hat) ein Unternehmen gründet, nachdem er einen erfolgreichen Unternehmer im Fernsehen sieht, während die Tatsache, dass er den erfolgreichsten Unternehmer der Welt zum Onkel hat, ihn jahrzehntelang nicht auf diese Idee gebracht hat, ist beispielsweise schwierig zu erklären. Dagoberts Unbedarftheit im Umgang mit Donalds Geschäftsvorschlägen passt ganz und gar nicht zu dem skeptischen Zylinderträger. Warum genau muss Gundel eigentlich eine Hypothek aufnehmen? Wenn sie den Mann von der Bank eh auf magische Weise hyptnotisiert, warum nimmt sie ihm das Geld nicht einfach ab? Und so setzt sich der Reigen der Fragen und Unlogiken fort. Irgendwie ist die Geschichte trotzdem ganz unterhaltsam, aber man muss dafür den Kopf schon ziemlich auf Durchzug stellen, damit sie diese Wirkung erreicht. Am Ende entschieden sich jeweils zwei unserer Mitarbeiter für die Schulnoten Drei und Vier, einmal wurde die Fünf vergeben, so dass wir hier am Ende beim Durchschnittswert 3,8 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz