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  Die Entenanalyse: Am Ende des Regenbogens - Die Schlacht der Farben
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Seit einigen Tagen arbeiten sich fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, durch die Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 504. Auf die erste richtig gute Geschichte warten wir leider noch, denn auch »Der Glückssammler« überzeugte uns nicht, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Doch war haben nicht aufgesteckt und direkt weitergelesen.

Am Ende des Regenbogens - Die Schlacht der Farben

Die Geschichte wurde vor knapp vier Jahren erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Dort erschien sie am 4. März 2014 unter dem Titel »Zio Paperone e la pentola d'oro dell'arcobaleno«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und der Topf aus Gold am Regenbogen« bedeutet. Der fünfzig Seiten lange Dreireiher wurde damals in zwei Teilen direkt hintereinander abgedruckt, unterbrochen lediglich durch einen halbseitigen Mack- und Muck-Sketch. Die Geschichte wurde von Fabio Michelini erdacht und von Giampaolo Soldati gezeichnet. Hierzulande erschien sie im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 504, das am 27. Februar 2018 vom Egmont Verlag auf die Disney-Fans losgelassen wurde und den Titel »Der Superschleim« trägt.

Worum geht es?

Dagobert Duck erklärt Daniel Düsentrieb, er wolle das Gold am Ende des Regenbogens finden. Da es dies nicht in der Realität gibt, soll Daniel eine »Hyperrealität« erfinden, in der es das Gold gibt. Nachdem Daniel einfällt, dass es einen solchen Ort tatsächlich gibt - nämlich das Internet -, baut er ein riesiges fliegendes Tablet, durch das die Ducks durch eine Raum-Zeit-Schleuse für exakt 24 Stunden ins Netz eintauchen können. Kurzerhand fliegen die »Internauten« los.

Spoiler

Im Internet stoßen die Ducks auf einen überdimensionierten Regenbogen, der das Tablet unaufhaltsam anzieht. So kommt es, dass sie einen Absturz hinlegen - und zwar auf dem roten Streifen des Regenbogens. Dort erfahren sie von roten Filznagern die Grundregel, dass man hier nicht bunt aussehen darf, sondern die Farbe des jeweiligen Streifens tragen muss. Nachdem ein Vulkan ausbricht, der sich - warum auch immer - auf dem Regenbogen befindet, sackt Dagobert einige rote Rubine ein, dann flüchten die Ducks weiter in Richtung des orangenen Streifens. Dort begegnen ihnen feindselige orangene Pinselfüchse und es regnet Topase. Mit einem riesigen Katapult werden sie anschließend in den gelben Bereich katapultiert. So geht dies von Sektor zu Sektor, ehe sie schließlich von der »Farbpolizei« eingesackt werden und ihnen vor dem »Hohen Gericht der sieben Ringe« der Prozess gemacht wird, da sie sich der fortgesetzten Vielfarbigkeit schuldig gemacht haben. Sie werden dazu verurteilt, in einen überdimensionierten Topf siedenden Goldes getaucht zu werden. Tick, Trick und Track ringen den Richtern einen letzten Wunsch ab und demonstrieren mit Hilfe einer Taschenlampe und eines Kristallprismas, dass alle Farben des Regenbogens zusammen eigentlich nur Teil von »herrlichem Licht« sind. Die Demonstration führt dazu, dass sich die Völker des Regenbogens in die Arme fallen und vereinen. Zur Belohnung wird den Ducks erlaubt, so viel Gold mitzunehmen, wie sie es wünschen. Da es noch kocht, muss dafür jedoch gewartet werden, und diese Zeit bleibt nicht, da sich das 24-Stunden-Fenster schließt, durch das es aus dem Internet wieder rausgeht. Mit Hilfe des demolierten Tablets flüchten die Ducks. Wieder in der richtigen Welt angekommen, gibt Daniel zu verstehen, dass es viele Jahre dauern wird, das Fluggerät zu reparieren, weswegen es nicht möglich sein wird, zum Regenbogen zurückzukehren und das abgekühlte Gold abzuholen.

Die Einschätzung

Daniels Schlussaussage, dass es »Jahre« dauern würde, das Tablet zu reparieren, ergibt keinerlei Sinn, da er für den Bau des Gefährts weit weniger Zeit benötigt hatte. Wenn die Reparatur schon so schwierig ist, dann hätte er einfach ein neues bauen können ... aber gut, über logische Fragen sollte man angesichts der hier erzählten Story vermutlich besser nicht nachdenken. ;) Die ganze Storyidee ist schließlich - um es vorsichtig auszudrücken - sehr abstrakt und wirkt so, als sei sie einem halluzinogenen Traum entsprungen. Sieht man von der absurden Ausgangsidee einmal ab, ist die wilde Hatz über die einzelnen Farbringe leider nicht sehr überzeugend ausgefallen. Dafür werden die sieben Stationen zu schnell abgehandelt, dafür ähneln sie sich zu sehr und der Level an Abgedrehtheit ist einfach eine Nummer zu groß, um als richtig unterhaltsam bezeichnet werden zu können. Das abschließende »Gerichtsverfahren« und die Auflösung des Urteils gegen die Ducks setzt den Absonderlichkeiten dabei die Krone auf. Womöglich ist das hier wirklich mal ein Beispiel für einen Comic, für den wir trotz all unseren Faibles für Geschichten aus dem Hause Disney dann doch eine Spur zu alt sind. Immerhin steckte für jüngere Leser ein kleiner lehrreicher Aspekt darin, nämlich in dem Moment, in dem es um die Zusammensetzung von Farben bzw. die Zerlegung von Licht durch ein Prisma geht. Der Aspekt ist aber auch wirklich nur ein sehr kleiner. Uns gefiel das Ganze jedenfalls überhaupt nicht, so dass es am Ende eine Note Vier sowie jeweils zweimal die Noten Fünf und Sechs von unseren Mitarbeitern gab. Das bedeutete summa summarum eine - ganz und gar nicht abstrakte - Durchschnittsnote 5,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz