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  Die Entenanalyse: Alles auf Anfang
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Vor einigen Wochen haben wir hier die Comics des 520. Lustigen Taschenbuchs besprochen, das dem 85jährigen Jubiläum des ersten Auftauchens von Donald Duck gewidmet war. Leider war es ein recht durchwachsener Band - kein Totalausfall, aber eine Geschichte, die man unbedingt gelesen haben muss, befand sich nicht darin. Eine Übersicht unserer zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Am 18. Juni ist nun ein neuer Band erschienen, und es ist schon wieder eine Jubiläumsausgabe. Sie ist sogar dem gleichen Erpel gewidmet, denn nachdem er selbst »Geburtstag« hatte, hat nun Donald Ducks Alter Ego Phantomias seinen fünfzigsten Ehrentag.

Alles auf Anfang

Hierbei handelt es sich um den einzigen Comic dieses Lustigen Taschenbuchs, der nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Kein Wunder: Phantomias ist erst jetzt fünfzig Jahre alt geworden, also konnte der Geburtstagscomic nicht vorher veröffentlicht werden. Der dreißig Seiten lange Dreireiher stammt von Andreas Pihl, für die Zeichnungen war Andrea Freccero zuständig. Der dänische Originaltitel lautet »Tidens herre«, was »Herr der Zeit« bedeutet. Ein besserer Titel als der deutsche, denn hierzulande wird der Ausgang des Comics durch den Titel gespoilert (auch wenn man sich eh denken kann, dass es darauf hinausläuft).

Worum geht es?

Donalds Jubiläum war in einem Comic namens »Der etwas andere Geburtstag« zelebriert worden. Dieser Comic hier knüpft nun an das Ende der damaligen Geschichte an. Vier Tage sind verstrichen, nun befindet sich Donald inmitten einer Gewitternacht wieder im Phantomias-Kostüm auf Verbrecherjagd. Er hetzt Dr. Dark hinterher und stellt ihn auf dem »Ducklair Tower«. Der Fiesling hat aus Düsentriebs Labor eine Zeitspule gestohlen. Gerade als Phantomias den Verbrecher überrumpelt hat, schlägt ein Blitz in die Zeitspule ein und verfrachtet sowohl den Helden als auch den Gangster in der Zeit zurück.

Spoiler

Phantomias und Dr. Dark landen ausgerechnet in dem historischen Moment, in dem Donald Duck die Villa Rosa geerbt hat, es sich darin gemütlich macht und auf das geheime Tagebuch des originalen Phantomias stößt. Anders ausgedrückt: Sie sind ausgerechnet zur Geburtsstunde des Donald-Phantomias erschienen. Wieso sie ausgerechnet in der Villa Rosa landen, wird nicht erklärt. Dr. Dark erwacht etwas später als Phantomias aus dem Reisekoma, aber er sieht, wie sich Donald erstmals das Phantomias-Kostüm überstreift, so dass er fortan seine Geheimidentität kennt. Der Gegenwarts-Phantomias begibt sich einige Stunden später zu Daniel Düsentrieb, damit ihm dieser die Zeitspule repariert und er wieder ins Hier und Jetzt reisen kann. Im Labor angekommen, ist auch Dr. Dark schon da, und er offenbart ihm, dass er seine Identität kennt. Düsentrieb repariert die Spule, während Phantomias einen Replikator verwendet, um Pizzastückchen zu duplizieren und sich den Magen vollzuschlagen. Als die Spule wieder läuft, schnappt sich Dr. Dark sie, reist ohne Donald in die Zukunft und wird im Phantomias-Kostüm zu einem Superverbrecher ... nun, zumindest ist dies das erste Ende. In einem alternativen Ende hat Phantomias den Replikator genutzt, um die Zeitspule zu duplizieren, und sorgt dafür, dass Dr. Darks Aktionen gar nicht erst passieren. Mittels einer Vergall-Pille wird abschließend dafür gesorgt, dass Dr. Dark die wahre Identität des Entenhausener Rächers vergisst.

Die Einschätzung

Seltsam an dem Comic ist eigentlich nur die Tatsache, dass man ihm zwei alternative Enden gegeben hat. Klar, ein Gangster kann auch mal gewinnen, aber warum wurde es ausgerechnet hier auch als Alternative eingeflochten? Musste man unbedingt auf dreißig Seiten kommen? Ansonsten ist es ein ganz ordentlicher Zeitreise-Comic geworden, den sich Andreas Pihl da ausgedacht hat. Positiv war daran vor allem, dass Phantomias zu seinem Jubiläum eine »richtige« Phantomias-Story bekommen hat, also eine spannende Geschichte, in der es gegen einen ernstzunehmenden Gegner geht, und in der es brenzlig wird. Viel zu oft ist die Figur für belanglose Geschichten verschwendet worden, für die es nicht extra einen Superhelden-Charakter gebraucht hätte. Hier passt es. Die Idee, die Zeitspule zu replizieren, ist ein erfreulich kreativer Ausgang dieses Comics, und auch die Erklärungen, warum hinterher alles wieder so ist wie vorher, sind stimmig. Von daher: Ein Jubiläumscomic, der dem Geburtstag der Figur angemessen erscheint. Zwei unserer Mitarbeiter bewerteten ihn mit der Note Zwei, die anderen vergaben jeweils eine Drei, so dass unser Testleser-Quintett im Schnitt bei einer 2,6 landete.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz