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  Die Entenanalyse: Abgedampft
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Seit einigen Tagen liest ein Quintett an Mitarbeitern unserer Seite das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die Nummer 511 und den Titel »Gauner im Goldrausch« trägt und seit dem 11. September im Handel ist. Bisher ist es leider überhaupt nicht in Schwung gekommen, auch der Phantomias-Comic »Der Pechonator« war enttäuschend, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Weiter ging es mit dem Duck'schen Geheindienst, der hier im ersten Panel allerdings als - und das ist wohl ein Freud'scher Versprecher - als »Gemeindienst« bezeichnet wurde.

Abgedampft

Hierbei handelt es sich um einen Comic, der vor rund acht Jahren im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht wurde, genauer gesagt in der Ausgabe vom 16. November 2010. Der 28 Seiten lange Dreireiher wurde von Giorgio Figus geschrieben und anschließend von Valerio Held gezeichnet. Der Originaltitel lautete »Paolin le Paperac e la sferraglia sbuffante«, was wortgetreu »Paolin le Paperac und das schnaubende Rasseln« bedeuten würde, unter Einbeziehung der in der deutschen Geschichte verwendeten Namen jedoch eher »Donaldin le Duc und das Feuerross« hieße.

Worum geht es?

Donald und Dussel Duck werden von Dagobert nach einem Einsatz des Duck'schen Geheimdienstes zurück zu ihrem Auftraggeber gerufen, kommen aber (mal wieder) zu spät. Nachdem sie sich darüber aufregen, was während ihres Einsatzes alles schief gelaufen ist, obwohl sie nichts dafür konnten, stellt Dagobert sie damit ruhig, dass sie sich an ihren Vorgängern ein Beispiel nehmen sollten, die sich nie wegen kleiner Probleme beschwerten. Daraufhin erzählt er eine Geschichte von jenen Vorgängern, nämlich den Agenten der »Kämpfenden Organisation« im Frankreich zur Zeit des Sonnenkönigs und der drei Musketiere.

Spoiler

Donaldin le Duc (Donald) und Didier d'Andouille (Dussel) werden zur Zentrale der Kämpfenden Organisation gerufen und prallen auf ihrem Weg mit dem besten Fechtkünstler des Landes zusammen, der sie daraufhin zu einem Duell herausfordert. Sie entkommen und schaffen es zur Zentrale. Dort erfahren sie, dass Monsieur du Bricoleur (Daniel Düsentrieb) eine selbstfahrende Kutsche aus Metall erfunden hat, die Baupläne jedoch vom »Französischen Klau-Kommando« (den Panzerknackern) gestohlen wurden. Donaldin und Didier sollen den Gangstern auf die Schliche kommen. Zunächst stürmen die beiden Agenten die falschen Häuser (und prallen zwischenzeitlich nochmals mit dem Fechtmeister zusammen). Dann finden sie das Klau-Kommando und bewerben sich dort, um am Bau des »Feuerrosses« mitarbeiten zu können. Als es fertig ist, zünden sie eine Art Nebelgranate und stehlen das Gefährt. Sie brausen damit durch die Stadt und fahren es gegen eine Wand. Mit einem selbstfangenden Fischernetz machen sie die Gangster dingfest. Im Moment des Triumphes werden sie vom Fechtmeister gestellt, den sie jedoch mit einem selbstkämpfenden Schwert bezwingen können, dass Bricoloeur für sie konstruiert hatte.

Donald und Dussel halten das Ganze für eine nette Anekdote, sie unterstellen Dagobert jedoch, übertrieben zu haben, insbesondere was den Zaubersäbel angeht. Dagobert holt daraufhin die Waffe hervor, die im Archiv des Duck'schen Geheimdienstes lagerte. Dussel nimmt sie in die Hand und aktiviert sie, woraufhin sie ihm entgleitet und zahlreiche Banknoten aus Dagoberts Besitz zersäbelt. Die Geschichte endet damit, dass Dussel und Donald in einen tiefen Wald flüchten, um vor Dagobert in Sicherheit zu sein, der ihnen mit dem Zaubersäbel hinterherjagt, um sich für das demolierte Geld zu rächen.

Die Einschätzung

Schon der zweite Comic dieses Lustigen Taschenbuchs (Das Jahr des Lichts) bestand ja bereits daraus, dass innerhalb einer kurzen Rahmenstory die eigentliche(n) Geschichte(n) erzählt wurden. Hier wurde es genauso gehandhabt. Würde es sich um einen Roman handeln, würde es definitiv kritische Rezensionen hageln, da so etwas in einigen Kritikerkreisen als verpönt gilt. Dass der Duck'sche Geheimdienst an dieser Stelle überhaupt eingebaut wurde, hatte ausschließlich den »Mehrwert«, einen (schwachen) Schlussgag einbauen zu können. Nötig wäre es jedoch nicht gewesen. Ansonsten reiht sich das Ganze in die bisher ziemlich schwache Performance des 511. Lustigen Taschenbuchs ein. In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Abgedampft« zu den am schlechtesten bewerteten Comics überhaupt, und tatsächlich gibt es wenig Positives, was man darüber schreiben kann. Hier wurde nur eine Mischung aus schlechten Abkürzungsgags, nicht sonderlich gut funktionierender Slapstick und einem Schwung Nonsens-Ideen geboten. Normalerweise sind die Geheimdienst-Geschichten besser als die üblichen Dussel-Duck-Comics, weswegen es in der Regel von Vorteil ist, wenn Dussels traditioneller Part im Lustigen Taschenbuch in Form einer Geheimdienst-Story umgesetzt wird, hier ist es jedoch gegen die Wand gefahren worden. Zu Beginn des Jahres hatte es schon eine antike Version des Duck'schen Gehemdienstes gegeben, nämlich in der Geschichte Das Leichtigkeitselixier, die zwar nicht überragend war, aber sie war trotzdem viel besser als diese hier. Zwei unserer Mitarbeiter entschieden sich dieses Mal für die Schulnote Vier, während ihr die übrigen drei Helfer nichts besseres als eine Fünf zugestehen konnten. Damit stand schlussendlich die Note 4,6 zu Buche. Bleibt die Hoffnung, dass es fortan mal aufwärts geht, denn das 511. Lustige Taschenbuch könnte so langsam wirklich einen guten Comic gebrauchen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz