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  Buchvorstellung und Leseprobe: »Der Culver-Fluch« [WERBUNG!]
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verfasst von Autorin Marion Schreiner:

Hiermit möchte ich euch meinen neuen Sammelband vorstellen - Der Culver-Fluch. Er beinhaltet die Trilogie der Amazon-Bestseller »Pat in Wald«, »Das Culver-Haus«und »Unbeseelt«. Es handelt sich um die Geschichte der Familie Culver, die versteckt vor der Gesellschaft Inzest-Beziehungen auslebt, und beginnt mir dem Geschwisterpaar Pat und Rylan. Rylan versucht seine um sechs Jahre jüngere Schwester von diesen Beziehungen zu schützen und bringt sie in den Wald. Doch dort holt ihn unerwartet und brutal das Verlangen ein, vor dem er sich am meisten gefürchtet hat. Dieses Verlangen zieht sich durch Generationen und endet bei dem unbeseelten Sam.

Ich habe mich während des Schreibens der Trilogie gefragt, wie weit solche Beziehungen gehen können und sämtliche Varianten in meinen Geschichten in Betracht gezogen. Die Gefühle der Betroffenen, der Opfer und der späteren Täter. Welche Einflüsse lassen es brutal und kalt erscheinen und welche Hoffnung und Sehnsucht führt schließlich zum Entkommen. Gibt es überhaupt ein Entkommen?

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Leseprobe:


Das Gefängnis

Ich war elf, als ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Gefängnis saß. Ich weiß nicht, ob sich irgendjemand, der so etwas noch nie erlebt hat, das vorstellen kann. Ich meine, wie es sich anfühlt, mit Brettern zu-genagelt zu werden. Ich kenne Filme, in denen Menschen in Gefängnisse gesperrt und Türen verschlossen werden. Aber zusätzlich zugemauert? Das gab es für mich nur in Horrorfilmen. Undenkbar, dass mir so etwas je passieren könnte. Ich erinnere mich an den Schrei, der mir entfuhr und so unmenschlich klang! Er war meiner Seele entwichen, die verzweifelt diesen panischen Laut freiließ. Es war, als läge ich in einem Sarg und jemand ließ gerade Erde darauf niederfallen. Ich schrie, schrie und schrie! Je mehr ich schrie, desto lauter und schneller ertönte der Hammer! Es war, als zertrümmerte mein Vater gerade meinen Kopf damit …
     Irgendwann kehrte Ruhe ein. Er war fertig und ich lag in meinen eige-nen Exkrementen auf dem Boden. Der Schock und die Panik hatten die Funktionen meines Körpers lahmgelegt. Von diesem Tag an wusste ich nicht mehr, wann Tag und wann Nacht war. Es war nur noch dunkel. Ich lag viele Stunden traumatisiert am Boden und wimmerte.

Neue Briefe

Vater, kannst Du Dich erinnern, als Du mich in den Schuppen einge-schlossen und ihn zusätzlich zugenagelt hast? Du hattest jedes Loch und jeden Ritz, der mich noch irgendwie mit dem Leben verband, mit Bret-tern verschlossen. Gib mir wenigstens auf diese Frage eine Antwort. Ich werde dieses Bild im Kopf sonst nie mehr los!

Du suchst Hilfe bei mir? Ist es nicht so, dass ich Dich um Hilfe gebeten habe? Stattdessen schiebst Du mir immer mehr Schuld in die Schuhe, nur weil ich Dich bestrafen MUSSTE? Du warst auf dem Weg, ein großes Unglück über unsere Familie zu bringen. Ein Vater muss handeln, wenn seine Familie in Gefahr gerät. Wie hätte ich Dir beikommen können, wenn Du so große Zwietracht säst? Die Strafe hat Dir nicht geschadet, Sohn.

Es soll mir nicht geschadet haben? Vater! Weißt Du, wie ich in dem Schuppen gehaust habe? Ja, gehaust, denn anders konnte man es nicht nennen. Es war keine Strafe, nein, es war eine Folter, der Du mich ausge-setzt hast. Wenn der Geist und der Körper vom eigenen Vater in Dun-kelheit gehalten werden, dann nennt man das Folter. Sie durchströmt und zerstört Dein ganzes Inneres. Wolltest Du das? Wolltest Du mich als Menschen auflösen und zu einer Hülle werden lassen? Dann ist es Dir gelungen! Ich weiß nicht einmal, wie lange ich dort gehaust habe. Ich habe seit diesem Tag als Blinder meine Zeit abgesessen und Du hast mich fast zu Tode hungern und dürsten lassen. Wer hat Dir letztendlich das Gefühl von Erbarmen geschenkt, eine kleine Luke in das Holz zu sägen und Essen und Trinken dort durchzureichen? Wer? Mutter? Pat? Oder war es der letzte Funken Anstand, der Dich einen »guten Vater« sein lassen sollte? Wer weiß, vielleicht warst es nicht einmal Du! Niemand hat mit mir gesprochen. Die Luke wurde stets erst bei Dunkelheit geöffnet, sodass ich nicht einmal das Tageslicht sehen konnte. Ich betete, bettelte, jammerte und flehte Euch an, solange, bis meine Tränen stärker als meine Stimme waren. Meine Worte wurden zu einem Gejaule und mein Hass zu einer Waffe. Ich begann mit meinen Fingern das Holz aufzukratzen, um einen kleinen Funken Tageslicht zu erhaschen. In meine Haut bohrten sich Splitter, die sich von Blut und Eiter herausgewaschen in meine Kissen drückten, in denen ich vor Erschöpfung einschlief. Du hast mir nichts außer dem Bett und zwei Kissen und meinen Schreibtisch hineingestellt. Nichts! Ich schiss und pinkelte in die Ecken und erbrach das Essen gleich hinterher. Ein wildes Tier hätte es nicht schlimmer verdient! Ich frage mich heute, was Du während dieser Zeit mit Pat getrieben hast. Sie war so wehrlos! Sie muss mich vermisst haben. Oh, wie sehr habe ich gelitten, wenn ich an sie dachte! Was hast Du ihr erzählt, weshalb ich in diesem Schuppen bleiben musste? Hörte sie mein Gejaule? Ich muss wie ein Wolf geklungen haben, der in die Nacht hinausjault, weil er seine Gefährten vermisst. Irgendwie musste ich den Schmerz, der sich immer tiefer und unerträglicher in meinen Körper fraß, loswerden.
     Weißt Du, was mein größter Schmerz war? Dass ich Pat nicht helfen konnte. Sie war Dir ausgeliefert. Dir und Deinen Lenden, die nach Be-friedigung suchten. Hat sie Dich gut versorgt? Hast Du ihr alles beige-bracht, was ein Mädchen für einen Mann tun kann? Hast Du Dich an ihrem Anblick aufgegeilt, um Dich hernach mit Hochgenuss auf ihren Körper fallen zu lassen? Ich frage mich, was Mutter wohl gedacht hat. Ob sie Angst hatte, von Dir ebenfalls weggesperrt zu werden?

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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Marion Schreiner für die Einsendung dieser Buchvorstellung! Mehr zu Marion Schreiner gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Autorentags: Marion Schreiner
 
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