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Mysterium der Drachenreiter
Verfasser: Birgit Waßmann (1)
Verlag: Twentysix (263)
VÖ: 16. Januar 2023
Genre: Fantasy (16690)
Seiten: 402 (Taschenbuch-Version), 452 (Kindle-Version)
Themen: Bruderschaft (188), Drachen (1280), Orden (273), Studenten (1406), Verschwinden (2687)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats Januar 2023 nominieren
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Birgit Waßmann für die Einsendung dieser Leseprobe!
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Ankunft der Flugdrachen


Geistesabwesend schaute Alicia in den trüben Herbsthimmel mit seinem bleiernen Grau. Nur das Grünrot der Bäume und Sträucher vor dem Fenster unterbrach das triste Einerlei. Die Grasflächen waren von einem Meer an Herbstblättern übersät, die als lebhafte Farbtupfer alles mit einem weichen Teppich bedeckten.
     Ein lautes, schepperndes Geräusch riss die Studentin unsanft aus ihrer träumerischen Stimmung. Die Stille in dem Bibliothekssaal, in dem sie sich aufhielt, wurde jäh unterbrochen, weil sich die Rollläden vor den Fenstern wie von Geisterhand in Bewegung gesetzt hatten. Sie schlossen sich bei Sonneneinstrahlung, durch einen eingebauten Mechanismus in Gang gesetzt, automatisch. Doch heute fuhren die Rollläden entgegen der Norm herunter, trotz der trüben Witterung, die draußen herrschte.
     Der mangelnde Lichteinfall tauchte den Lesesaal in ein dämmriges Halbdunkel. Die Köpfe der zahlreichen Studenten an den Lesepulten fuhren hoch, teils irritiert, teils erwartungsvoll. Sie rechneten jeden Augenblick damit, dass sich die Beleuchtung über ihren Arbeitsplätzen selbständig einschaltete. Als dies nicht geschah, ging ein Raunen durch den Saal. Stühle wurden gerückt und Unruhe machte sich breit. Einzelne verließen kopfschüttelnd ihre Plätze. Sie versuchten, über ihre Handys Informationen abzurufen, doch die funktionierten offenbar nicht. Was war denn da los?
     Alicia, die ein Platz auf der Galerie des Lesesaals besetzt hatte, von wo aus sie den gesamten Raum überblicken konnte, verfolgte die Vorgänge mit wachsender Aufmerksamkeit. Die Bibliothek war in den letzten Wochen mehr und mehr zu einer zweiten Heimat für sie geworden, denn sie hielt sich gern dort auf. Ihr gefiel die ruhige Atmosphäre, die ihr ein ungestörtes Arbeiten ermöglichte. Die angrenzende Cafeteria versorgte sie mit allem Notwendigen.
     Mit seinen hohen Fenstern, dem massiven Mauerwerk und spitzen Türmen wirkte das jahrhundertealte Bibliotheksgebäude von außen sehr beeindruckend. Die Bibliothek beherbergte eine Abteilung für Grenzgebiete des Wissens, die etwas abseits des großen Lesesaals lag und zu der ein paar Treppenstufen hinaufführten. Die zahlreichen Bücherregale an den Wänden waren mindestens vier Meter hoch.
     Das dämmerige Zwielicht brachte Alicia in eine sonderbare Stimmung. Nur mit Mühe konnte sie die Buchstaben in dem aufgeschlagenen Buch vor ihr erkennen. An ernstzunehmendes Arbeiten war nicht mehr zu denken. Ein leises Geräusch hinter ihr nahm sie nur beiläufig wahr. Eine düstere Ahnung beschlich sie, die sie jedoch zunächst nicht wahrhaben wollte.
     Erst vor kurzem hatte die Studentin herausgefunden, dass sie Dinge sehen und spüren konnte, die anderen Leuten entgingen. Das war einer der Gründe, warum sie in letzter Zeit häufiger als sonst die Bibliotheksräume aufgesucht hatte. Sie wollte den Phänomenen, die noch neu für sie waren, auf den Grund zu gehen.
     Wenn sie eingehend die Bücher über Hellsehen, Spiritismus, Zweites Gesicht, Ufos oder außerweltliche Wesen durchstöberte, fühlte sie sich hin und wieder beobachtet. Irgendjemand schien sich dafür zu interessieren, was sie da trieb, blieb aber im Hintergrund. Sie wurde anscheinend beschattet, oder bildete sie sich das nur ein? Wurde sie langsam paranoid?
     Die Unruhe im Lesesaal hatte sich gelegt; es herrschte eine beinahe andächtige Stille im Raum. Die Atmosphäre wurde immer bedrückender und legte sich auf Alicias Gemüt. Von der Galerie aus beobachtete sie ungehindert den darunter liegenden Arbeitsbereich. Auf einmal übermannte sie der unbestimmte Eindruck, dass die Zeit sich verlangsamte. Die Bewegungen der anwesenden Kommilitonen wirkten seltsam abgehackt. Fast schien es so, als müssten sie über jede einzelne Geste nachdenken, bevor sie sie ausführten. Irgendetwas stimmte da gar und gar nicht.
     Der jungen Studentin wurde es zunehmend unbehaglich zumute. So etwas hatte es hier noch nicht gegeben, solange sie denken konnte. Die anwesenden Studenten warfen seltsame Schatten, die irgendwie in die Länge gezogen wirkten und umher waberten. Auch wenn die Person, zu der er gehörte, sich nicht bewegte, sah es so aus, als führe ihr Schatten ein Eigenleben. Verschiedene Schattenfiguren begegneten sich, ja sie schienen sich zu berühren und für kurze Zeit miteinander zu verschmelzen, bevor sie sich wieder trennten.
     Den Studenten schien das seltsame Gebaren ihrer schattenhaften Doppelgänger nicht aufzufallen. Abgehackte Wortfetzen waren zu hören, in denen immer wieder das Verlangen nach mehr Licht laut wurde. Alicia hatte Probleme, einen vollständigen Satz zu verstehen, da die einzelnen Silben unverhältnismäßig in die Länge gezogen waren.
     Die ungewöhnliche Situation fing an, die junge Studentin zu faszinieren. Das war nicht mehr die vertraute Wirklichkeit, die sie kannte. Dies schien eine andere Ebene der Realität zu sein und ihr war unklar, wie sie da hineingeraten war. In ihrem Kopf drehten sich die Gedanken wie ein Karussell. Hier war etwas nicht ganz geheuer. Von ihrem erhöhten Standpunkt aus registrierte sie, wie im oberen Teil des Saales, unter der Decke, Unruhe entstand. Es war, als würden die menschlichen Schatten Ausläufer bilden und weit in die Höhe reichen. Doch dann erkannte Alicia, dass die Schattenfiguren dort oben eine andere Gestalt hatten als die der anwesenden Menschen.
     Ein merkwürdiges Déjà-vu-Gefühl verursachte ihr eine Gänsehaut. Sie war von Natur aus neugierig und allem Neuen und Unbekannten gegenüber aufgeschlossen. Wo andere ängstlich zurückwichen, wenn sich auch nur der Hauch des Übernatürlichen zeigte und dazu neigten, einfach alles als blanken Unsinn abzutun, fühlte sich Alicia eher angezogen. ‚Wer schon alles weiß, kann nichts dazulernen’, war ihr Wahlspruch.
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