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WeWorld - Der Mondclub
Verfasser: Daniel Sand (2)
Verlag: Thariel (2)
VÖ: 27. Dezember 2022
Genre: Thriller (8198)
Seiten: 668
Themen: Brille (11), Geld (415), Manipulation (236)
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In der WeWorld entscheidet der Kontostand darüber, wie viel man von der Welt sehen kann. Wer dort lebt, trägt eine nicht abnehmbare Brille, die in niedrigen Tarifgruppen auch vor den Mond einen Zensurbalken legt. Als mehrere Kunden ihre Brillen manipulieren, um einmal den Mond zu sehen, kommen sie unerwartet hinter ein gefährliches Geheimnis der WeWorld. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als sich mit einem Gegner anzulegen, der ihren Blick auf die Welt manipulieren kann.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Daniel Sand für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Daniel Sand gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Liebe Laura, Entschuldige die Unterbrechung, aber was ist eine ComNation?“, fragte Lehrerin Breier und legte ihrer Schülerin dabei beruhigend die Hand auf die Schulter.
     „Ach so, stimmt, das habe ich ganz vergessen zu erklären. ComNation ist ein Kunstwort aus Company und Nation und ist die Art von Gesellschaft, die wir heute haben. Früher lebten die meisten Menschen in Diktaturen und heute eben in-“
     „In was lebten die Menschen früher?“, mischte sich Breier wieder ein, deren Haar streng zu einem Dutt verknotet war.
     „In Diktaturen.“
     „Durch was zeichneten sich Diktaturen aus?“
     „Wahlen, Gewaltenteilung, Minderheitenschutz und-“
     „Du hast da was verwechselt, mein Kind!“
     „Wie, verwechselt?“
     „Was du da aufzählst, gehörte zu Demokratien, nicht zu Diktaturen.“
     „Stimmt, das andere mit D. Ist aber auch nicht so wichtig, weil das alles nur eine Übergangsphase zu unserer Gesellschaftsform war, der ComNation.“
     Laura dachte einen Moment nach und fuhr dann fort: „ComNations sind Aktienunternehmen, die alle Aufgaben übernehmen, die früher ganz umständlich zwischen Staat und Privatwirtschaft aufgeteilt wurden. Deswegen gab es damals auch viel Gewalt in der Gesellschaft als heute.“
     Sie dachte kurz nach.
     „Ja, das war mein Referat.“

Breier lächelte ermutigend und wendete sich dann an die Mitschüler: „Gibt es Fragen?“
     An den Tischen blickten sechs Kameraaugen ausdruckslos zur Tafel. Silke meldete sich.
     „Kannst du was zu unseren Brillen sagen?“
     „Toll, Silke“, lobte Frau Breier, „eine sehr gute Frage!“
     „Wir haben die Brillen auf, weil sie die Welt ordnen“, fing Laura an und fuhr sich dabei über ihre eigene, „sie sind organisch mit der Haut verbunden, können jedoch innerhalb von dreißig Sekunden entfernt werden, ohne dass es Narben gibt. Dafür muss einer von der Kundenhotline eine Tablette schicken. Es gibt aber auch Spritzen dafür, die er schicken könnte.“
     „Das ist spannend, Laura. Möchtest du noch mehr über die Aufgabe der Brille sagen?“, wollte Breier wissen.
     Laura dachte kurz nach: „Die Brille filtert die Welt. Es gibt drei mögliche Tarifstufen, die wir Mitglieder abschließen können. Basic, Medium und Premium und nur in der höchsten davon sieht man alles um sich herum. Im Medium, zu dem auch in unserer Klasse die meisten gehören, sind einige Objekte zensiert. Zum Beispiel alle Sehenswürdigkeiten der Klasse 1*.“
     „Was gehört zu 1*?“, warf die Lehrerin ein.
     „Wir könnten jetzt zum Beispiel nicht die Pyramiden sehen, die sind 1*. Und wir könnten vor allem den Mond nicht sehen. Dafür müsste man schon in den Premium-Tarif wechseln. Aber der ist richtig teuer, ich kenne niemanden, der ihn hat. Im Premium- und Mediumtarif sieht man alles in Farbe, nur im Basistarif ist alles grau.“
     „Und ist das gerecht mit den Filtern?“, wollte Breier wissen.
     „Ich bin ja im Mediumtarif und sehe darum keine Farben. Das ist schade, aber auch im Mediumtarif sehen wir alles, was für das Leben wichtig ist. Außerdem ist die WeWorld ein sicherer Ort und alle Menschen werden hier auf dem gleichen hohen Niveau medizinisch betreut. Im Zeitalter vor den ComNations war das alles nicht selbstverständlich.“
     „Richtig“, lobt Breier, „meine Großmutter kannte noch Leute aus dem Staaten-Zeitalter, die an Krebs gestorben sind!“
     „Echt, an Krebs?“
     „Ja, früher sind da Millionen dran gestorben, damals gab es noch keine Tabletten dagegen.“
     „Wie verrückt.“
     „Ja, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Noch eine letzte Frage: Was ist, wenn jemand nicht mehr Mitglied der WeWorld sein will?“
     „Dann kündigt man zum Monatsende sein Abo und kann sich einer anderen ComNation anschließen.“
     Breier nickte: „Ja, liebe Laura, dann hab vielen Dank, das war ein interessanter Einblick in die Geschichte der WeWorld. Gibt es Feedback von der Klasse?“

Während sie zu ihrem Platz lief, meldete sich einer der Schüler über den Computer.
     „Ich habe durch das Referat viel gelernt!“
     „Vielen Dank für deine Eindrücke, Ben“, antwortete Breier.
     „Ich fand es erhellend“, erklärte Silke.
     „Das sind positive Reaktionen, Laura, und zwar sehr verdient. Du warst gut vorbereitet und hast alles erklären können. Da gebe ich dir 96 Prozent für“, entschied Breier und Laura lächelte stolz. Die Lehrerin fuhr fort: „Ergänzend zu diesem Referat will ich euch darauf hinweisen, dass der renommierte Sachbuchautor Karl-Heinz Jansen gerade ein neues Buch zur Entwicklung der Menschheit von der Antike bis zur ComNation veröffentlicht hat. Er stellt es demnächst in der Thorgarten-Show vor. Wer sich dafür interessiert, sollte da einschalten!“
     „Danke! Das werde ich bestimmt ansehen“, freute sich Laura.
     „Damit ist der Unterricht für heute vorbei. Habt noch einen schönen Tag, von wo auch immer ihr gerade zuschaut. Der Stream wird in zehn Sekunden abgebrochen.“

Laura verließ das Gebäude und lief die Straße entlang, bevor sie an einer Kreuzung stehenblieb, an der Autos und SkyCars beinahe lautlos entlangfuhren und schwebten. Sie schaute einigen Wolken nach, die langsam über den blauen Himmel zogen. Zumindest nahm Laura an, dass der Himmel in Wirklichkeit blau war, obwohl er für sie grau aussah. Ihre ganze Welt war grau. Ihre Eltern konnten sich den Mediumtarif nicht leisten und den Premiumtarif schon gar nicht. Aber natürlich wusste sie, dass die richtige Himmelsfarbe blau war. Basistarif hieß ja nicht, dass man ungebildet war. Das eine hatte nichts mit dem anderen zu tun und außerdem – „Hab ich dich!“
     Laura schrie vor Schreck auf, als sie jemand an ihren roten Haaren packte.
     „Spinnst du?“, schimpfte sie, nachdem sie herumwirbelte und sah, wer da vor ihr stand.
     „War doch nur ein Witz“, entschuldigte sich Ben lachend. Seine braunen Haare quollen unter der blauen Mütze hervor wie Federn aus einem geplatzten Kissen. In seinem Gesicht gab es zwar noch einige Pickel, aber die schlimmste Pubertäts-Akne lag hinter ihm.
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