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Verbotene Versprechen - Ich darf dich nicht lieben
Verfasser: Charlotte H. Schwarz (1) und Valeska Réon (5)
Verlag: Pinguletta (17)
VÖ: 30. Dezember 2022
Genre: Historischer Roman (6481) und Romantische Literatur (30295)
Seiten: 308 (Taschenbuch-Version), 325 (Kindle-Version)
Themen: Adel (568), Beziehungen (2802), Bretagne (91), Frankreich (963), Herzöge (222), Könige (1471), Orden (273), Ritter (381)
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Anne de Bretagne, Herzogin der Bretagne und Königin von Frankreich, hat bereits zwei Ehen hinter sich und alle ihre Kinder sind tot, als sie ihren Seelenpartner Jean de Thyberon kennenlernt, einen Ritter des Michaelsordens, mit dem sie einige wunderschöne Monate verbringt, bevor sie gezwungen ist, König Ludwig XII. zu heiraten.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Valeska Réon gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram. Mehr zu Charlotte H. Schwarz findet ihr bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Am Morgen nach der Kapitulation erschien er, blass wie noch nie, bei Tisch und ich nahm seine Hand in meine. Sie fühlte sich eiskalt an, und ich sagte mit möglichst fester Stimme: »Liebster Vater, du kannst dich immer auf mich verlassen. Und wenn es auch diesmal nicht von Erfolg gekrönt war, wir werden unsere Knie niemals vor den Franzosen beugen!«
     Papa setzte ein Lächeln auf, und obgleich es seine Augen nicht erreichte, merkte ich doch, dass er mich von Herzen liebte und stolz auf mich war. »Du hast recht, liebste Anne«, meinte er, »aber wir können noch nicht über die Unabhängigkeit der Bretagne sprechen, bevor wir wissen, welche Bedingungen daran geknüpft sind. Und ich befürchte, Frankeich unter Anne de Beaujeu wird uns gegenüber nicht sehr großzügig sein.«
     Leider sollte er recht behalten, denn die gnadenlose Schwester von König Karl verlangte, dass mein Vater auf den Thron verzichtet, ich einen französischen Baron heiraten sollte und die Bretagne Teil des Königreichs Frankreich würde.
     Zu unserem großen Erstaunen trat nun das erste Mal Karl auf den Plan und forderte sein Vorrecht ein. Auch wenn seine Schwester bislang das Sagen hatte, so war er doch der König von Frankreich. Nun war er volljährig und der Meinung, dass ihre Sanktionen denen eines Alexander des Großen oder Julius Cäsar glichen, heidnischen Heerführern, deren Gebaren nichts mit christlichen Werten zu tun hatten. Ich war mir sicher, dass diese Worte nicht von ihm selber stammten, doch Papa und ich waren froh, dass jemand – wer auch immer – diesen Gegenvorschlag in seinem Namen ausgearbeitet hatte.
     Und so wurde am 20. August 1488 der Vertrag von Verger zwischen König Karl VIII. und meinem Vater aufgesetzt, was ihm zwar seine Würde und seinen Titel bewahrte, es jedoch schwierig machte, jemals wieder die Waffen gegen Frankreich zu erheben. Alle fremden Truppen, die uns unterstützt hatten, mussten fortgeschickt werden und wir durften sie nie wieder um Hilfe gegen Frankreich anrufen. Ferner musste Papa sich damit einverstanden erklären, zuerst den Segen des französischen Königs einzuholen, wenn ich oder meine Schwester Isabeau heiraten würden. Zur Einhaltung all dieser Punkte musste Papa die Siegel von Stadt, Land und Kirche verpfänden. Bei Zuwiderhandlung würde eine Strafe von 200 000 Écu gegen die großen Städte erhoben. Im Gegenzug würde Frankreich seine Truppen aus der Bretagne abziehen, mit Ausnahme von St. Malo, Dinan, Fougères und Saint-Alban, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem es Karl sicher erschien, sich zurückzuziehen.
     Sollte ich indes ohne die Einwilligung von Frankreich heiraten, würden diese vier Städte zum französischen Territorium erklärt. Obendrein musste mein Vater König Karl huldigen und dem Parlament in Paris gehorchen. Diese Bedingungen waren zwar nur ein bisschen besser als die, welche Anne de Beaujeu durchgesetzt hätte, aber was konnten wir anderes tun als dem zuzustimmen?
     Das alles war zu viel für meinen armen Papa und ich musste hilflos dabei zusehen, wie seine Gesundheit von Tag zu Tag mehr schwand.
     Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte, ich wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Wie oft lag ich weinend in meiner Bettstatt und fragte mich, ob mein Dasein von nun an immer so turbulent verlaufen würde. Müsste ich mir immer Sorgen um mein Herzogtum machen und würde mich dabei irgendwann einmal selber verlieren? In vielen schlaflosen Nächten dachte ich über mein Leben nach, dessen Imperativ mir auf der Seele lastete: Du musst dafür sorgen, dass die Bretagne selbstständig bleibt!
     Da Papa keine Diskussionen bezüglich seiner Nachfolge wollte, lud er seine wichtigsten Adeligen zu sich an den Hof nach Nantes. Da saß ich nun neben ihm. Wir hatten ihn so gut es ging mit Kissen gestützt, und ich hoffte, dass er diese Audienz durchstehen würde. Die einflussreichsten seiner Untertanen schworen mir ihre Treue, und Papa richtete einen Beraterstab ein, der mich in Staatsgeschäften unterstützen sollte: Marschall de Rieux, Madame de Dinan und ihr Halbbruder Alain d’Albret sowie Philippe de Montauban.
     Letzterem vertraute Papa blind, und er war ein enger Freund der Familie geworden. Er war größer als jeder andere, den ich kannte, und hatte eine beeindruckend tiefe Stimme, in der jedoch sehr viel Güte und Herzenswärme lag. Vor allem aber war er sehr weise und dachte immer einen Schritt weiter als andere. Obwohl er die Titel Baron von Grenonville und Viscomte du Bois-de-la-Roche trug, benahm sich herrlich ›unadelig‹ und bodenständig, was meinem Vater so gefiel, dass er ihn zu seinem Berater und Kammerherrn machte und während des Kriegs mit den Franzosen zum Generalleutnant von Rennes. Am 23. September 1487 berief Papa ihn zum Kanzler der Bretagne.

Wenige Tage später brach die Pest in Nantes aus, und Papa, Isabeau und ich zogen mit Philippe sowie einigen Bediensteten ins nahegelegene Schloss Coiron um. Der Schwarze Tod beherrschte das Land bereits seit 1348 und machte keinen Unterschied, welchem Stand man angehörte. Binnen weniger Stunden starben seine Opfer, und so waren wir dankbar, je nach Lage der Dinge in eines unserer anderen Schlösser umziehen zu können.
     Vor unserem Zuhause in Nantes drehte Papa sich an diesem Tag noch einmal um und flüsterte nur für mich hörbar: »Ich denke, ich werde es nicht mehr wiedersehen.«
     In Coiron angekommen, legte er sich sofort ins Bett. »Ich habe alles versucht und bin gescheitert«, so seine letzten Worte, die er unter Tränen an mich richtete. Kurz darauf, am 9. September 1488, schloss er seine Augen für immer. Damals lernte ich, dass man an einem gebrochenen Herzen sterben konnte. Der Tag war grau, die Farbe der Bretagne zu dieser Zeit.
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