Diese Website nutzt Cookies. Sie können entweder alle   oder individuelle Eistellungen treffen. Nähere Infos finden Sie hier
48.461 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Mathias Singer«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
Verbotene Versprechen - Ich darf dich nicht lieben
Verfasser: Charlotte H. Schwarz (1) und Valeska Réon (5)
Verlag: Pinguletta (17)
VÖ: 30. Dezember 2022
Genre: Historischer Roman (6481) und Romantische Literatur (30295)
Seiten: 308 (Taschenbuch-Version), 325 (Kindle-Version)
Themen: Adel (568), Beziehungen (2802), Bretagne (91), Frankreich (963), Herzöge (222), Könige (1471), Orden (273), Ritter (381)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Anne de Bretagne, Herzogin der Bretagne und Königin von Frankreich, hat bereits zwei Ehen hinter sich und alle ihre Kinder sind tot, als sie ihren Seelenpartner Jean de Thyberon kennenlernt, einen Ritter des Michaelsordens, mit dem sie einige wunderschöne Monate verbringt, bevor sie gezwungen ist, König Ludwig XII. zu heiraten.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Valeska Réon gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram. Mehr zu Charlotte H. Schwarz findet ihr bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Sie unterrichtete mich nicht nur in Latein, Griechisch, Französisch, Bretonisch und Hebräisch, sondern vor allem in etwas, das mir später sehr zugute kommen sollte und für das ich heimlich ein Wort kreiert hatte: ›Lebenskunde‹. Und so sprachen wir auch über all diejenigen, mit denen ich im Kindesalter bereits verlobt gewesen war. »Aus politischen Gründen und alles nur zum Wohle der Bretagne«, wie sie stets betonte. Sie dachte, ich wäre damals noch zu klein gewesen, um mich daran zu erinnern, aber Papa hatte mir diese traurige Geschichte erzählt, denn da meine Mutter Margarete oftmals krank im Bett lag, war ich schon in jungen Jahren seine Vertraute geworden, und schon recht früh wurde mir klar: ebenso seine ›Ersatz-Herzogin‹.
     Da mein Vater Franz, oder besser gesagt die Bretagne als selbstständiges Herzogtum Verbündete gegen Frankreich brauchte, das unser Herrschaftsgebiet vereinnahmen wollte, wandte er sich an das englische Königshaus. Doch direkt meine erste ›Verlobung‹ stand unter keinem guten Stern und sollte ein unglückliches Ende finden.
     Man schrieb das Jahr 1480. Ich war noch nicht einmal vier Jahre alt, als mein Vater mich dem Prinzen von Wales, Edward V., versprach. Er war zehn Jahre alt und sollte nach seinem Vater, Edward IV., den Thron von England besteigen. 1483 starb Edward IV. jedoch, entweder an einer Entzündung in der Brust oder an Bauchfieber, Papa wusste es nicht mit Bestimmtheit zu sagen, aber es gelang ihm noch, seinen jüngeren Bruder Richard III. zum Vormund seines Sohnes zu ernennen, verknüpft mit der Bitte, bis zu dessen Volljährigkeit England zu regieren.
     »Elizabeth Woodville, die Königinwitwe indes«, fuhr Françoise mit der Geschichte fort, die ich bereits kannte, was ich ihr allerdings nicht offenbarte, »widersetzte sich dem letzten Willen ihres verstorbenen Gatten, da ihrem Schwager Richard dadurch Tor und Tür für Ränkespiele jeglicher Couleur geöffnet waren. Sie bemächtigte sich des Staatsschatzes und der Throninsignien und verfügte durch ihren Bruder selber über den Thronfolger. Eine wirklich starke und weitsichtige Frau«, resümierte Françoise. »Doch, meine verehrte Prinzessin, merkt Euch eines, Frauen haben es schwer in dieser Welt, wie die Geschehnisse in England wieder einmal zeigen. Und so erfolgte der nächste Schlag Richards. Mithilfe des Bischofs von Bath und Wells ließ er verkünden, dass Elizabeths Kinder mit Edward illegitim seien, da Edward bei seiner Hochzeit noch mit Eleonore Butler verlobt gewesen war. Somit hatte Edward, also dein Verlobter, keinen Anspruch mehr auf den Thron, da uneheliche Kinder nicht von ihren Vätern erben können. Demzufolge war nunmehr sein Onkel Richard der rechtmäßige Thronfolger. Indes …«, sie holte tief Luft und blickte aus dem Fenster, um dann mit tieftrauriger Stimme fortzufahren, »… Richard war dies noch nicht genug der Maßnahmen zur Sicherung der eigenen Herrschaftsansprüche, und so ließ er Edward und seinen jüngeren Bruder in den Tower von London sperren, und die Jungen verschwanden spurlos.«
     Françoise verstummte, doch ihrem erschütterten Blick konnte ich entnehmen, dass auch sie wusste: ›spurlos‹ stand hier für ›ermordet‹.
     »Nun aber genug von dieser dunklen Mähr«, unterbrach sie meine trüben Gedanken, »wenden wir uns wieder dem Lateinischen zu …«

Nach dem Tod von Edward hatte mein Vater wirklich alles unternommen, um den richtigen Mann für mich zu finden, mit dem an meiner Seite die Selbstständigkeit der Bretagne gewährleistet wäre. Obwohl ich erst sechs Jahre alt war, wollte Papa mich daher unbedingt verloben, denn die Zeit lief ihm davon. Er hatte immer noch keinen legitimen Sohn, dem er den Thron überlassen konnte. Mein Halbbruder François, der vierzehn Jahre älter war als ich und aus der Liaison mit Antoinette de Maignelais hervorgegangen war, lebte zwar bei uns im Schloss und wurde später sogar mein Waffenherold, trotzdem konnte er als unehelich geborenes Kind nicht Herzog werden.
     Obendrein führte Vater Krieg gegen den französischen König Ludwig XI., den wir hinter vorgehaltener Hand ›Spinnenkönig‹ nannten aufgrund der Intrigennetze, die er in mehreren Ländern gesponnen hatte. Nach seinem Tod 1483 wurde dessen Tochter Anne de Beaujeu Papas liebstes Hassobjekt. Stellvertretend für ihren damals noch minderjährigen Bruder Karl VIII. hatte sie die Regierungsgeschäfte übernommen, was sicherlich besser für Frankreich war, denn Karl eilte der Ruf voraus … nun, drücken wir es nett aus, von Mutter
     Natur nicht mit besonders viel Intelligenz gesegnet worden zu sein. Die Thronfolge in Frankreich sah jedoch vor, dass nur ein männlicher Nachfolger den Thron besteigen konnte.
     Was das betraf, war Papa vorausschauend, und so gelang es ihm im Jahr 1486, die Zustimmung seiner Adligen dafür zu erhalten, dass ich als seine erstgeborene Tochter den Thron erben würde, falls er ohne einen Sohn als Erben sterben sollte.
     So weit, so gut, doch somit war es noch wichtiger geworden, den richtigen Partner für mich zu finden. Françoise hatte mir die Geschichten von Tristan und Isolde erzählt, von Pelléas und Mélisande sowie Aucassin und Nicolette – alle endeten traurig, wobei zumindest die beiden Letzteren glücklich bis an ihr Lebensende waren. Sollte mir solch ein Glück auch beschieden sein oder würde das Wohl und Wehe der Bretagne stets über meinem eigenen stehen? Schon in sehr jungen Jahren beschäftigten mich solch ernste Gedanken.

Dann schlug das Schicksal direkt zweimal grausam zu. Am 15. Mai 1486, kurz zuvor war ich neun geworden, schloss meine geliebte Mutter Margarete für immer ihre Augen. Wenig später starb mein Halbbruder Antoine, den ich sehr gemocht hatte. Er war älter als ich und somit keiner meiner Spielkameraden, doch immer, wenn wir uns begegneten, sah ich viel von meinem Vater in ihm, aber auch von mir, denn er hatte exakt die gleichen rotblonden Haare und einen Hauch honigfarbener Sommersprossen wie ich.
     Nach diesem doppelten Verlust weinte ich tagelang, Isabeau war gar nicht mehr ansprechbar und aß kaum noch etwas. Da sie ohnehin sehr kränklich war, entschied Papa, dass wir für eine Weile ins Kloster Notre-Dame-du-Mont-Carmel gehen sollten, wo Françoise d’Amboise Priorin war, eine Tante von Papa und Witwe von Peter II., dem VorVorgänger meines Vaters als Herzog der Bretagne. Eine Begegnung mit Jean Soret, dem Generalprior der Karmeliter, hatte sie überzeugt, diesem Orden beizutreten, die Krux war allerdings: Damals gab es noch keine Karmeliter-Klöster für Frauen. Doch schon immer entscheidungsfreudig wusste sie, was zu tun war, und hier kam mein Vater ins Spiel. Von Papst Pius II. erhielt sie durch eine Bulle vom 16. Februar 1460 und dann von Papa durch einen Akt vom 19. Juni 1462 die Erlaubnis zur Gründung einer Gemeinde in Vannes und schließlich die erforderliche Landbasis, indem ihr ein Grundstück in der Nähe des Karmeliterklosters von Le Bondon in Vannes zugewiesen wurde. 1463 gründete sie in Vannes die erste französische Niederlassung des Ordens Notre-Dame-du-Mont-Carmel. Großtante Françoise trat im März 1468 selber in das Kloster ein, 1475 wurde sie Priorin.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2023)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Cookies