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Verbotene Versprechen - Ich darf dich nicht lieben
Verfasser: Charlotte H. Schwarz (1) und Valeska Réon (5)
Verlag: Pinguletta (17)
VÖ: 30. Dezember 2022
Genre: Historischer Roman (6481) und Romantische Literatur (30295)
Seiten: 308 (Taschenbuch-Version), 325 (Kindle-Version)
Themen: Adel (568), Beziehungen (2802), Bretagne (91), Frankreich (963), Herzöge (222), Könige (1471), Orden (273), Ritter (381)
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Anne de Bretagne, Herzogin der Bretagne und Königin von Frankreich, hat bereits zwei Ehen hinter sich und alle ihre Kinder sind tot, als sie ihren Seelenpartner Jean de Thyberon kennenlernt, einen Ritter des Michaelsordens, mit dem sie einige wunderschöne Monate verbringt, bevor sie gezwungen ist, König Ludwig XII. zu heiraten.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Valeska Réon gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram. Mehr zu Charlotte H. Schwarz findet ihr bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Der Trauerzug hielt in allen wichtigen Städten entlang der Route an, um dort Gottesdienste abzuhalten. Menschenmassen knieten auf der Straße nieder und beteten. Die Anteilnahme von Annes Untertanen war unbeschreiblich, und jeder, der Zeuge dieser Trauerbekundungen wurde, zeigte sich zutiefst ergriffen.
     Am Montag, dem 14. Februar, ruhte ihr Leichnam in der Abtei von Nôtre-Dame-des-Champs vor den Toren von Paris. Am Dienstag ging die Prozession in die Kathedrale von Saint-Denis nördlich von Paris, die Einwohner hatten Fackeln vor ihren Häusern aufgestellt und die Straßen der Stadt waren mit Schwarz und Violett verhängt.
     Die Farben hätten Anne gefallen, ging es ihm durch den Sinn. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes, König Karl VIII., hatte sie Schwarz getragen – im Gegensatz zu den bisherigen Königin-Witwen, die sich zum Zeichen der Trauer stets in vollkommenes Weiß gekleidet hatten. Seinerzeit eine mutige Entscheidung, aber sie hatte immer schon ihren eigenen Kopf gehabt. Bei Violett musste er an den Flieder im Schlossgarten von Blois denken, den Anne so geliebt hatte. Ja, diese SchwarzViolett-Kombination hätte ihren Geschmack getroffen.
     Die Trauergesellschaft wurde durch die religiösen Orden – Karmeliter, Augustiner und Bettelmönche –, den Probst von Paris, die Mönche von Notre Dame und die Herren des Pariser Parlaments ergänzt. Er selber nahm als Vertreter des Michaelsordens teil.
     Jeder Platz und jede Straße auf dem Weg nach Saint-Denis wurden bewacht, um eine Überfüllung zu verhindern. Der Sarg wurde von Offizieren ihres Hauses in die Kathedrale gebracht, wobei die vier Ecken des Sarges von den vier Parlamentspräsidenten gehalten wurden.
     Die Vorhalle und das Innere der Kathedrale waren mit schwarzem Tuch verhängt, das mit dem Wappen der Königin bestickt war.
     Schwarzer Samt und weiße Seide schmückte alle Altäre, darauf brannten dreitausendachthundert Kerzen. Im Inneren des Chors war eine kleine Kapelle errichtet worden, dort wurde der Sarg, illuminiert von zwölfhundert Kerzen, abgestellt. Es war schön, es war ergreifend – es war gespenstisch.
     Am Mittwoch, dem 16. Februar, wurde die feierliche Messe zur eigentlichen Beisetzung abgehalten. Annes Waffenherold, Pierre Choque, rief: »Die Königin und christliche Herzogin, unsere souveräne Dame und Herrin ist tot. Die Königin ist tot, die Königin ist tot.«. Die Offiziere von Annes Haushalt brachen daraufhin ihre Amtsstäbe und warfen sie auf den Sarg.
     Er stand in der hintersten Reihe und war immer noch zutiefst ergriffen. Wenngleich er wusste, dass das Volk sie verehrt und geliebt hatte, diese Anteilnahme ging ihm sehr zu Herzen. Verehrt und geliebt – das hatte er sie auch. Mehr als das: Er war ihr bester Freund gewesen, der Mann, der sie liebte. Sie war seine Vertraute und die Frau, die ihm mehr bedeutet hatte als jeder Mensch zuvor. Während der zweiwöchigen Trauerprozession war ihm das so bewusst geworden, dass es ihn körperlich schmerzte.
     Einige Reihen vor ihm saß Philippe de Montauban, Königin Annes Kanzler und Berater, und als dieser sich einmal kurz umdrehte, nickten die Männer sich zu. Philippe war der Einzige, der ihr Geheimnis kannte, doch es stets bewahrt hatte.
     »Anne de Bretagne, unsere ergebene Königin …«, setzte Kardinal de Mans zu seiner Trauerrede an.
     Er starrte dem Sarg hinterher, als dieser nach der Absolution in ein Gewölbe vor dem Hochaltar herabgelassen wurde. In seinen Augen schimmerten Tränen, doch er nahm sich zusammen, um kein Aufsehen zu erregen. Demütig beugte er seinen Kopf und seine Gedanken wanderten sechzehn Jahre zurück, zu dem Tag, an dem er Anne das erste Mal begegnet war …
     Ergeben … Die Worte des Kardinals hallten in seinem Kopf nach. Doch wem war sie ergeben?, fragte er sich. Der Bretagne, weil sie als Bretonin geboren wurde? Ihrem Vater, weil sie ihm versprochen hatte, sein Herzogtum niemals zu unterwerfen? Ihrem Mann – aber welchem? Maximilian I., Karl VIII. oder Ludwig XII.?
     In Wahrheit war sie nur einem ergeben gewesen – doch dieses Geheimnis nahm sie für immer und ewig mit in ihr Grab. Ihr Herz sollte gemäß ihrem Willen in Nantes begraben werden, zu Lebzeiten indes hatte ihr Herz jemand anderem gehört.

Und auch seine Lippen würden bis zu seinem Tod versiegelt bleiben …


»Nicht die Umstände der eigenen Geburt sind relevant. Das, was wir aus dem Geschenk des Lebens machen, bestimmt darüber, wer wir sind.«



KAPITEL EINS
Cathédrale Saint-Pierre de Rennes
19. Dezember 1490


Anne, fang mich doch, aber du kriegst mich nicht, weil ich schneller bin als du!«
     Wie aus weiter Ferne erklang die Stimme meiner Schwester Isabeau in ihrem sanften Singsang, gefolgt von einem glockenhellen Lachen, das so typisch war für sie. Doch sie hatte recht, mein linkes Bein war kürzer als das andere und ich hinkte leicht, weshalb ich stets die Letzte im Ziel war. Mit der Zeit hatte ich jedoch gelernt, diesen Mangel von Mutter Natur auszugleichen, wobei meine Schuhmacher den linken Absatz immer ein wenig höher machten, sodass es kaum noch auffiel.
     Aber ich war heute nicht hier, um mit Isabeau zu spielen. Das wäre auch unmöglich gewesen, da sie vor vier Monaten, mit gerade einmal neun Jahren, an einer Lungenentzündung gestorben war. An einem sonnigen Tag im August war sie für immer aus meinem Leben verschwunden. Nun starrte ich auf ihr Grab und erschauderte, niemals würde ich sie wiedersehen.
     Doch ich schweife ab, denn dies war nicht der eigentliche Anlass meines Besuches in der Kathedrale an diesem Tag. Nein, heute sollte ich den römisch-deutschen König Maximilian I. heiraten. War es ein Zufall oder eine makabre Narretei des Schicksals, dass die Zeremonie ausgerechnet hier, gegenüber der letzten Ruhestätte meiner Schwester, stattfinden sollte?
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