Diese Website nutzt Cookies. Sie k๖nnen entweder alle   oder individuelle Eistellungen treffen. Nähere Infos finden Sie hier
48.502 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »aliya62«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
Als Rangerin im Politik-Dschungel
Verfasser: Maria Henk (1)
Verlag: Kopfreisen (1)
VÖ: 4. Dezember 2022
Genre: Biografie (2066)
Seiten: 190
Themen: Afrika (260), Politik (580), Wildnis (268)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,00 (100%)
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 2 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Maria, Mitte dreißig, beschließt nach Jahren als Pressereferentin in der Politik, eine Auszeit zu nehmen, und macht eine Rangerausbildung in Botswana. Echte Wildnis statt Politik-Dschungel. Elefantentrompeten statt Politikerreden. Doch schnell erkennt sie: Politik-Dschungel und afrikanische Wildnis haben mehr gemeinsam, als sie je geahnt hätte …
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim Kopfreisen Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Maria Henk gibt es bei Twitter und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Bevor es losgeht


Dieses Buch ist der Versuch, Parallelen zu ziehen, wo es auf den ersten Blick keine gibt. Es soll einen unterhaltsamen Einblick in zwei grundverschiedene Welten geben. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich ist die ein oder andere Situation überspitzt, der ein oder andere Sachverhalt vereinfacht und abgewandelt dargestellt. Doch geht es vor allem darum, Beobachtungen und Gedanken, basierend auf meinen Erfahrungen während der Rangerausbildung in Botswana und dem Politikalltag als Pressereferentin in Berlin, zusammenzubringen und zu vergleichen.
     Die Rangerschule besuchte ich im Frühjahr 2018, die Anekdoten aus der Politik stammen aus den vergangenen zwanzig Jahren. Ich selbst habe von 2013 an für mehr als acht Jahre als Pressereferentin für die Grünen gearbeitet, erst in der Bundestagsfraktion, später in der Parteizentrale. Doch hat dieses Buch den Anspruch, weit über den grünen Tellerrand hinauszublicken.
     Die Orte, die ich beschreibe, sind real. Die Erlebnisse, die ich skizziere, sind echt, oft aber stark eingedampft und zusammengefasst. Die Personen, die meine Geschichte prägen, habe ich wirklich getroffen. Zum Schutz ihrer Privatsphäre habe ich ihre Namen geändert. Die Parallelen, die ich ziehe, sind in meinem Kopf entstanden, zum Teil auch erst nach meiner Rückkehr und mit etwas Abstand. Geschrieben habe ich das Buch in mehreren Etappen, finalisiert habe ich es schließlich erst mehrere Jahre nach meiner Reise, mit ausreichend Muße und Zeit.
     Dieses Buch erhebt keinerlei Anspruch auf fachliche Vollständigkeit. Eine wissenschaftliche Adelung in Form eines Doktortitels würde es sicherlich nicht bekommen, aber vielleicht ein Lächeln des Lesers. Es ist nicht weniger als eine Einladung, sich auf ein ungewöhnliches Experiment einzulassen und gemeinsam auf die Reise zu gehen …


Vom Aufbruch ins Abenteuer


»O nein, nicht schon wieder!« Es ist ein Mittwochabend im Herbst. Ich sitze mit einer Freundin in einem gemütlichen japanischen Restaurant in Berlin-Mitte. Zwischen uns steht eine große Sushiplatte für zwei Personen und eine Flasche Riesling. Auf diesen Abend habe ich mich schon lange gefreut. Endlich mal wieder stundenlang quatschen, über das Leben, den Job, die Männer. Bisher lief alles wie geplant, das Ambiente ist einladend herzlich, Wein und Sushi sehen verdammt lecker aus, die Stimmung ist ausgelassen, heiter,
     voller Vorfreude. Bis mein Diensthandy klingelt. »Grüne Pressestelle, Maria Henk«, raune ich mit leicht genervter Stimme ins Telefon. Ich schalte direkt um auf Autopiloten, schon tausendmal habe ich diese Begrüßung gemurmelt. All die Jahre, die ich in der Pressestelle der Grünen auf dem Buckel habe, immer und immer wieder zu den unmenschlichsten Zeiten an den ungewöhnlichsten Orten. In der Sauna, am See, an der Kletterwand hängend. Mein Handyklingeln kennt kein Pardon und erreicht mich in den unpassendsten Situationen. Von meinen Mitmenschen werde ich oft ungläubig angeschaut, wenn ich nur mit einem Frotteehandtuch bekleidet vor der Sauna stehe und mit Spitzenpolitikern ihr Fernsehinterview für den nächsten Morgen bespreche – für mich mittlerweile normal.
     Als Pressereferentin sitze ich an der Schnittstelle zwischen Medien und Bundespolitik; und da gibt es keine Sendepause. Die erste Besprechung am Morgen mit Blick auf die tagesaktuelle Presselage mache ich meist schon telefonisch parallel zum Frühstück. Während der Tee noch dampft, inhaliere ich bereits die Nachrichten. Der letzte berufliche Termin, die Begleitung zu einer Talkshow oder zu einem feierlichen Presseempfang endet nicht selten kurz vor Mitternacht. Dazwischen liegen viele Stunden, vollgepackt mit Pressemitteilungen, Fotoshootings, Gesprächen mit Journalisten und diversen Teambesprechungen zu guten Botschaften und knackigen Forderungen. Viel Arbeit, viel Spannung, wenig Freizeit – so würde ich meinen Job in wenigen Worten beschreiben. Einzige Ausnahme sind Wahlkampfzeiten, da wird das Arbeitspensum noch einmal verdoppelt. Und das über Wochen und Monate. Dann beginnen die Tage früher und enden später, der Takt wird höher, noch mehr Interviews und Talkshowbesuche. Politiker feiern Bundestagswahlen oft als »Festspiele der Demokratie«, was rein objektiv betrachtet natürlich stimmt. Für mich ist es aber ein fließender Übergang von den Demokratie-Festspielen hin zu einem persönlichen Überstunden-Drama.

Und ich spreche aus Erfahrung: Mehrere Wahlkämpfe habe ich mittlerweile mitgerockt, der letzte liegt noch nicht lange zurück und steckt mir immer noch tief in den Knochen. Das Privatleben bleibt in solchen Phasen auf der Strecke. Deswegen ist mein Plan, heute Abend einiges nachzuholen und meinen Freundschafts-Akku wieder aufzuladen. Hier und jetzt, mit guter Unterhaltung, halbtrockenem Riesling und Sushi. Doch wenn ich etwas in den letzten Jahren gelernt habe, ist es eins: Politik heißt, immer erreichbar sein. Zeit zum Durchschnaufen gibt es kaum. Schon gar nicht, wenn die eigene Partei mitten in Sondierungsgesprächen steckt. Eine Zeit, in der es immer wieder vorkommt, dass Informationen durchgestochen werden und Inhalte vertraulicher Gespräche am nächsten Tag in der Zeitung landen. Mal geht es um inhaltliche Punkte, bei denen die eigene Partei gegenüber dem Gesprächspartner eingeknickt sein soll. Mal um Ministerposten, die angeblich schon im Hinterzimmer verteilt wurden. Der Wahrheitsgehalt solcher Meldungen liegt meistens bei null, der Arbeitsaufwand, um sie wieder aus der Welt zu schaffen, ist hingegen um einiges höher.
     Genau darum geht es nun bei diesem Anruf. »Können Sie die Meldung bestätigen, dass …?«, fragt die Journalistin am anderen Ende der Leitung. Ich höre mir an, was das neueste Gerücht ist, während ich sehnsüchtig auf das Sushi vor mir schiele. Meine Freundin verdreht nur die Augen, ich zwinkere ihr zu. Ich kann weder dementieren noch bestätigen. Denn zwischen den Sondierungsgesprächen und meinem Mädelsabend liegen Welten.
Seite: 1 2 3
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2023)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Cookies