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Das Elixier des Himmels
Verfasser: Andreas Otter (5)
Verlag: Books on Demand (4788) und Eigenverlag (25405)
VÖ: 18. Oktober 2022
Genre: Historischer Roman (6347)
Seiten: 580 (Taschenbuch-Version), 723 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (135), Bayern (485), Frauen (1140), Freundschaft (2762), Krankheiten (792)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Zwei Frauen. Zwei Schicksale. Eine einzigartige Freundschaft.

Bayern, Anno 1171: Seit ihrer frühen Kindheit verfügt Helena über eine unerklärliche Gabe: Sie kann in andere Menschen „sehen“ und dort Krankheiten erkennen. Nach dem Tod ihrer Eltern wächst sie in einem Kloster auf, in dem sie die Novizin Englin kennenlernt. Ihre von der Kirche verbotene Fähigkeit erscheint Helena wie ein Fluch. Allein durch die bedingungslose Freundschaft zu Englin erfährt sie Wärme und Lebensmut.
Erst als die beiden jungen Frauen das Kloster verlassen und bei einer Heilerin aufgenommen werden, lernt Helena, ihre Gabe zum Wohle anderer einzusetzen. Während Englin weiterhin Gott dienen möchte, findet Helena ihre wahre Bestimmung in der Heilkunst. Ihr Weg führt die beiden Freundinnen nicht nur zur medizinischen Fakultät in Salerno, sondern bis ins Heilige Land.
Trotz der unerschütterlichen Verbindung der beiden Frauen zueinander sind ihre Bestimmungen verschieden. Denn auch Englin verfügt über eine besondere Gabe...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas Otter für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Andreas Otter gibt es auf seiner Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Es war später Vormittag, als sie die Felder vor Weilheim erreichten. Auf diesen waren bereits Dutzende Menschen zu sehen, die allerhand auf Decken, Wagen oder dem bloßen Boden feilboten. Einige riefen Preise, Neugierige begutachteten Waren, eine Kutsche durfte an den Wachen vorbei ins Innere des Dorfes fahren. Niemals war Helena in Weilheim gewesen, dem größten Ort, den sie kannte.
     Der Bauer grunzte, offenbar hatte er sich erhofft, früher anzukommen, und hielt Helena an, die Kisten schnell abzuladen.
     Noch einmal wischte sich Helena Schlamm aus dem Gesicht, dann sah sie ihr Gewand an. Es gab nicht viele Menschen hier, die ähnlich schmutzig wie sie selbst waren. Sie ärgerte sich, zuvor ausgerutscht zu sein, wischte am verblichenen Stoff des Kleides herum, doch der Bauer zog sie zu sich.
     »Lass das! Du bist ein Schmutzkind, vielleicht erregst du ja bei den Leuten wenigstens Mitleid. Ich gehe zum Schmied, also, hör zu: Die Gabeln kosten zwei Heller das Stück, das Holzbesteck einen pro Stück. Rüben vier Pfennige pro fünf, der Lattich drei pro Kübel, Kohl zwei pro Kopf und Lauch zehn pro Kübel. Hast du das verstanden?«
     Sofort erfolgte eine Ohrfeige, die Helena artig nicken ließ. Er hatte ihr einst erklärt, dass Schläge halfen, sich Dinge merken zu können, und da es Helena nicht anders wusste, ging sie davon aus, nun die Preise nicht mehr zu verwechseln.
     Als er weg war, rieb sie sich die Wange.
     Um die Kunden durch ihr Äußeres nicht zu vertreiben, wischte sie Strähnen sowie Schmutz aus dem Gesicht und musterte die Menschen. Zwei Männer kamen auf sie zu, schenkten ihre Aufmerksamkeit aber der Frau gegenüber, die Äpfel anbot. Eine Frau und ein Mann gingen an ihr vorüber, die deutlich besser gekleidet waren als die meisten hier, gefolgt von einem Buben, der wohl ihr Sohn war. Neugierig starrte sie auf seine Schuhe, die aus dickem Leder ohne Löcher waren, dazu trug er saubere Beinkleider, das Obergewand schien dick und warm, auf dem Kopf trug er eine Kappe. Ein kurzer Blick auf ihre eigenen Füße offenbarte das dreckige Gewirr einiger Lederstriemen, aus denen Zehen mit viel zu langen Nägeln ragten, eine offene Wunde am Knöchel nässte.
     Als sie wieder zu den beiden Erwachsenen sah, schüttelte die Frau gerade den Kopf. »Du bist doch zu jung, um allein hier zu stehen.«
     »Der Bauer ist dort vorne. Er kommt bestimmt bald.«
     Helena wusste nicht, warum die drei sie so eindringlich ansahen. Die Frau schüttelte ein weiteres Mal ihren Kopf, dann zogen sie weiter. Doch Helena fiel auf, dass die Frau humpelte, und als sie sie musterte, bemerkte sie, dass sie den Rücken zur Seite hin leicht gebeugt hielt. Da waren auch wieder diese Schwaden am Körper der Frau, dunkel, wie Ruß oder Nebel, sie bewegten sich und wechselten manchmal die Farbe. Andere sahen es nicht, nur sie. Voller Schrecken wendete sie im selben Moment den Blick ab. Es war, als höre sie die mahnende Stimme ihrer Mutter, die sie schimpfte, weil sie in andere Menschen hineinsah. WEIL sie in sie hineinblicken und -fühlen konnte. Sie durfte es nicht, Mutter sagte, es sei Teufelswerk, und so sprach sie mit niemandem darüber. Nur Gertrud, die Holzente, wusste, dass sie es trotzdem weiterhin tat.
     Als der Bauer zurückkehrte, sah er verwundert auf die Ware. »Noch gar nichts verkauft?«
     »Nein, tut mir leid.« Helena befürchtete schon, wieder geohrfeigt zu werden, doch er tat es nicht, sondern griff zu dem Kohl und hob ihn in die Höhe.
     »Kohl, frischer Kohl. Nur zwei Pfennige der Kopf. Greift zu.«
     Der Bauer rief ausdauernd und lange und als eine Frau etwas Gemüse kaufte, hoffte Helena, es würde so weitergehen. Sie dachte jedoch immer wieder an die Frau mit dem Rückenleiden zurück und als sie abermals die Mahnung ihrer Mutter in sich hörte, hoffte sie, nicht durch einen Blitz aus dem Himmel von Gott bestraft zu werden. Immerhin hatte er dafür gesorgt, dass es am heutigen Tag nicht so kalt und nass wie am Vortag war, also hatte er wohl nicht vor, sie zu strafen.
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