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Rapunzel will Rache
Verfasser: Sebastian Thiel (18)
Verlag: Bastei Lübbe (3743)
VÖ: 1. Oktober 2022
Genre: Thriller (8094)
Seiten: 378
Themen: Rache (2655), Selbstmordversuch (92), Silvester (127), Weihnachten (2521)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Sebastian Thiel für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Sebastian Thiel gibt es auf seiner Autorenseite und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Unsere Blicke treffen sich. Für diese eine Sekunde habe ich das Gefühl, als würde sie mich verstehen. Sie zieht die makellose, schwarze Haut in Falten. »Okay.« Das Wort betont sie, als ob sie mit einer Verrückten reden würde.
     Vielleicht tut sie es ja auch, wer kann das schon sagen?
     »Ich muss hier weg.« Mit Nachdruck fasse ich ihre Hand fester, der Ton wird flehender. »Sie sind mächtig und werden eine Möglichkeit finden, mich zu töten.« Mein Blick fällt auf ihr Namensschild. »Bitte, hilf mir, Schwester Fayola.«
     Die Pflegekraft wartet lange, bevor ihre Lippen sich öffnen. Ich weiß nicht, warum sie mir glaubt. Vielleicht sind es meine Augen, vielleicht hat sie so etwas schon einmal erlebt, oder vielleicht weiß sie, was es heißt, ungerecht behandelt zu werden.
     »Wie heißt du?«, will sie wissen und fasst nun auch meine Hand.
     »Mira Schwarz.«
     »Hallo Mira, ich bin Fayola Ritare. Sag mir bitte, dass es wirklich ernst ist und du keine durchgeknallte Irre, die mich in die Bredouille bringt?«
     Es tut mir leid, dass ich ihr das aufbürden muss. »Ich kann dich zu gut verstehen. Immerhin bin ich eine Fremde. Eingeliefert vor acht Tagen, weil ich mich umbringen wollte und seitdem im Koma. Plötzlich durch das Knallen der Silvesterböller erwacht, und dann tische ich dir solche Geschichten auf.«
     Sie nickt kaum merklich. »Ja, so ungefähr.«
     »Ich schwöre dir, ich bin wirklich in Gefahr«, flehe ich. »Sie werden es nicht offensichtlich tun. In einigen Tagen werde ich an Herzversagen sterben oder einfach verschwinden – so etwas in der Art. Bitte, es ist die einzige Chance, dass ich hier lebend rauskomme.«
     Noch immer klingt mir das Freizeichen des Telefonapparats in den Ohren. Die Explosionen am Fenster lassen langsam nach, der Jubel verebbt.
     »Du bringst mich in eine Scheißsituation«, stöhnt sie.
     »Sorry, aber nur du kannst mich retten.«
     »Schon komisch, dieser Gedankengang, von jemandem, der sich vor nicht allzu langer Zeit selbst von einem Häuserdach gestürzt hat und so viele Pillen schluckte, dass es eigentlich für ein Mammut reichen sollte.«
     Eine Träne kullert mir die Wange hinunter. »Ich weiß. Aber das war die einzige Sache, die ich in meinem Leben noch kontrollieren konnte. Selbst das habe ich nicht hinbekommen. Irgendwann werde ich dir alles erklären. Aber ich möchte verdammt sein, wenn sie erneut über mich entscheiden. Damit ist ein für alle Mal Schluss. Also, hilfst du mir?« Meine Stimme bricht beinahe. »Bitte!«
     Hastig zieht sie Luft in die Lungen, als endlich jemand am anderen Ende der Leitung abnimmt und sich mit tiefer Stimme meldet.
     »Hallo? Arnold, hier. Ich höre! Gibt es einen Notfall?«
     Ihre Hand zittert ein wenig. »Nein, Herr Doktor. Tut mir leid, feiern Sie weiter, ich habe mich vertan.« Dann legt sie in Zeitlupe auf, und ein Lächeln erfasst meine Lippen.
     Ich habe ganz vergessen, wie es ist, wenn jemand nett zu mir ist. Kam nicht oft vor in meinen Leben und fühlt sich irgendwie ganz komisch an, ganz tief in der Magengrube.
     »Warte hier.« Fayola reißt sich selbst aus ihrer Lethargie und stürmt zur Tür hinaus. »Ich hole dir ein paar Sachen.«
     Sie ist keine zwei Sekunden verschwunden, bis ich die Decke zu Boden gleiten lasse und die Beine vom Bett schwinge. Elegant will ich von der Matratze steigen und merke erst jetzt, dass die Füße ihren Dienst so gar nicht antreten wollen.
     Polternd falle ich zu Boden. Dabei spannt der Zugang samt Beutel mit Flüssigkeit, und auch der Katheder sitzt an Stellen, wo man keine Schläuche haben möchte. »Shit.«
     Nur mit Mühe gelingt es mir, mich aufzurichten. Ich beiße auf die Zähne, ziehe mir selbst Zugang und Katheder. Anschließend sehe ich dem Blut dabei zu, wie es zu Boden tropft.
     Mir ist schwindlig, kotzschlecht, und ich habe so viel Durst, dass ich einen ganzen Kasten trinken könnte. Nur gut, dass in dem Zeug, das sie mir verabreichten, offenbar eine gute Portion Schmerzmittel zu finden war. Obwohl meine Haut in allen Farben des Regenbogens erstrahlt, fühle ich nicht das allzu bekannte Pochen der blauen Flecken.
     Zumindest etwas, denke ich mir, während ich mich an der Wand abstütze und zum Bad hinke. Ich trinke minutenlang aus dem Wasserhahn, erleichtere mich auf der Toilette und wasche mich, so gut es geht.
     Meine langen, blonden Haare sehen aus, als wären sie in Fett getränkt, aber darum kann ich mich jetzt nicht kümmern. Ein paar Ohrfeigen später bin ich etwas klarer im Kopf, und auch die Röte auf meinen Wangen kehrt zurück.
     »Alles in Ordnung?«, will Schwester Fayola wissen, als sie mit einem Beutel und einem Rucksack zurückkehrt. »Du siehst ...«
     »... beschissen aus. Ich weiß. Aber für ein Make-up und eine perfekte Beinrasur fehlt mir leider die Zeit.« Bleierne Schwere erfasst mich. Ich zwinge mich, aus dem Bad zu treten. »Und leider auch die Kraft.«
     »Da habe ich was für dich.«
     Die Nadel der Spritze glänzt im fahlen Licht der Krankenhausbeleuchtung. Im Hintergrund verhallen die letzten krachenden Explosionen am ersten Morgen des neuen Jahres, und ich ahne, dass es ganz anders wird als mein vorheriges. Zumindest hoffe ich es inständig. Nie wieder soll jemand über mich entscheiden. Nie wieder.
     »Was ist das?«, will ich wissen. Von Spritzen und Drogen habe ich eigentlich die Nase voll.
     »Vitamine und Schmerzmittel.« Fayola wirft den Beutel auf das Bett und legt den Rucksack ab. »Eigentlich solltest du in deiner Verfassung im Bett bleiben.«
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