Diese Website nutzt Cookies. Sie können entweder alle   oder individuelle Eistellungen treffen. Nähere Infos finden Sie hier
48.175 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »WACE_260«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
Die Sehnsucht unserer Herzen
Verfasser: Romy Terrell (3)
Verlag: Eigenverlag (25325)
VÖ: 29. September 2022
Genre: Romantische Literatur (29711)
Seiten: 288 (Taschenbuch-Version), 312 (Kindle-Version)
Themen: Brüder (1320), Road Trip (223), Schottland (845), Sterben (242)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,50 (90%)
1
50%
2
50%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 2 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Wie wappnest du dich für den Tod eines geliebten Menschen?

Amelia ist fassungslos. Rory wird sterben, doch niemand außer ihr weiß es. Um ihrem Bruder in den letzten Wochen nah zu sein, stimmt sie zu, gemeinsam mit seiner Verlobten und seinem besten Freund, Liam, einen Roadtrip durch Schottland zu machen. Liam mit den rauchblauen Augen, der Mann, den sie vor langer Zeit aus ihrem Herzen gerissen hat. Denn sie hat sich geschworen, ihn nie wieder so nahe an sich heranzulassen, dass er ihr dieses abermals brechen könnte. Doch dann ist es ausgerechnet Liam, der Amelia in der schweren Zeit Halt gibt.
Gemeinsam setzen die beiden alles daran, die noch verbleibende Zeit ihres Bruders zu der wundervollsten seines Lebens zu machen.

Ein turbulentes und dramatisches Gefühlschaos zwischen Vernunft und Liebe, Lachen und Weinen inmitten der majestätischen Natur Schottlands.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Romy Terrell für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Romy Terrell gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich steige in meinen über fünfhundert PS starken Mercedes-AMG GT S und pfeffere die Krawatte gefrustet auf die Rückbank.
     Dieser Spritfresser war seine Idee. Mit seinen Fahrzeugen hält mein Vater es wie mit der Kleidung. Auffallend, maßgeschneidert, hochpreisig. Dass diese Karre unfassbare dreizehn Liter Sprit auf schlappe dreiundsechzig Meilen frisst und man prinzipiell einen Tankwagen nebenherfahren lassen müsste, um in einem Rutsch von A nach B zu kommen, nimmt er für die neidischen Blicke seiner Konkurrenten gerne in Kauf.
     Ich starte den Spritfresser, dessen Motor so laut aufheult, als starte eine Boeing 747, und verlasse das Parkhaus. Bis nach Carlisle sind es etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. Meine Sachen habe ich schon gestern im Kofferraum verfrachtet, um gleich losfahren zu können.
     Seit Rory mich über seine Diagnose informiert hat, habe ich beschlossen, so viel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen. Auch die Idee mit dem Roadtrip kam mir gelegen, nicht nur wegen des McKenzie-Falls. Von Beginn an habe ich mich dagegen gewehrt. Doch mein Vater sieht nur die Kohle, die er mit diesem Fall scheffeln kann. Außerdem kann ich ihm schlecht sagen, dass ich erst McKenzies eine Tochter flachgelegt habe und am Abend darauf die andere. Wäre ein nettes Wiedersehen geworden, wenn wir uns im Gerichtssaal begegnet wären.
     Dass mein Vater mir angesichts von Rorys Situation nicht spontan freigibt, war zu erwarten. Trotzdem hätte ich, zumindest nachdem ich ihm erzählt habe, worum es geht, erhofft, dass er mich versteht. Rorys Zeit ist begrenzt und die gilt es zu nutzen, ehe es zu spät ist. Aber was soll man von einem Kerl, der so kaltherzig wie ein Eisbrocken ist, schon groß erwarten? Mein Vater hat keine Freunde. Er hat die Kanzlei. Das einzig Beständige in seinem Leben – außer mir. Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit. Dafür lebt er. Ich bin schon im Kindesalter nur nebenhergelaufen. Womöglich habe ich deswegen Jura studiert, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass er dann vielleicht stolz auf mich wäre. Dass er mich anerkennt und ich nicht ständig darum kämpfen muss, von ihm gesehen zu werden. So, wie ich mir früher gewünscht habe, dass wir gemeinsam auf den Bolzplatz gehen und uns ein Fußballspiel ansehen oder einen Ausflug machen. Oder dass er mich einfach nur als das wahrnimmt, was ich bin – sein Sohn. Doch das hat er damals nicht getan, heute nicht und vermutlich wird das auch immer so bleiben. Was allerdings nicht so bleiben wird, ist, dass ich weiterhin seine Marionette spiele. Nach Rorys Anruf habe ich mir ununterbrochen Gedanken über mein Leben gemacht. Es ist Zeit, für einen Neubeginn!
     Endlich fahre ich auf die Manchester Outer Ring Road und lasse den Ärger und das im Rückspiegel schrumpfende Manchester hinter mir. Ich freue mich auf zu Hause und auf Susan, meine Mutter. Und im Gegensatz zu meinem Vater weiß ich, dass sie sich auch freut, mich zu sehen.


Amelia


Überglücklich hüpfe ich die letzten Stufen des imposanten Collegebaus mit seinen Tannenspitzenähnlichen Türmen hinunter. Eine sommerliche Brise weht mir durchs rostrote Haar, lässt die stufigen Haarspitzen im Wind tanzen und kitzelt die nackte Haut meines Rückens.
     Ich muss mich beeilen, Rory wartet sicherlich schon auf mich. Die Verabschiedung von Chloe, Ruby und Archie hat heute etwas länger gedauert. Seit unserem Abschluss an der University of Oxford treffen wir uns einmal im Jahr, lassen unser gemeinsames Studium Revue passieren und schwelgen in Erinnerungen. Nun wird es ein ganzes Jahr dauern, bis ich Chloe und Archie wiedersehe. Mit Ruby bin ich täglich in Kontakt. Meist über Skype, denn seit sie zu ihrem zukünftigen Mann nach Leeds gezogen ist, trennen uns dreieinhalb Stunden Autofahrt. Was unserer Zusammenarbeit und meiner Marketingagentur in keiner Weise schadet. Denn arbeiten können wir von überall aus.
     Ich mache mich auf den Heimweg, verlasse das Campusgelände und gehe neben dem dürftigen Grünstreifen entlang, als sich Rorys klappriger Nissan in mein Sichtfeld drängt und mir meine Unbekümmertheit entreißt.
     Die Arme vor der Brust verschränkt lehnt er lässig neben der weit offenstehenden Beifahrertür, aus der mir Caitlin aufgeregt mit einem breiten Lächeln und glänzenden Augen zuwinkt.
     »Bereit für den Trip deines Lebens?«, ruft er mir grinsend entgegen, obwohl ich mehrere Schritte von den beiden entfernt bin.
     Ein kaum merkliches Zittern durchfährt meinen Körper und ich habe große Mühe, den aufsteigenden Groll wieder hinunterzuschlucken. Höllentrip wäre die passendere Bezeichnung. Denn womöglich wird es unsere letzte gemeinsame Reise sein. Doch mein knapp vier Jahre älterer Bruder sieht das anders. Beinahe so, als würde es noch viele weitere Urlaube geben.
     Vor wenigen Wochen hat er die Diagnose Glioblastom erhalten. Die Ärzte erklärten, dass dies ein bösartiger Hirntumor sei, der sich meistens innerhalb kurzer Zeit bei Menschen im mittleren Lebensalter entwickelt. Nicht nur die Diagnose, sondern auch die Tatsache, dass Rory erst neunundzwanzig und somit nicht im mittleren Lebensalter ist, hat uns beiden nicht nur den Boden unter den Füßen entrissen, sondern sprichwörtlich einen Schlag mit der Keule verpasst.
     »Ausnahmen bestätigen die Regel«, hatte Rory den Fakt, dass er noch nicht im mittleren Lebensalter ist abgetan, als würde es hier nicht um sein Leben, sondern um irgendeine belanglose Sache gehen.
     Trotz intensiver Behandlung aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie bestehe eine mittlere Lebenserwartung von ungefähr fünfzehn Monaten. Das habe ich erst gestern wieder gelesen. Ein weiterer, jämmerlicher Versuch, eine Möglichkeit zur Heilung zu finden. Eine Heilung, die es nicht gibt.
Seite: 1 2 3 4 5
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2022)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Cookies