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Ich verliebe mich so leicht
Verfasser: Hervé Le Tellier (3)
Verlag: Rowohlt (1926)
VÖ: 13. September 2022
Genre: Kurzgeschichte (5413) und Romantische Literatur (28920)
Seiten: 128 (Gebundene Version), 92 (Kindle-Version)
Original: Je m'attache très facilement
Themen: Begegnungen (3563), Highlands (325), Reisen (2760), Schottland (820), Suche (1472)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats September 2022 nominieren
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Ich verliebe mich so leicht« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 25. September 2022 um 12:36 Uhr (Schulnote 4):
» Er ist beinahe 50 Jahre alt. Mit der Mutter seiner Kinder ist er nicht zusammen. Aber eine junge Frau hat es ihm angetan. Nach einem gemeinsamen sexuellen Abenteuer möchte sie nichts mehr von ihm. Trotzdem reist er ihr hinterher…

„Ich verliebe mich so leicht“ ist ein Kurzroman von Hervé Le Tellier.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus zwölf kurzen, teils sehr knappen Kapiteln mit stichwortartigen Zusammenfassungen zu Beginn. Sie werden von einer Art Prolog („Lange Vorrede“) eingeleitet. Die Handlung beschränkt sich auf kaum mehr als einen Tag. Erzählt wird im Präsens in chronologischer Reihenfolge.

Der Schreibstil mit seinen süffisanten Bemerkungen und launigen Beschreibungen liest sich amüsant. Der Text verzichtet auf Namen, zeugt aber von sprachlicher Gewandtheit.

Der Protagonist („unser Held“) ist eigentlich ein Antiheld. Mit einer gewissen Portion Schadenfreude habe ich sein Scheitern und seine Missgeschicke verfolgt. Allerdings ist sein Verhalten dazu geeignet, den Puls der Leserschaft in die Höhe zu treiben. Auch die Protagonistin ist keine Sympathieträgerin. Eine Entwicklung der Charaktere ist nicht erkennbar.

Inhaltlich finde ich den Roman leider recht problematisch. Ein 49-jähriger Mann stellt einer 20 Jahre jüngeren Frau, die noch dazu vergeben ist, hinterher. Das ist nicht nur „Verrücktheit“, wie der Erzähler auf verharmlosende Weise behauptet, sondern übergriffig und mindestens eine Form von Belästigung und grenzt fast an Stalking. Dass der Mann kein Nein und keine Zurückweisung akzeptiert, wird nicht genügend kritisiert. Eine bedenkliche Botschaft. Um romantische, echte Liebe geht es zudem im Grunde nicht, allenfalls um Besessenheit. Die Gefühle haben sich mir darüber hinaus nicht erschlossen.

Auf den nur wenig mehr als 100 luftig bedruckten Seiten kommt es zu mehreren Wiederholungen. Das macht einige Passagen langatmig.

Der französische Originaltitel („Je m‘attache très facilement“) ist etwas treffender als die deutsche Entsprechung. Das Cover passt inhaltlich sehr gut.

Mein Fazit:
Mit „Ich verliebe mich so leicht“ hat mich Hervé Le Tellier auf inhaltlicher Ebene enttäuscht. Ein kurzer literarischen Snack, der meinen Hunger nach einer gehaltvollen Lektüre nicht stillen konnte. Ein Buch, das ich bedauerlicherweise nicht guten Gewissens empfehlen kann.«
  16      1        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 22. September 2022 um 10:21 Uhr (Schulnote 4):
» Zum Inhalt:
Ein Mann reist einer Frau hinterher, in die er unsterblich verliebt ist. Er will sie überraschen, doch schon bald wird ihm bewusst, dass das vielleicht nicht die beste Idee ist, denn eingeladen hat sie ihn schließlich nicht. In einem Cafe wartet er auf sie, doch sie erscheint nicht. Womöglich will sie ihn ja auch gar nicht sehen. In der schottischen Highlands kommt es zu einer nicht gerade eindeutigen Begegnung.
Meine Meinung:
Was für ein sonder´baren Buch und auch Hörbuch. Lange Zeit habe ich mich wirklich gefragt, was das ganze überhaupt soll. Aber irgendwann entwickelt die Geschichte dennoch eine Art Sog und die Art und Weise, wie das Buch geschrieben beziehungsweise gelesen ist, hat schon etwas besonders. Irgendwie war der Einsatz der Sprache besonders und schön. Insgesamt fand ich das Buch allerdings viel zu kurz.
Fazit:
Sprachlich ausgefeilt«
  10      1        – geschrieben von brauneye29
Kommentar vom 14. September 2022 um 0:41 Uhr:
» Merkwürdig
Das Cover ist OK und hatte mich angesprochen. Das Buch ist in einem komischen Schreibstil und ohne Namen der Protagonisten merkwürdig zu lesen. Ich bin nicht so richtig klar gekommen, konnte auch nicht ergründen was der Autor uns sagen will. Sicher gibt es eine Botschaft die sich mir nicht erschlossen hat. Für mich ist es eher eine Kurzgeschichte als ein Roman, zumal die Kapitel sehr kurz sind und die Schrift groß. Der Held reist seiner Heldin hinterher - obwohl sie das nicht möchte und er auch weiß dass sie es nicht will. Ist das ein Stalker oder will er nur nicht einsehen dass er als fast Fünfzigjähriger nicht unbedingt das ist was eine 30ig jährige wil, zumal seine Heldin schon eine Beziehung hat. Die Personen haben mich nicht angesprochen so dass ich nicht ``warm`´wurde mit ihnen - liegt vielleicht auch an den fehlenden Namen. So ein Buch habe ich bisher noch keines gelesen - von daher mal was anderes was ja auch ab und zu sein muss. Vielen Dank dass ich es lesen durfte und viele Grüße an alle. Allen Lesern viel Freude mit dem Buch.«
  11      0        – geschrieben von Magyar
Kommentar vom 13. September 2022 um 14:02 Uhr (Schulnote 6):
» Eine nervige Mogelpackung

2007 wurde die Erzählung (ist es überhaupt eine?) „Ich verliebe mich so leicht“ von Hervé de Tellier in Paris veröffentlicht. Da aber 2021, offenbar mit großem Erfolg, vom selben Autor „Die Anomalie“ hier in Deutschland erschien, dachten sich die Leute vom rowohlt Verlag sicher: Hier satteln wir auf und bringen die alte Kamelle neu raus. Als Roman. Ob sie sich damit einen Gefallen getan haben, steht auf einem anderen Blatt.

Suhrkamp hat mal mit den Büchern der Autorin Elena Ferrante ein ähnliches Spiel gespielt. Die vierbändige Freundinnen-Saga war extrem erfolgreich und danach wurden dann die alten unbedeutenden Kamellen aufgewärmt.

Diese trickreiche Mogelpackung, jedenfalls, mit extra dickem Papier, vielen leeren oder nur zum Bruchteil gefüllten Seiten und mit doppeltem Inhaltsverzeichnis hat mich sehr verärgert. Was soll so was?

Ich dachte, ich bekäme einen Roman von diesem Autor, der 2020 mit dem bedeutenden Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Möglicherweise verdient für „Die Anomalie“, das Buch wartet noch auf mich auf dem SuB. Bekommen habe ich nun dieses unsägliche Machwerk, das mir überhaupt nicht gefallen hat.

Denn: Es passiert eigentlich nichts in dieser Geschichte. Oder so gut wie nichts. Die Protagonisten haben nicht mal Namen, sie heißen: „Unser Held“ und „Die Heldin“. Was es mit dauernden Wiederholungen von „Unser Held tut dies und das“ und „Unsere Heldin erscheint oder auch nicht“ nicht besser macht. Ich wiederhole mich nun auch: Was soll so was?

Der Held rennt der Heldin hinterher, nervt sie mit unzähligen Anrufen (er hängt an ihr fest, so eher der OT „Je m’attache très facilement“) und sie will eigentlich nichts – oder nichts mehr – von ihm wissen. Das ist alles. Hin und wieder wird dann noch ihr Fahrrad im Kofferraum seines Leihwagens verstaut, wobei er sich sein Hemd schmutzig macht. Boah ey.

Fazit: Überflüssig ist fast noch geprahlt, das geht schon eher in den Negativbereich. Schade um die Zeit (zum Glück ging’s ja wenigstens schnell vorbei) – und wer’s gekauft hat, schade ums Geld. Bin sehr enttäuscht.«
  17      1        – geschrieben von ninchenpinchen
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