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Enid Blyton - Geheimnis hinter grünen Hecken
Verfasser: Maria Regina Kaiser (10)
Verlag: Südverlag (7)
VÖ: 5. September 2022
Genre: Biografie (1980) und Historischer Roman (6071)
Seiten: 304
Thema: Schriftsteller (1514)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats September 2022 nominieren
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MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 19. September 2022 um 18:42 Uhr (Schulnote 1):
» Mitten in der Pandemie konnten junge deutsche Zuschauer*innen (und ihre nostalgischen Eltern) sich über die von der BBC produzierte Serie "Malory Towers" freuen, welche auf der gleichnamigen Reihe von Büchern der britischen Schriftstellerin Enid Blyton (1897 - 1968) beruhrt. Auch wenn sie seinerzeit die kommerziell erfolgreichste Kinderbuch-Autorin war, werden ihre literarischen Werke in der aktuellen Gegenwart aufgrund von Rassismus, Sexismus und Homophobie angeprangert; ihre literarische Bedeutung wird wegen der schlichten Sprache als gering eingeschätzt. Auch der Film "Enid" mit Helena Bonham-Carter zeichnet ein negatives Bild von Enid Blyton, die großen Wert auf ein makelloses Image in der Öffentlichkeit legte und sich selbst als eine Meisterin der Selbstinszenierung und -vermarktung entpuppte, in dem sie ihre eigene "Marke" kreierte.

In der öffentlichen Wahrnehmung verschwimmen Fakten und Fiktion. Nach mehreren Werken, die in der englischen Sprache erschienen sind, legt Maria Regina Kaiser die erste deutschsprachige Romanbiographie "Enid Blyton. Geheimnis hinter grünen Hecken" vor, in dem Leben und Werk der britischen Autorin unter Berücksichtigung der jeweiligen politischen sozialen Kontexte näher beleuchtet werden. Für mein Empfinden achtet Maria Regina Kaiser auf sachliche Distanz; sie enthält sich jeglicher Idolisierung noch Kritik und überlässt es ihren Leser*innen, ihr eigenes Urteil zu fällen.

Das in Sepia-Tönen gehaltene Cover zeigt ein authentisches, zeitgenössisches Portrait. Für meinen Geschmack strahlt es Selbstbewusstsein und Würde aus; es ist eine attraktive, erfolgreiche Frau mittleren Alters, die voller Stolz auf ihr literarisches Werk zurückblicken kann.

Aufgewachsen in privilegierten Verhältnissen, wirken Kindheit und Jugend von Enid sehr bedrückend; als Liebling ihres Vaters muss sie sehr unter der Trennung und Scheidung ihrer Eltern gelitten haben. Die Ehe war von Lieblosigkeit geprägt; Vater und Mutter waren konträre Charaktere, die langsam, aber unaufhaltsam auseinanderdrifteten. In der Erziehung ihrer KInder vertraten sie gegensätzliche Ansichten. Während ihr Vater seine Zuneigung offen zeigte und sich nach Kräften bemühte, seine einzige Tochter zu fördern, war das Verhältnis zur Mutter unterkühlt, was den völligen Kontaktabbruch in späteren Jahren erklärt.

Nach dem frühen Tod ihres Vater schien Enid Blyton nach einer Vater-Figur zu suchen; ihre Wahl fiel auf Hugh Pollock, einen wesentlich älteren ( getrennt lebenden, aber noch nicht geschiedenen) Mann, der sich als Cheflektor in der Buchszene auskannte und ihr wertvolle Tipps erteilte. Hugh hielt nichts von Gleichberechtigung, er hing verstaubten Idealen nach und wollte in ihrer Beziehung das Sagen haben (auch wenn Enid Blyton sich durchaus durchsetzen konnte). Dabei schien er nicht aufrichtig zu ihr zu sein; auch wenn er die Scheidung von seiner ersten Frau durchzog, um die geplante Hochzeit mit Enid realisieren zu können, verschwieg er seinen Sohn aus erster Ehe. Ihre Verbindung verlief unglücklich; die erlittenen Kriegs-Traumata von Hugh Pollock schimmerten im Laufe der Ehe mehr und mehr durch. Er suchte keinen ärztlichen Rat (eine psychotherapeutische Behandlung passte nicht in sein Weltbild, vermute ich), sondern betäubte sie mit Alkohol, tröstete sich mit einer Affäre - und verlor seine Frau an einen anderen Mann.

Auch wenn die einzelnen literarischen Werke von Enid Blyton etwas zu kurz kommen, war der Einblick in ihr Familienleben sehr spannend. Nach der Scheidung von Hugh Pollock setzte sie einen völligen Kontaktabbruch ihrer Töchter Gillian und Imogen zu ihrem Vater durch; sie erhielten den Familiennamen ihres zweiten Mannes, des Arztes Kenneth Darrell Waters. In der Presse verschwieg sie ihre erste Ehe; aus Sorge um ihren guten Ruf wurde die unliebsame Vergangenheit gleichsam "ausradiert" und eine geschönte Version (heiles Familienleben) in der Öffentlichkeit präsentiert. Ihre zweite Ehe hielt bis zu ihrem Lebensende; sie achtete auf ihren persönlichen Freiraum, arbeitete unermüdlich an neuen Texten und konnte ihre eigene "Marke" kreieren, mit der sie sich ein hohes Einkommen auf dem Buchmarkt sichern konnte.

Ihre Beziehung zu ihren zwei Töchtern war schwierig; sie beschäftigte sich wenig mit ihren Kindern, sondern überließ sie lieber der Obhut von Nannys, um sich auf das Schreiben von Kinderbüchern konzentrieren zu können. Als "schlechte Mutter" möchte ich Enid Blyton nicht bezeichnen; sie achtete auf eine gute Ausbildung und hielt sich an die gängigen Konventionen, welche den Besuch von (exklusiven) Internaten und Universitäten beinhalteten. Wie ihre Mutter erkrankte Enid Blyton an Demenz; das unaufhaltsame Fortschreiten der Krankheit setzte ihrer literarischen Produktion ein Ende.

Für mein Empfinden war Enid Blyton eine kompliziert gestrickte Persönlichkeit, sie scheute klare Konfrontationen und neigte dazu, unliebsame Begegebenheiten "auszuradieren" und "störende" Menschen aus ihrem Leben zu streichen. In der Presse präsentierte sie eine gefilterte Version, die sie im positiven Licht zeigte; sie liebte die "heile Welt", alles Unangenehme blieb ausgeklammert.

,Alles in allem hat mir diese Lektüre sehr gefallen. Für mich ist dieses einfühlsam geschriebene und angenehm zu lesende Buch eine wahre Fundgrube an wertvollen Informationen, das in jeden Bücherschrank gehört.«
  21      0        – geschrieben von Bücherfairy
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