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Bis hierhin und dann weiter
Verfasser: Maria Braig (12)
Verlag: Querverlag (13)
VÖ: 1. September 2022
Genre: Gegenwartsliteratur (3842)
Seiten: 224 (Taschenbuch-Version), 264 (Kindle-Version)
Themen: Beziehungen (2650), Cricket (3), Frauen (1118), Freiheit (589), Homosexualität (3385), Motorräder (88), Pakistan (21), Selbstbestimmung (65)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats September 2022 nominieren
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Maria Braig für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Maria Braig gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Es dämmerte schon und Madiha wurde es beinahe unheimlich, als eine alte Frau in der Aufmachung einer ungepflegten Diva das Tor öffnete und ihr bedeutete auf den Platz zu fahren. Madiha hielt nach wenigen Metern an und sah sich um. Die Alte war gerade dabei, die Flügeltüren mit einer Kette und einem Schloss zu sichern und Madiha fühlte sich unwohl. Aber nun war sie einmal da und weiterfahren kam nicht in Frage, da es schon bald dunkel wurde und sie außerdem endlich ihre Blase leeren und ihre steifen Knochen dehnen musste.
     Ein paar Meter weiter unter Bäumen und mit direkter Sicht auf die Einfahrt stand ein alter Wohnwagen. Er war einmal weiß gewesen, inzwischen aber eher grün von Moos und das Dach bedeckt mit allem, was von den Bäumen, wohl im Lauf der letzten Jahrzehnte, heruntergefallen war. Die alte Diva ging zum Wohnwagen und winkte Madiha, sie solle ihr folgen. Laut bellend kam ein zerzauster Pudel herausgeschossen, als die Alte die Tür öffnete. Er umkreiste Madiha in raschem Tempo, so dass sie stehen blieb und nicht wusste, wie sie in den Wagen steigen sollte. Die Alte rief mit krächzender Stimme nach dem Hund, der erstaunlicherweise aufs Wort folgte, im Wohnwagen verschwand und sich wachsam vor dem Stuhl, auf dem sie sich mittlerweile niedergelassen hatte, auf den Boden legte. Sie sah geschäftig aus. Mit einem vergilbten Block vor sich auf dem Tisch, einer Brille mit riesigen Gläsern und verbogenem Gestell im Gesicht und einem Stift in der Hand wartete sie auf ihren Gast. Madiha betrat vorsichtig das Heim der Diva und sah sich neugierig um. Es war alles da, was die Alte zum Leben brauchte: Ein Bett, eine nicht gerade saubere Küchenzeile an der Wand, vor dem Bett ein Tisch und zwei Stühle. Auf dem Tisch stand eine Vase mit sehr verstaubten Plastikblumen, die wohl jemand einmal auf dem Rummel geschossen hatte. Eine Flasche Genever und ein halbvolles verschmiertes Glas rundeten das Stillleben ab. Der Raum war erfüllt von Vogelgezwitscher und Madiha fühlte sich von vielen Augen beobachtet. Wo es einen freien Platz gab, stand ein Vogelkäfig. Sie versuchte ganz flach zu atmen, um den Gestank, der aus den wohl länger nicht gesäuberten Käfigen strömte, möglichst nicht in ihre Nase zu lassen. Vorsichtig setzte sie sich auf den freien Stuhl und wartete, was nun geschehen würde.
     Die alte Diva nahm das Glas vom Tisch und hob es Madiha entgegen, die kurz befürchtete, sie würde ihr anbieten, einen Schluck daraus zu nehmen.
     „Gezondheid“, sagte sie jedoch und nahm selbst einen Schluck. Dann fuhr sie auf Deutsch fort: „Ich spreche französisch, deutsch, englisch, niederländisch – was Sie wollen.“
     Madiha antwortete nicht, sondern nickte nur. Möglichst den Mund nicht öffnen, dachte sie, mir wird sonst übel.
     „Nun sagen Sie mir schon Ihren Namen und Ihre Adresse, dann zeige ich Ihnen, wo Sie Ihr Zelt aufstellen können.“
     Madiha war froh, als sie, gemeinsam mit Diva und Pudel, den Wohnwagen endlich wieder verlassen durfte. Ein Papagei auf ihrer Schulter fehlt noch, dachte sie und holte erst einmal tief Luft, nachdem sie ein paar Meter gegangen waren. Die Alte führte sie zu einem Platz direkt am Zaun, der den Campingplatz von der benachbarten Weide, die sich am Waldrand entlang zog, abgrenzte. Madiha hielt Ausschau nach dem Strand, der war aber weit und breit nicht zu entdecken. Nicht einmal Meeresrauschen konnte sie hören, dafür das Rauschen der Bäume im Wind.
     „Hier können Sie übernachten“, sagte die Diva. „Toiletten und Kochgelegenheit finden sie dort.“ Sie zeigte auf einen Container, nicht allzu weit entfernt von Madihas Platz, ähnlich moosig grün wie der Wohnwagen.
     Madiha nickte. „Wo ist denn das Meer?“, fragte sie dann.
     „Zum Strand sind es noch 20 Kilometer“, antwortete die Herrscherin über den Campingplatz. Auf Madihas Frage, warum der Platz denn dann kamperen op het strand hieße, zuckte sie nur mit den Schultern und machte sich auf den Weg zurück zum Wohnwagen.
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