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Kerl aus Koks
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Erklärung der Bewertungssysteme
Teilweise autobiografische Züge aufweisender Roman über den wechselvollen Lebensweg eines 1951 geborenen Jungen bis zum Beginn der 90er Jahre.
Lesermeinungen (7)     Blogger (1)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 30. November 2022 um 10:55 Uhr (Schulnote 1):
» Der Allroundstümper

„In einer Art Nebeneffekt wurde aus dem Jungen aus dem Pott ein Weltbürger.“ (Buch S. 284)

Der kleine Paul wird von seiner Mutter aus der Pflegefamilie in Bayern abgeholt, seine Kindheit wird er nun mit Mutter und Stiefvater in Dortmund verbringen. Der Stiefvater wird für ihn zu dem Vater, den er nie hatte, ein fester Punkt in seinem Leben, der nie mehr oder weniger für seinen Stiefsohn wollte als dass er glücklich sei. Paul findet seinen Weg, durch die Kindheit wie auch durch das Erwachsenenleben hindurch.

Der Schauspieler Michael Brandner legt mit diesem Buch einen sehr autobiografisch angehauchten Roman vor. Seine Figur des Paul erlebt so viel Unglaubliches, und das mit so realistischen Zügen, dass ich nach Interviews mit dem Autor googelte, nur um zu lesen, dass eigentlich die gesamte Geschichte aus dem eigenen Erleben stammt. Seine vielen Talente lassen Paul zu einem „Allroundstümper“ (Buch S. 157) werden. Doch all seine Fähigkeiten hat er sich selbst angeeignet, denn sein Leitsatz ist: „Alles was anstrengt, ist verkehrt. Alles, was leicht geht, ist richtig.“ (Aus einem Interview mit Michael Brandner, Südwestpresse, 17.11.2022) Paul wird zu einem Chamäleon, das sich immer wieder neu in seinem Leben anpassen kann. Das zu lesen ist sehr spannend und amüsant gleichzeitig, sehr gerne habe ich Paul in seinem Leben mit seinen Höhen und manchmal auch Tiefen begleitet. Soviel kann ich sagen: Glücklich erschien er mir immer.

Dieses Buch hat mich bestens unterhalten, weil die Geschichte mich immer wieder überraschen konnte. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.«
  7      0        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 28. November 2022 um 10:15 Uhr (Schulnote 1):
» Humorvoll, unterhaltsam und treffend/9 Leben
Michael Brandner Kerl aus Koks List 2022



Humorvoll, unterhaltsam und treffend/9 Leben



Kerl aus Koks ist eine „Art Biografie“ von Michael Brandner. Vor allem das Ruhrgebiet ist so treffend beschrieben und auch die bayrische Dorfidylle.



Das Cover ist so passend, süß, perfekt, das stimmt so wunderbar mit Staffel eins überein.



Vor allem gefiel mir der Schreibstil sehr gut. Die Geschichten wurden sehr unterhaltsam erzählt. Allerdings steht ja auch schon im Buch, dass nicht wirklich alles genau so war, aber sicher steckt – trotz allem – viel Wahrheit im Buch. Irgendwie kam man in ganz Dortmund herum, es wurden sehr viele Stadtteile erwähnt. Das Ganze wurde in Zeitabschnitte (5 Staffeln) und in die „neun“ Leben abgeteilt. Amsterdam und Drogen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Vieles würde man dem sympathischen Schauspieler nicht zutrauen.



Am Besten fand ich die Beschreibungen seiner Kindheit, also Staffel 1, danach muss man es einfach als Roman nehmen, denn dann wiederholen sich teilweise Sachen in einem anderen Stadtteil, was so seine Gespielinnen, Hausbesetzung, Drogen usw. betrifft. Die Nachkriegszeit wurde gut präsentiert, so dass sie eine gute Lektion in Geschichte ist.



Irgendwann entwickelt sich Kerl aus Koks zu einer eigenen Lobeshymne, auf ihn selbst. Den harten Kerl aus dem Pott, der alles überlebt. Ich hab schon so viele Biografien gelesen, daher kann ich sagen, dass das eine der Besten ist. Ob wahr oder nicht, unterhaltsam ist sie alle mal.



Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

Der Roman mit biografischen Zügen gefällt mir gut, er ist unterhaltsam, humorvoll und treffend. 5 Feensternchen.«
  8      0        – geschrieben von Lesezeichenfee
Kommentar vom 12. November 2022 um 22:07 Uhr (Schulnote 1):
» Das Erstlingswerk des Autors und Schauspielers Michael Brandner trägt des Titel Kerl aus Koks und der Autor lässt in seine Geschichte auch autobiographisches einfließen. Was nun genau eigene Erfahrung ist und was reine Fiktion konnte ich nicht klar abgrenzen.

Der Erzählstil ist lebendig und der erste Teil aus der Kindheit hat mir am besten gefallen. Die Abschnitte aus der wilden Zeit von Paul fand ich nicht immer so toll zu lesen. Da war mir zu viel Ausleben der eigenen Freiheit vorhanden. Was der Schauspieler Michael Brandner davon wirklich selber erlebt und ausgelebt hat, kann ich nicht beurteilen. Es wird jedenfalls recht weit schweifend erzählt und hätte für mich straffer sein können.

Wie Paul mit Schicksalsschlägen umgeht fand ich gut geschildert und der Lebenslauf von Paul ist interessant dar gestellt.

Mein Fazit eine gut lesbare Geschichte von einem Leben mit Höhen und Tiefen und einem Paul der nicht aufgibt.«
  9      0        – geschrieben von manu63
Kommentar vom 15. September 2022 um 13:36 Uhr (Schulnote 1):
» Die Geschichte eines Lebens – voller Humor, Glück und Leid und wunderbar fesselnd geschrieben


Paul lebt die ersten Kleinkindjahre überglücklich im „Weißwurschthimmel“, bei seinen Verwandten in Bayern. Bis eines Tages seine Mutter in von jetzt auch nachher dort herausreißt und nach Dortmund mitnimmt. Zusammen mit ihr und seinem Stiefvater Helmut beginnt dort nun sein neues Leben. Paul hatte noch nie Probleme, Freunde zu finden und schon bald ist er auch im Ruhrpott so richtig angekommen. Schule, Ausbildung, Abbruch, Arbeit, Studium – er hat so ziemlich alles durch und nichts so richtig abgeschlossen. Er liebt das Leben einfach viel zu sehr, um sich dauerhaft in einen festen Job zwingen zu lassen. Nicht nur das Leben, sondern auch die Frauen. Paul macht viele Bekanntschaften, genießt sein Leben, erlebt Liebe und Leid, segnet mehrere Male beinahe das Zeitliche und rappelt sich doch immer wieder auf. So hangelt er sich durchs Leben, wohnt in besetzten Häusern, kleinen Buden oder WG´s, bis er sich dann mit seiner Cora doch häuslich niederlässt und sich endgültig auf die Schauspielerei einlässt und eine eigene Familie gründet.

Erst einmal hat mich das tolle Cover mit dem Lausbubengrinsen sofort angesprochen! Dann ist es geschrieben von Michael Brandner, denn ich aus Hubert und/ohne Staller kenne und sehr mag. Klar, dass ich das Buch lesen musste. Zum Glück!
Aus diesem Buch springt einen die Liebe zum Leben und zu den Menschen förmlich an. Wie Brandner die Gefühle seines Hauptcharakters Paul beschreibt, dessen Liebe zu seinem kleinen Bruder und seinem alkoholkranken Stiefvater, aber auch die sehr schwierige Beziehung zu seiner Mutter und ihre Erwartungen, mit denen sie ihn unter Druck setzt – das macht richtig Spaß zu lesen. So schwierig Pauls Leben irgendwie ist, so wunderbar vom Glück durchzogen ist es. Paul ist ein Lebenskünstler, ein Sonnenschein und ein echt dufter Kerl. Voller Humor, Wärme und verrückter, trauriger, berührender Erlebnisse war es für mich ein Leichtes, jede Seite dieses Buches zu genießen. Ich begleite Paul vom Jahr 1951 bis 1994 und darüber hinaus durch sein Leben mit Höhen und Tiefen, das jetzt eigentlich gar nicht so etwas Besonderes ist. Und doch hat mich das Buch echt mitgerissen. Ein tolles Leseerlebnis. Ich bin einfach so hindurchgerauscht – wie Paul durch sein Leben. Michael Brandner ist also nicht nur ein toller Schauspieler, sondern er kann auch noch Bücher schreiben – und wie! Von mir daher ganz klar 5/5 Sterne.«
  16      0        – geschrieben von Lesezauber_Zeilenreise
 
Kommentar vom 8. September 2022 um 15:05 Uhr (Schulnote 3):
» Das, was Onkel Hans ihm zu sagen hat, hat es in sich: „Die Dame hier ist deine Mutter. Sie ist gekommen, um dich mitzunehmen.“ Den Münchner Wursthimmel lässt er hinter sich, es geht auf direktem Wege nach Dortmund zu den Kumpels.

In fünf Staffeln erzählt Michael Brandner alias Paul Brenner sein bisheriges Leben. Wobei mir die erste Etappe von 1952 bis zum Jahre 1965 am besten gefallen hat. Hier ist er Kind und erzählt seine Geschichte aus Kindersicht. Ein Roman mit biographischen Zügen ist es, was ich hier lese und der kleine Paul hat es mir sofort angetan. Seine ewig unzufriedene und nörgelnde Mutter, die immer etwas Besseres sein will und dies sich auch für Paul wünscht, ist treffend skizziert. Helmut, der zwar sein angeheirateter Stiefvater ist, ist ein Goldschatz, einen besseren Vater hätte Paul sich nicht wünschen können. Ewig hätte ich so weiterlesen können, ich hab mich wohlgefühlt trotz der nicht einfachen Mutter.

Und dann wird Paul flügge, strebt immer mehr dem Erwachsenwerden zu. Er wird einberufen, der Wehrdienst ist noch Pflicht. Und schon hat er ein Problem – die Haare müssen rappelkurz sein, aber ohne ihn! Gewitzt, wie er nun mal ist, legt er sich ne Perücke zu und kommt fast durch. Fast! Die „Schleifer“ kennen keine Gnade, nicht jedem gefällt das. Hier wird der Ton ernster, nachdenklicher.

Er ist ein kluges Köpfchen und doch hat er es nicht so sehr mit dem Lernen, die Welt wartet. Und mit ihr all die Verlockungen, die alle – wirklich alle – ausprobiert werden wollen. Seien es die Trips nach Amsterdam mit all ihren Coffeeshops, überhaupt die Drogen. Und natürlich – wie könnte es anders sein – steht die holde Weiblichkeit Schlange. Eine nach der anderen will vernascht werden, manchmal geht es etwas wilder und durcheinander zu. Ein richtiger Teufelskerl ist Paul! Dazwischen blitzt das gesellschaftliche und politische Zeitgeschehen durch, auch viele Bekannt- und Berühmtheiten werden erwähnt. Er sagt irgendwann von sich selbst, er sei ein Allroundstümper. Sowas gefällt mir schon, es ist ja auch was Wahres dran, wenn ich dem Gelesenen nachspüre.

Ein Leben der Extreme ist zeitweise Dauerzustand, es wiederholt sich alles, auch wenn die Gespielinnen und zuweilen die Örtlichkeiten wechseln. Auch wenn es durchweg unterhaltsam ist, so ist hier mein Interesse ziemlich auf dem Nullpunkt angelangt. Irgendwann kommt er dann an, er wird doch noch sowas wie häuslich, auch wenn ein Schauspieler viel unterwegs ist.

Der „Kerl aus Koks“ hat mir als Lausbub am meisten zusagt. Das Titelbild zeigt einen so liebenswerten kleinen Mann, dem der Schalk direkt aus den Augen blitzt. Die fast wahre Geschichte von demjenigen, dessen Konterfei in „Hubert mit und ohne Staller“ als Dauerbrenner allgegenwärtig ist, ist ausgelesen. Paul hat nichts ausgelassen. Nach seiner Kindheit ist seine Geschichte zu breit gewalzt worden, die Exzesse waren im Endeffekt ähnlich. Das hat dem ganzen „fabulösen Roman“ dann doch geschadet.«
  14      2        – geschrieben von Magnolia
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