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Freiheitsgeld
Verfasser: Andreas Eschbach (39)
Verlag: Bastei Lübbe (3760)
VÖ: 26. August 2022
Genre: Kriminalroman (10683) und Science Fiction (3480)
Seiten: 528 (Gebundene Version), 526 (Kindle-Version)
Themen: 21. Jahrhundert (340), Einkommen (11), Ermittlungen (1793), Geld (412), Journalisten (1362), Mord (8130), Politiker (299), Polizei (911), Ruhrgebiet (188), Zukunft (395)
Erfolge: 3 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 10)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Der Roman spielt im Jahr 2063. Es gibt diverse gesellschaftliche Verwerfungen - dargestellt bzw. repräsentiert durch diverse handelnde Personen. Zentrales Thema ist die Einführung des sogenannten Freiheitgeldes vor 30 Jahren (also im Jahr 2033). Ein weiterer dystopischer Roman von Andreas Eschbach.
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor wenigen Wochen ist mit »Freiheitsgeld« ein neuer Roman von Andreas Eschbach erschienen. Das 528 Seiten starke Buch aus dem Lübbe Verlag schaffte es bis in die Top Ten der Hardcover-Bestsellerliste des Spiegels und landete bei unserer Userabstimmung zum Buch des Monats August auf dem zweiten Platz. Inzwischen haben wir das gute Stück selbst durchgeschmökert. Man kann es für 25 Euro bekommen, die digitale Ausgabe hat einen Preis von 17,99 Euro. Auch als Hörbuch ist es erhältlich, dieses hat eine Spielzeit von 15:15 Stunden und wurde von Matthias Koeberlin eingelesen.

In dem Werk geht es in die sechziger Jahre des 21. Jahrhunderts, in dem die meiste Arbeit von Robotern verrichtet wird, während die Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen - das titelgebende »Freiheitsgeld« - erhalten, wodurch es nicht mehr zwingend nötig ist, selbst eine Arbeit zu finden. Seit der Einführung des Freiheitsgeldes sind drei Jahrzehnte verstrichen. Nun wird der inzwischen greise Politiker, der das System einst durchgesetzt hatte und inzwischen im Ruhestand ist, ermordet. Nahezu zeitgleich kommt ein Journalist ums Leben, der als der große Gegenspieler des Ex-Bundeskanzlers und Ex-EU-Präsidenten galt. Ein junger Polizist, der sich gerade erst in die Abteilung für Gewaltverbrechen versetzen ließ, wird in beide Fälle hineingezogen und gerät dadurch an mächtige Gegner.

Zunächst mal eine Kleinigkeit vorweg: Die Wahl der Namen ist in dem Buch bisweilen etwas seltsam ausgefallen. Der Roman spielt im Jahr 2064, und man begegnet unter anderem Figuren wie dem Archivar Gottlieb Weber (siebzig Jahre alt, also 1993 oder 1994 geboren) und dem Journalisten Günter Leventheim (73 Jahre alt, also 1990 oder 1991 geboren). Uns ist schon klar, dass die Namen auf diese Weise gewählt wurden, weil man sie im Kopf automatisch mit einer bestimmten Altersklasse verbindet, aber sie passen einfach überhaupt nicht zu der Zeit, in der sie geboren wurden. Man sollte als Leser also besser nicht nachrechnen. ;)

Bei vielen Büchern von Andreas Eschbach liest man das gleiche Urteil: Großartige und außergewöhnliche Grundidee, die so noch kein Autor vor ihm hatte, eine hervorragend und mitreißend geschriebene Storyline, aber das Ende ist irgendwie unbefriedigend. Man könnte es als das Stephen-King-Syndrom bezeichnen, denn auf dessen Œuvre trifft dies nahezu auch durch die Bank weg zu. Auch über »Freiheitsgeld« könnte man vieles davon wieder genauso sagen. Eine Welt als Grundlage zu nehmen, in der das bedingungslose Grundeinkommen existiert, ist kreativ und frisch. Über Eschbachs Erzählstil, einprägsame Charaktere & Co. muss man gar nicht diskutieren, die sind auf gewohnt hohem Niveau. Und das Ende ... nun ja, es ist sicher nicht jedermanns Sache, denn - Achtung: Spoiler für den Rest dieses Absatzes! - hier wird praktisch komplett auf einen Showdown verzichtet, stattdessen bekommt man im letzten Fünftel des Romans einen Part serviert, in dem Figuren in langen Unterhaltungen ausführlich ihre Position erläutern. Kann man machen, vermutlich weiß man dann aber als Autor auch schon während des Schreibens, dass es dazu ein geteiltes Echo geben wird.

Dass wir dieses Mal eine schwächere Wertung vergeben als wir es bei den meisten anderen Eschbach-Romanen tun würden, liegt daran, dass uns die Art der Geschichte nicht so recht zugesagt hat. Was man hier bekommt, ist über weite Strecken einfach nur ein Kriminalroman, in dem Ermittlungsarbeit geleistet wird ... er spielt halt nur ein paar Jahre in der Zukunft. Die Ermittlung ist durchaus spannend, aber genretechnisch weder das, was man von Eschbach erwarten würde, noch das, was man anhand der Grundprämisse des Werks vermuten würde. Otto Normalkrimifan wird aber ebenso ein paar Sachen finden, die ihm aufstoßen werden, insbesondere was den Faktor Zufall angeht, der in dem Buch steckt. Denn wer hier zufälligerweise für unterschiedliche Verbrechen gleichermaßen verantwortlich ist, wer hier zufälligerweise Nachbar von wichtigen Personen ist, wo zufälligerweise Kisten untergestellt werden, was hier zufälligerweise zurückgelassen wird ... nun, sagen wir mal: Das ist schon ein wenig arg zurechtgebogen. Ach ja, und dass hier ein paar Verschwörungstheorien aufgegriffen werden und quasi in die Praxis umgesetzt wurden, hat auch ein Geschmäckle, denn man sollte dem Affen bekanntlich keinen Zucker geben, und womöglich wird es den einen oder anderen querdenkenden Leser geben, der das Ganze inhaliert und auf den Trichter »Ach guck an, der Eschbach ist bestimmt einer von uns« kommt, auch wenn es Eschbach sicherlich nicht ist. Hoffentlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann dem Buch einen anständigen Unterhaltungsfaktor nicht absprechen, aber hier und dort gibt es dann doch Stolpersteine, über die man einfach nicht hinwegsehen kann. Daher empfanden wir »Freiheitsgeld« eher als mittelprächtig und hoffen, dass zukünftige Romane des Autors wieder stärker werden. Und über das bedingungslose Grundeinkommen können gerne noch ein paar weitere ideenreiche Bücher geschrieben werden.
– geschrieben am 1. Oktober 2022 (3/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Cookies