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Die Inselermittler 3 - Norderneyer Postmord
Verfasser: Alfred Bekker (233)
Verlag: Klarant (876)
VÖ: 26. August 2022
Genre: Kriminalroman (10375)
Seiten: 200 (Taschenbuch-Version), 194 (Kindle-Version)
Themen: Assistenten (329), Detektive (1376), Inseln (2457), Mord (7905), Ostfriesland (792), Postboten (35)
Reihe: Die Inselermittler (Alfred Bekker) (3)
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Erklärung der Bewertungssysteme
»Der Postbote ist tot? Heißt das, wir kriegen keine Post mehr auf Norderney?«

Die Assistentin des exzentrischen Privatdetektivs Wieland von Bröking ist empört über die Reaktion ihres Chefs, als er vom Tod des Norderneyer Postboten John Brösemeier erfährt. Mit dem Fall, der seiner Assistentin aus persönlichen Gründen sehr nahegeht, will von Bröking zunächst nichts zu tun haben, übernimmt aber dann doch gemeinsam mit Inselkommissar Manno Lewert die Ermittlungen. John Brösemeier wurde in den Dünen der Insel erstochen, die tödliche Verletzung weist auf eine ungewöhnliche Spezialwaffe hin. Außerdem hieß der Amerikaner noch vor Kurzem »Nelson« mit Nachnamen, bevor er sich in New York in eine Ostfriesin verliebte und kurzerhand nach Norderney zog. Hat den Postboten aus Amerika seine Vergangenheit eingeholt? Besonders auffällig ist zudem ein Tattoo am Hals des Opfers. Von Bröking ist sich absolut sicher, dass er dieses im Rahmen früherer Ermittlungen schon einmal gesehen hat ...
Quelle: Klarant
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei David Groeger vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Alfred Bekker gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Wieland von Bröking saß in dem mit mehreren Großbildschirmen ausgestatteten Wohnarbeitszimmer seines Hauses in Nordhelm, dem nordöstlichsten Teil der Stadt Norderney. Bis zum Strand waren es nur ein paar Minuten. Man hatte durch die Fensterfront einen freien Blick auf die beeindruckende Dünenlandschaft. Ein paar Möwen kreisten dort in der Luft. Der Wind bog die karge Dünenvegetation in seine Richtung.
     Eine Norderneyer Postkartenidylle aber Wieland von Bröking hatte dafür keinen Blick. Seine Augen waren starr auf einen der Bildschirme gerichtet und wechselten dann plötzlich mit einer abrupten Bewegung zu einem der anderen Bildschir¬me. Diese ruckartige Bewegung erinnerte etwas an die Kopfbewegungen eines Vogels.
     Auf den Bildschirmen waren endlose Reihen von Porträtfotos zu sehen. Porträtfotos, wie sie in Ausweisen, Reisepässen und Bewerbungen üblich waren. Die Gesichter auf den Bildern waren alle ziemlich ähnlich. Alles junge Männer in den Zwanzigern. Alle dunkelhaarig. Alle machten ungefähr denselben ernsten Gesichtsausdruck.
     Sich nicht ablenken lassen, das war das Allerwichtigste bei der Arbeit. Das hatte Wieland von Bröking immer wieder festgestellt. Von Bröking verfügte über eine sehr seltene Fähigkeit. Er war ein sogenannter Super-Recogniser, der sich Gesichter und ähnliche spezifische Strukturen mit einem Blick dauerhaft merken konnte. Ein Super-Recogniser konnte Gesichter zuverlässiger erkennen als jede Gesichtserkennungssoftware. Dementsprechend setzte man Menschen mit dieser Fähigkeit immer öfter bei polizeilichen Ermittlungen ein.
     Von Bröking war Privatermittler und Gutachter. Und normalerweise nahm er nur Fälle an, bei denen er von zu Hause aus arbeiten konnte. Diese Ermittlungen bestanden meistens im Abgleich großer Datenmengen an Bildmaterialien. Tauchte eine gesuchte Person in irgendwelchen Bildarchiven auf, dann fand er den Betreffenden. Dabei spielte es keine Rolle, was der Ursprung dieser Bilddaten war. Ob erkennungsdienstliche Behandlung der Polizei, Grenzkontrollen, Überwachungskameras oder Bilder, die die Betreffenden vielleicht selbst in sozialen Netzwerken posteten, kamen dafür in erster Linie infrage.
     Dass inzwischen jemand an der Tür war, sie öffnete und ins Haus kam, bemerkte von Bröking überhaupt nicht.
     Er hatte die Fähigkeit, sich vollkommen von äußeren Eindrücken abzuschirmen, wenn es sein musste.
     Fokussierung auf das Wesentliche nannte er das.
     Und das Wesentliche waren bestimmte Strukturelemente, die er wie kaum ein Zweiter zu identifizieren und wiederzuerkennen vermochte. Nur absolute Konzentration führte bei seiner Arbeit letztlich zum Erfolg. Ob es um eine vermisste oder flüchtige Person oder um ein vermisstes oder gestohlenes Kunstwerk ging, war dabei nicht entscheidend. Letztlich ging es immer um dasselbe: die Erkennung und Wiedererkennung kennzeichnender Muster und Strukturen.
     Und genau dazu war aus einer Laune der Natur heraus sein Gehirn nahezu perfekt geschaffen.
     Der Eindringling, der soeben das Haus betreten hatte, ging zunächst in die große Küche, um dort etwas auf dem Tisch abzulegen.
     Es war dabei nicht das geringste Bemühen zu erkennen, unbemerkt zu bleiben.
     Im Gegenteil.
     »Herr von Bröking!«, rief eine weibliche Stimme, die sehr hell und sehr durchdringend war. Der Eindringling war nämlich Jarmila Mustafi, die Assistentin des Privatermittlers. Sie besaß einen Hausschlüssel und kam jeden Morgen, um sich um all die Dinge zu kümmern, um die Wieland von Bröking sich nicht kümmern wollte. Angefangen vom Haushalt bis hin zu Erledigungen bei hiesigen Geschäften, Anrufen, die mit von Brökings gegenwärtigen Aufträgen zu tun hatten, und so weiter. Die Liste ließ sich nahezu beliebig verlängern. Ihre erste Aufgabe des Tages bestand allerdings in der Regel erst einmal darin, Brötchen fürs Frühstück mitzubringen.
     Da Wieland von Bröking in seinem Umgang mit anderen Menschen dazu neigte, Dinge allzu offen auszusprechen, die ihm gerade auffielen, war es besser, wenn er solche Aufgaben von seiner Assistentin erledigen ließ. Schließlich war Norderney eine Insel und das bedeutete, dass die Anzahl der Bäcker, bei denen man Brötchen kaufen konnte, begrenzt war. Nur hätte Wieland von Bröking dieser Umstand nicht daran gehindert, sich innerhalb kürzester Zeit durch kritische Anmerkungen und Ratschläge, die niemand außer von Bröking selbst als gutgemeint empfand, so unbeliebt zu machen, dass er die Brötchen nur noch hätte selber backen können.
     Aber für so profane Dinge hätte Wieland von Bröking natürlich niemals genug Zeit gehabt.
     Dazu hielten ihn seine Aufträge einfach auch zu sehr in Atem.
     »Herr von Bröking, ich bin hier! Es gibt Frühstück! Und einen neuen Fall!«
     Zu behaupten, dass Wieland von Bröking seine Assistentin ignoriert hätte, wäre nicht richtig gewesen.
     Er ignorierte sie nicht, sondern er bemerkte sie tatsächlich nicht.
     Jarmila Mustafi hatte eine Weile gebraucht, um diesen Unterschied zu erkennen. Aber danach war sie deswegen auch nicht mehr beleidigt gewesen.
     Wahrscheinlich hätte es mindestens einer Explosion im Garten bedurft, um von Bröking aus seiner konzentrierten Versenkung zu reißen.
     Jarmila wusste inzwischen aus Erfahrung, dass man in solchen Momenten schon einiges an Remmidemmi veranstalten musste, um in die Wahrnehmungssphäre des Genies vorzudringen.
     Die junge Frau lehnte einen Moment am Türrahmen und wischte sich eine Strähne aus der Stirn, die sich aus ihrem blonden Haarschopf herausgestohlen hatte.
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