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Mitterfirmiansreut
Verfasser: Friedrich Haugg (2)
Verlag: epubli (1929)
VÖ: 7. Juli 2021
Genre: Kriminalroman (10328)
Seiten: 464 (Taschenbuch-Version), 466 (Kindle-Version)
Themen: Aussteiger (9), Bayerischer Wald (38), Kommissare (2991)
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Werner Lorenz hat schon lange vom Aussteigen geträumt, obwohl Claudia die Idee indiskutabel findet.
Als er feststellt, dass seine Zweizimmerwohnung in Starnberg mehr bringt als der Bauernhof
im Bayrischen Wald kostet, steht sein Entschluss fest.
Grenze und Menschen sind frei, der Wald wieder das, was er schon immer war,
ein wunderschöner, unheimlicher und riesiger böhmisch-bayrischer Urwald.
Nur dumm, dass er einige Menschen zu wenig legalen Betätigungen animiert.
Die Lage spitzt sich zu, als ein Kapitalverbrechen die Gemeinde erschüttert.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Friedrich Haugg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Friedrich Haugg gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Und 30.000 Quadratmeter Grund dazu. Für 180.000 Euro. Würde hier etwa 25 Millionen kosten. Ist dir schon klar, oder?“
     „39.562 Quadratmeter. Das ist Marktwirtschaft. Das verstehst du nicht. Für den ist es ein Haufen Geld. Und für mich ist es der Tausch einer Zweizimmerwohnung mit einem Anwesen, das vier Gebäude hat. Verrückt, oder?“
     „Was machst du eigentlich mit dem ganzen Geld? Deine Wohnung hat doch viel mehr gebracht.“
     „Ein bisschen Renovierung wird schon nötig sein. Man will ja nicht ganz auf die Zivilisation verzichten.“
     „Und was willst du da bloß? Da gibt es niemanden außer Wölfen, Schakalen, Schlangen, Bären und Pumas.“
     „Pumas nicht. Kannst jederzeit bei mir wohnen.“
     „Igitt. Mittelwaldräude. Das Letzte.“
     „Es heißt Mitterfirmiansreut und den Ort gibt es wirklich.“
     „Ist ja gut, Alter.“
     „Kommst du mit?“
     „Nö.“
     „Nach St. Tropez würdest du mitkommen.“
     „Klar. Ist allerdings auch nicht mehr das, was es mal war. Nur noch exhibitionistische Schicki – Mickis und Schwärme von Proleten, ausgespuckt von den Kreuzfahrtschiffen, die die Promenade verstopfen und die Schicki – Mickis begaffen. Im Senequier findest du keinen Platz mehr, obwohl der Cappuccino 8 Euro kostet.“
     „Beinahe wie hier.“
     „Keine Kreuzfahrtschiffe.“
     „Aber S-Bahn und Bus.“
     „Fortbewegungsmittel für Proleten. Früher haben solche ordentlich arbeiten müssen und keine Zeit gehabt für etwas, was sie sowieso nicht verstehen.“
     „Genug geplappert. Kommst du jetzt mit.“
     „Nö.“
     „Allein in der Wildnis. Da fürchte ich mich.“
     „Nimm doch Claudia mit.“
     „Die fürchtet sich auch.“
     „Die wandert also nicht aus mit dir?“
     „Tut sie wohl nicht.“
     „Flucht vor Claudia?“
     „Quatsch. Ich wollte schon immer einen Bauernhof. Das hat sie nie verstanden. Verstanden schon, aber für eine vorübergehende kindische Schwärmerei gehalten. Nur hier kosten Bauernhöfe 10 Millionen. So viel hab' ich nicht.“
     „Lage. Lage. Lage.“
     „Dort ist die Lage perfekt für ein vernünftiges Leben.“
     „Hundert Meter vor dem Eisernen Vorhang. Dahinter noch mehr Urwald, 15.000 Kilometer und hässliche, grausame Gestalten aus Sibirien und der Mongolei. Und die wollen alle zu uns. Hatten wir schon mal. Attila, du erinnerst dich?“
     „Tschechien ist EU. Polier' mal deine Kenntnisse auf.“
     „Deswegen sind die Menschen auch nicht anders geworden. Sie können uns jetzt nur leichter überfallen.“
     „Der Bayerische Wald heißt eigentlich Böhmerwald und ein Teil davon ist in Tschechien und in Österreich. Er bildet ein einmaliges, zusammenhängendes Naturreservat. Jetzt. Und außerdem ist er ein uraltes Mittelgebirge.“
     „Brav gelernt. Geht da Handy?“
     „Ja. Geht. Weiß ich noch vom letzten kurzen Skiurlaub.“
     „Langlaufen.“
     „Nein. Richtig. Schön da.“
     „Du lügst.“
     „Schluss jetzt. Ich kann dich anrufen, wenn ich verloren gehe?“
     „Wenn's sein muss.“
     „Servus, Kameradenschwein.“
     „Faules Kameradenschwein. Ich geh' doch nicht freiwillig in die Einöde. Außerdem habe ich keinen Geländewagen.“
     „SUV ist kein Geländewagen?“
     „Mein Gott bist du naiv. Meiner hat nur Frontantrieb.“
     „Ach so. Stadtgeländewagen. Zur Angeberei.“
     „Mathilde wollte so etwas.“
     „Klar. Mehr Sicherheit für das edle Kind beim In-die- Schule-bringen und zum Reiten wieder abholen. Und dann Tennis. Nicht zu schaffen ohne SUV. Der Friseurtermin ist ja noch dazwischen.“
     „Beleidige Mathilde nicht. Außerdem haben wir kein Kind.“

Links rum um München, die Staus erträglich. Autobahn Deggendorf. Ah, Landshut. Burg Trausnitz. Schöne Stadt. Sieht man aber nicht von der Straße aus. Atommeiler. Isar 1 wird schon zurückgebaut, Isar 2 bald auch. Aussterbende Technik. Hat nicht lange gelebt. Ziemlich umweltfreundlich. Ach so, der Restmüll. Blöd. Claudia habe ich gar nichts gesagt. Die war ja auch nicht da. Am Genfer See oder Gardasee? Keine Ahnung. Ist auch nicht wichtig. Überhaupt, Claudia. Sieht schon gut aus. Mehr so durchgestyltes Schicki – Micki. Nicht meine Welt. Keine Liebe. Nur die heiße Braut zum Angeben. Der Sex ist nicht besonders. Shopping, Body shaping und Partying ist ihr wichtiger.
     Dingolfing. Ha. Hier versuchen sie jetzt an Elon Musk heranzukommen. BMW - Werk für E-Autos. Schaffen die nicht. Viel zu schwerfällig so eine alteingesessene Firma. Batterieautos sind sowieso der falsche Weg. Aber alle springen auf, die Deppen. Auch Mainstream muss nicht richtig sein. Elon Musk ist schon zu bewundern. Aber mit so viel Geld hätte ich das auch gekonnt. Oder vielleicht auch nicht. Elon Musk hat immerhin das viele Geld selbst verdient, nicht durch spekulieren. Oder Glück gehabt mit Paypal. Keine Ahnung. Das Andocken an die ISS war schon Klasse. Fast so interessant wie 1969. Jetzt NASA – TV mit dem Amazon – Fire Stick. Was es alles gibt. Er erinnerte sich noch an den winzigen, rundlichen Kathodenstrahlbildschirm seiner Eltern aus dem schwarzweiß nur das kam, was man sehen und hören sollte. Später waren es immerhin zwei Sender und bei uns noch ORF mit den besseren Filmen. Um Mitternacht war Schluss. Noch die bayerische Nationalhymne, dann das Testbild. Das war interessant, weil man mit Knöpfen den Testkreis zu einem Ei oder kreisrund machen konnte. Meine Güte bin ich alt.

Werner wurde müde. Immer die gleiche, hügelige Kulturlandschaft, bei der mehr und mehr die schon lange abgeernteten Weizenfelder überwogen. Er war im fruchtbaren Gebiet des Gäubodens.
     Endlich Deggendorf. Über die Donau. Keine Schiffe. Langweilig. Außerdem ist der Inn viel breiter als die Donau, wenn sie sich in Passau vereinigen. Passau. Ja, das ist schön. Muss ich bald mal wieder hin. Jetzt nicht. Navi sagt links ab nach Waldkirchen und dann nach Freyung. Es wird noch hügeliger und waldiger. Bayerischer Wald eben.
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