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Rheinische Lösung
Verfasser: Robert Fuhr (4)
Verlag: Gmeiner (605)
VÖ: 10. August 2022
Genre: Thriller (7964)
Seiten: 380 (Taschenbuch-Version), 374 (Kindle-Version)
Themen: Attentate (271), Geheimdienste (472), Gier (205), Künstliche Intelligenzen (212), Mord (7877), Unternehmen (151)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Robert Fuhr für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Robert Fuhr gibt es auf seiner Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Um 1000 Uhr wacht Karl wieder auf. Raquel schläft noch. Das Fenster steht auf, das Meer bläst eine kühle Brise durch das Terrassenfenster ins Zimmer. Er steht auf und geht zum Fenster.
     Karl muss sie ansehen, wie sie daliegt. Er sieht etwas, was er malen würde, wenn er könnte. Einen Moment denkt er an den Fotoapparat, verwirft den Gedanken, weil kein Fotoapparat das festhalten könnte, was er empfindet. Das Bild würde er ewig im Gedächtnis behalten auch ohne eine technische Einrichtung, die in diesem Moment so profan wäre, des Augenblicks nicht würdig. Zu schnell wacht sie auf, entdeckt ihn, sieht seine Blicke, deckt sich nahezu mädchenhaft mit dem weißen Laken zu.

***


Ausgerechnet diese Frau erwischt Karl in einem Augenblick der Scham, als sie die Beine an sich zur Brust zieht, damit er nicht zu viel von ihrem Körper sehen kann. Sie fühlt sich beobachtet und deswegen unsicher. Er kann es nicht fassen, genießt es für den Bruchteil einer Sekunde, in der er weiß, dass nicht alles nur Theater und Professionalität gewesen sein kann, gerade wegen dieser Unsicherheit, die so gar nicht zu ihrem Auftreten passt. Um die Stille zu brechen, sagt sie: „Guten Morgen“, wieder zu verlegen, zu schnell. „Hast du auf meine Narben gesehen?“
     Karl sagt leise, als er sich zu ihr auf das Bett setzt: „Jedenfalls hast du noch mehr Narben als ich!“
     „Ja“, bestätigt Raquel, „deine sind von der Ausbildung, vom Sport, meine sind aus dem Krieg.“
     Karl fühlt sich wieder unterlegen.
     „Stören sie dich?“, fragt sie fast selbstbewusst, obwohl sie sich das Bettlaken als Gegenbeweis weiter hochzieht.
     Karl zieht das Laken sanft herunter: „Hattest du die letzten Stunden den Eindruck, dass mich etwas an dir stört?“
     Sie lacht, küsst ihn, zieht ihn an sich, als ob sie in ihn reinkriechen wollte.
     Irgendwann bestellt Karl ein Frühstück, sie duschen; er erinnert sich nicht mehr. Als sie erwachen, ist es Abend. Karl denkt an eine alte chinesische Geschichte, in der ein Edelmann erwacht und sich fragt, ob er geträumt habe, ein Schmetterling zu sein, oder ob er ein Schmetterling sei, der gerade träumte, ein Edelmann zu sein.

***


Raquel sagt irgendwann sehr spontan, perfekt getimed, um jegliche Romantik zu unterbinden: „Gehen wir etwas essen!“ Was sie sagen wollte, war: „Es war schön, aber jetzt ist es aus!“
     Karl hat das erwartet, aber nicht so schnell; nicht so brutal.
     „Ja, gerne, in unser Lokal?“, schlägt er gespielt höflich vor.
     „Nein, in irgendein Lokal, wo es Fleisch gibt!“, sagt sie.
     „Okay! Gehen wir!“
     Sie ziehen sich an, sitzen bald an einem Tisch.
     „Karl“, sagt sie, „das war unglaublich für mich, aber das führt zu nichts!“
     Karl kennt diese Art der Diskussion, aber nicht nach so einem Erlebnis: „Was meinst du?“
     „Ich gehöre in dieses Land und du in deines!“
     „Bitte sag mir nicht, dass ich ein Auftrag für dich war!“
     „Ich kenne deine Akte, ich weiß, dass du ein Experte im Nahkampf bist, aber ich habe große Lust, dir eine reinzuhauen!“
     Karl ist verlegen: „Sorry, ich wollte dich nicht verletzen, aber ich bin auch nicht naiv!“
     Raquels Augen scheinen etwas wässrig zu sein. Zum ersten Mal sieht Karl sie betrübt: „Besser kann es nicht werden als jetzt …!“, sagt sie.
     Karl unterbricht: „Das habe ich einige Male so oder so gehört und trotzdem …“
     Raquel sieht ihn wütend an: „Würdest du jetzt bitte schweigen?“
     „Jawohl, Frau Major!“
     Raquel hat einen sehr ernsten Gesichtsausdruck, als sie fragt: „Bereust du es?“
     Karl sieht ihr fest, direkt in die schwarzen Augen, sagt: „Den Teufel tu ich!“ Auch das alles war wohl unvermeidlich.

***


Den Rest des Tages verbringt er mit Helger. Sie reden über den Auftrag, die Lieferzeit, wie man Kosten spart. Karls Gedanken sind bei Raquel. Am nächsten Tag steht er am Flughafen und fragt sich, wie er das, was unweigerlich kommen wird, lösen soll. Es sind immer die gleichen Fragen der Israelis bei der Ausreise, die sehr lange dauern: „Was haben Sie gemacht?“, „Mit wem waren Sie zusammen? Beruf?“, „Wer waren Ihre Geschäftspartner?“, „Was sind das für Zeichnungen?“ und wie immer: „Hatten Sie Sex?“ Auf die Frage wartet Karl ganz besonders. Er weiß, dass Raquel das Prozedere kennt. Zu Karls Überraschung ist Raquel die Fragende und stellt tatsächlich diese Frage: „Hatten Sie Sex in Israel?“ Als sie es herausbringt, bedeutet sie dem Psychologen, der immer anwesend ist, mit einer Handbewegung, den Raum zu verlassen, um Helger zu befragen.
     „Wie meinen Sie das? Außer mit Ihnen, Frau Major?“
     Karl fühlt sich wieder als Mann, nicht überlegen, denn so fühlt er sich Frauen gegenüber nie wirklich, aber zumindest wieder so etwas wie gleichberechtigt. Eine Art Augenhöhe ist wiederhergestellt. Der schmale Grat dessen oder einer subtilen Rache an der Grenze zu einem bösen, interessanten Spiel?
     Raquel blickt ihn zornig an: „Du kannst ein solches Arschloch sein!“
     Karl wird ironisch: „Ts, ts, so ein böses Wort in unserer so jungen Beziehung! Ist das eine Art Scheidung?“
     Raquel ist wirklich sauer, sieht ihn mit ihren schwarzen Augen an, die zu glühen scheinen: „Ernsthaft. Ich lasse dich festnehmen!“
     Karl lacht: „Also, wie war die Frage noch mal?“
     Raquel holt lange aus für das, was sie sagen will. Sie atmet tief ein, ringt nach den richtigen Worten, um dann doch nur das herauszubringen: „Oh, du verdammter Idiot!“
     Karl kann es sich nicht verkneifen: „Also, Frau Major, ich muss doch sehr bitten. Sie hatten doch nicht Sex mit einem Arschloch und Idioten. Da muss ich aber eine Lanze für ihn brechen …!“
     Sie kann nicht anders und muss lachen, laut, schallend. Sie ist wieder Raquel trotz der Uniform.
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