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Rheinische Lösung
Verfasser: Robert Fuhr (4)
Verlag: Gmeiner (606)
VÖ: 10. August 2022
Genre: Thriller (7970)
Seiten: 380 (Taschenbuch-Version), 374 (Kindle-Version)
Themen: Attentate (271), Geheimdienste (472), Gier (205), Künstliche Intelligenzen (212), Mord (7889), Unternehmen (151)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Robert Fuhr für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Robert Fuhr gibt es auf seiner Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

2. Unvermeidlich

Es ist dumm, das zu befürchten, was unvermeidlich ist.
Publius Syrus


30 Minuten später klingelt Karls Handy. Raquel sagt, dass er sich nett machen solle, sie sei bald da. Nett machen, hat sie gesagt, wie man zu einer Frau sagen würde, die man gut kennt. Raquel ist ein Lichtblick, gerade wegen dieser offenen Art. Als sie ihn abholt, strahlt sie, was sofort auf Karl übergeht. Er verschwendet keinen Gedanken mehr an das, was er noch vor einer Stunde gesehen hat, als er sie sieht. Raquel trägt ein sehr körperbetontes Kleid. Das hat Karl erwartet oder, besser noch, erhofft.
     Nicht erwartet hat er diesen Körper. Sie ist sehr trainiert, trotzdem weiblich, aber wichtiger noch ist die Art, wie sie sich bewegt, als sie auf ihn zukommt. Viele Männer stehen auf irgendetwas bei einer Frau, die Haarfarbe, die Brüste, die Beine oder den Po. Karl liebt die Bewegung, besser gesagt, wie eine Frau ES gestalten kann. Sie kann dieses gewisse ES gestalten, ganz sicher. Man könnte meinen, dass ihre Füße kaum den Boden berührten. Sie scheint zu schweben, aber es sieht auch ein bisschen so aus, als wollte sie keine Fußabdrücke hinterlassen, wenn sie auf Sand liefe. Karl denkt, dass er wohl wieder mal seine Berufskrankheit vor sich habe, die alles in militärische Kategorien lenkt. Sie trägt keine Pumps, die die Beine einer Frau immer strecken, wie man es in Europa erwartet hätte. Ballerinas sind alles, was sie braucht bei ihren kaum 1,70 m. Es ist perfekt. Sie ist perfekt. Karl stammelt so etwas wie: „Du siehst unglaublich aus.“
     Sie sagt fast nüchtern in dieser Situation, aber mit leicht ironisch-witzigem Unterton: „Ja, ich weiß, ich habe ja auch lange genug dafür gebraucht. Aufdonnern, das geht schnell, aber natürlich gut aussehen, das dauert sehr lange!“ Sie lacht sehr laut, so sympathisch, über sich und ihren eigenen Witz, der möglicherweise kein Witz ist. Karl zweifelt, aber ihr Lachen ist ansteckend. Es gibt keine Option, außer gute Laune zu haben.
     Sie fragt wie selbstverständlich: „Hast du Hunger?“, und Karl antwortet ebenso selbstverständlich: „Ja, sicher!“
     Raquel führt ihn in das Restaurant, das die Touristen nur durch Zufall sehen, aber es ist auch so gestaltet, einen Touristen zu beeindrucken, wenn man ihm das „wahre Israel“ zeigen will: das Meer, die offene Terrasse, die Gerichte aus dem, was das Meer dort hergibt, und die so „vollkommen israelisch“ sind. Karl lächelt in sich hinein. Weiß sie wirklich nicht, dass er hier gelebt hat, das meiste davon kennt? Unwahrscheinlich, dass sie es nicht weiß, denn sie gehört dem Mossad an. Sie essen, aber sie essen nicht, sie trinken Wein, aber sie trinken nicht. Alles ist nur das, was das Unausweichliche vorbereitet.
     Als sie beim Nachtisch sind, fragt sie Karl, wie es nun weitergehen solle. Karl weiß nicht, was er erwidern soll, obwohl alles so klar ist. Er will diese Frau, weiß nicht einmal, warum. Es ist ihm auch egal. Er ist ungebunden. Sie ist unglaublich: witzig, intellektuell, unterhaltend. Sie hat die ganze Zeit keinen Hehl daraus gemacht, was sie will. Karl fühlt sich manchmal wie die verfolgte Jungfrau, denn Komplimente der Art, wie sie sie macht, ist er nicht gewohnt. Sie sind ebenso aggressiv wie wunderbar. Frech spricht sie über seinen schönen Oberkörper, seine Lippen, seine starken Hände; bald über seine grünen Augen, die wohl vom Teufel abstammen müssten. Karl kommt nicht einmal dazu, Gegenkomplimente zu machen, die sowieso nur als ein plumpes Entgegnen ausgefallen wären. Unehrlich wären sie erschienen, eher als eine Formalität. Sie sagt wieder etwas über seine Arme, wie schön sein Körper sei. Karl kann sein Erröten nur durch seine Atemtechnik verhindern und durch ein paar Witze überspielen. Das war zweifellos die aggressivste Frau, die er je kennengelernt hatte. Er genießt sie, sie genießt es, ihn in Verlegenheit zu bringen, was nicht zu übersehen ist durch ihre Posen. Wie sie das Haar gekonnt zurückwirft, ihren Busen wie zufällig präsentiert durch das Zusammenschieben ihrer Unterarme auf dem Tisch.
     „Also“, weckt sie Karl aus seinen Gedanken, der Sorge um seine Familie, der Firma und so vielen anderen Fragen, die in seinem Hinterkopf herumschwirren: „Wie geht es weiter?“
     Karl weiß nicht, was er sagen soll außer: „Mach doch einen Vorschlag. Das ist dein Land, deine Kultur!“ Wenn sie schon so rangeht, dann soll sie auch die Entscheidung treffen, die lange gefällt ist! Raquel tut etwas, was Karl so nicht erwartet hat.

***


Sie sagt: „Du gefällst mir. Ich möchte, dass du heute Nacht zu mir kommst, oder ich komme zu dir ins Hotel oder was auch immer. Ganz sicher will ich mit dir zusammen sein.“
     Karl verschlägt es den Atem. Es fällt ihm nichts Besseres ein als: „Wie bitte?“
     Raquel ist entsetzt: „Willst du mich demütigen? Soll ich es wiederholen?“
     „Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Ich bin es nur nicht gewohnt … dann auch noch von einer Frau, die sich die Männer sicher mit einem Stock vom Leib halten muss, so schön, wie du bist!“
     Raquel schüttelt den Kopf: „Gott, seid ihr Deutschen kompliziert!“
     Karl verlangt die Rechnung, muss dann erfahren, dass sie bereits bezahlt ist. Jetzt fühlt er sich wirklich als das schwächere Geschlecht, wenn es denn so etwas überhaupt geben sollte. Sie bestellen ein Taxi, denn sie sind in Eile. Die Fahrt ist unendlich lang, obwohl sie vom Hotel aus zu Fuß zum Restaurant gegangen sind. Karl sieht den alten Taxifahrer im Rückspiegel lächeln, der das sicher jeden Tag sieht. Sie küssen sich, wissen nicht mehr, wann das Taxi anhält. Karl erinnert sich nicht mehr, dass er es zu seinem Hotel beordert hat. Er zahlt hastig, beide laufen förmlich durch die Halle, versuchen, im Aufzug durchzuatmen, kommen endlich im Zimmer an. Karl ist nicht naiv, er weiß, dass sie eine Agentin sein könnte, die nur ihren Job macht, aber er will es nicht glauben, will es nicht wissen, er fühlt sich einsam, und was könnte schon passieren? Er würde den Israelis sowieso die Pläne über die Anlagen zur Verfügung stellen müssen. Nach dem Abschluss gibt es keine Geheimnisse mehr. Betriebsgeheimnisse, das wusste Karl, waren nur durch Neuentwicklungen zu schützen. Genau das war die Stärke seines Unternehmens: Kreativität!
     Als sie im Zimmer sind, vergeht die Zeit wie im Rausch. Es ist nicht genug davon da. Die Zeit sollte stillstehen, sich dehnen, das Zimmer soll das Universum sein. Morgens um sechs sind sie immer noch wach. Sie reden, lieben sich, blödeln herum, sprechen über Philosophie, Politik … Da der nächste Tag frei ist, haben sie Zeit, aber auf keinen Fall genug davon.
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