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Weltengewitter - Spiegel unserer Zeit
Verfasser: Andreas Lukas (4)
Verlag: Spica (15)
VÖ: 29. Juli 2022
Genre: Gesellschaftsroman (441)
Seiten: 208
Themen: Entscheidungen (2308), Erlebnisse (17), Wetten (208)
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Erklärung der Bewertungssysteme
„Welten-Gewitter“ steht als Bild für die aktuellen Erschütterungen der Gegenwart. Der Protagonist erlebt sein persönliches Welten-Gewitter gewissermaßen als Personifizierung unserer Gesellschaft mit ihren Auswüchsen. Dabei wird die aktuelle Situation, in der wir leben, immer wieder reflektiert.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas Lukas für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Andreas Lukas gibt es auf seiner Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Wir sind am Beginn unserer 20er. Adalbert Wiedemann spürt, dass sich etwas ändern muss, auch sein bisheriges Leben. Überall werden Grenzen sichtbar. Einfach so weitermachen, „Vor-sich-hin-Leben“ wie bisher funktionieren nicht mehr. „Welten-Gewitter“ steht als Bild für die aktuellen Erschütterungen der Gegenwart. So erlebt er sein persönliches Welten-Gewitter gewissermaßen als Personifizierung unserer Gesellschaft mit ihren Auswüchsen. Dabei wird die aktuelle Situation, in der wir leben, immer wieder reflektiert.
     Das Leben während der Sommermonate erscheint in seiner warmen Stille so unbeschwert, unverschämt leicht und schön. Gleichzeitig ist dumpf eine trügerische Verzauberung wie die Minuten vor einem gewaltigen Gewitter oder Orkan zu fühlen, wenn die Luft den Atem anzuhalten scheint, die unsägliche Ladung schon leise wahrnehmbar, bevor die Hölle sich ihren zerstörerischen Weg bahnt. Er spürt dies in Erinnerung an die zurückliegenden Sommer sehr eindringlich in dieser Silvesternacht. Liegt es gar an dem bevorstehenden Jahrzehntwechsel? Wehmütig muss er an seine Großmutter denken. Diesen Jahrzehntwechsel kann er nicht mehr mit ihr genießen. Er vermisst sie sehr. Die Menschen vernehmen die sich anbahnende Stille nicht und tanzen weiter ihr rauschendes Fest, lassen sich betören im digitalen Geschwindigkeitswahn – zu Asche, zu Staub, dem weißen Licht geraubt – und frönen unablässig dem Immer-Höher-Weiter-Größer-Schneller-Mehr. Ist das nicht die Parallele zu den 20ern vor einhundert Jahren, überlegt er. Wird es ein Morgen geben? Und wie wird dieses Morgen aussehen? Wir wissen es nicht. Wollen wir es vielleicht auch gar nicht so genau wissen oder erkennen? Mit dieser Gedankenreise im Kopf stößt er mit seinen Freunden um Mitternacht zum Start in die 20er an. Er ist an diesem Abend nur physisch in der geselligen Runde präsent. Seine Gedanken halten ihn fest im Griff. Sie sind ganz woanders unterwegs. Er kann nur bedingt die Unbeschwertheit der anderen nachvollziehen und so diesen Jahrzehntwechsel mitfeiern.
     Wie alles begann … Weiter so wie bisher!? Oder nicht? Oder anders? Oder wie, weshalb, warum, wieso? Schon etliche Monate waren verstrichen zwischen dem Jahrzehntwechsel und heute. Er rieb sich die Augen, als das gerade aufgehende Licht an diesem Morgen wie grelle Blitze eines Gewitters durch einen schmalen Spalt von außen in seine obere Etage und seine Gedanken wehte. Es war ein weiterer, ein zweiter oder dritter und gar vierter Blick notwendig, ein genaueres Hinschauen, um wirklich zu erkennen, was diese grellen Gewitterblitze in seinem Kopf bedeuten könnten.
     Bereits seit einiger Zeit lebte er wie in einem oftmals lähmenden Zustand. Er hatte den Eindruck, als beabsichtige jemand ihm eine andere Haut überzuziehen, die er nicht wollte. Sie hatte nichts mit ihm zu tun und würde nicht zu ihm passen, sagte ihm sein Gefühl. Sein Umfeld kam ihm in solchen Momenten so vor, als hätte jemand einen Filter vor seinem Blickfeld eingezogen, seine Sicht milchig, trüb oder gar schwammig. Unaufhörlich schlich sich Unsicherheit in sein Gemüt. Ohne die bisher gewohnte und lange eingespielte Sicht der Dinge steuerte er auf eine ihm bislang unbekannte Orientierungslosigkeit zu. Hunderte, wenn nicht tausende Male hatte er sich vorgenommen, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, was er einmal über einen längeren Zeitraum machen könnte, wollte oder auch müsste. Das sei doch der übliche, normale, gar bürgerliche Weg, dröhnte es von vielen Seiten in seinen Ohren, der zwar nicht bis ins Detail festgelegte, aber einzuschlagende Wanderweg eines (seines?) Lebens.
     Um es kurz zu machen: Ich, Adalbert Wiedemann, habe an diesem noch frischen Sommermorgen fast drei Jahrzehnte prallgefülltes, schwungvolles, ausgelassenes, erlebnisreiches, sorgloses und frohes, aber auch unentschlossenes, ausprobierendes, nicht festlegendes und suchendes Leben hinter mich gebracht. Ich stehe an einer Weggabelung mit mehreren, wenn nicht sogar vielen, zu vielen möglichen Abzweigungen. Und dies bereitet mir Unbehagen. Nicht, dass ich mich nicht hätte darauf vorbereiten und einstellen können. Überraschend kam dieser Moment schließlich in keiner Weise. Aber ich muss mir jetzt eingestehen, dass ich mich immer wieder davor gedrückt habe, mich damit zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Den Blick zu richten über das eingeschliffene Dasein hinaus und über mein in keiner Richtung bindendes Tun, das hatte ich einfach auf die Seite geschoben und bequem aus dem Blickwinkel verdrängt. Ich wollte es nicht zulassen. Es störte nur und war hinderlich für mein gegenwärtiges so leicht dahinschwebendes Lebensgefühl.
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