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TASCHENBUCH
 
Diabolischer Engel
Verfasser: Petra K. Gungl (6)
Verlag: Leinpfad (7)
VÖ: 4. Juni 2022
Genre: Spannungsroman (91)
Seiten: 372
Themen: Achtsamkeit (75), Berge (417), Hotel (1010), Meditation (105), Mord (7721), Niederösterreich (8), Pfingsten (8), Schlösser (468), Unwetter (88), Verdacht (892)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In Reichenau an der Rax freut sich die junge Juristin Agnes Feder auf ihr Meditationsseminar über Pfingsten. Dann aber schneiden heftige Unwetter und Muren das Seminarhotel nahe Schloss Hinterleiten von der Umwelt ab. Und völlig unerwartet stirbt vor aller Augen ein Mitglied der Meditationsgruppe.
Agnes findet heraus, dass dieser Tod keine natürliche Ursache hat. Das bedeutet: Sie alle sitzen offenbar mit einem Mörder im Hotel fest!
Nicht nur dieser Verdacht stellt Agnes‘ Welt auf den Kopf. Denn sie sieht nach zwei Jahren ihre große Liebe, den Anwalt Siebert Thal, wieder – er ist zum Feuerlauf angereist.
Doch da verschwindet bereits das nächste Seminarmitglied.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Petra K. Gungl für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Petra K. Gungl gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Ich bin ihr gefolgt, um Gewissheit zu erhalten und sehe mit eigenen Augen den Frevel.
     Bäume stöhnen in der Finsternis der Nacht unter ihrer Eislast, Martha steht umgeben von weißgewandeten Frauen und hebt die Arme gegen den Himmel, ruft Dämonen an. Die Dampfwolken ihres Atems umhüllen sie, die Flammen in der Feuerschale vor ihr werfen Licht und Schatten, lassen Marthas Gesicht erstrahlen, einer Heiligen gleich.

Was sie nicht ist.

In der Pfarrkanzlei gibt sie sich unterwürfig, die Männer übersehen sie. Trägt stets das Haar in einem Knoten, ihr Gesicht rein, keine Spur von Schminke. Die Brüste sittsam bedeckt, den Körper niemals aufreizend zur Schau gestellt.
     Wie sehr ich ihre Demut bewundert habe.
     Jeden ihrer Wege habe ich beschattet, gab ihr Schutz ohne Dank zu fordern, sah sie sich auskleiden durch die Fenster ihrer kleinen Wohnung, wusste, sie liest in ihrem Bett bis die Lider schwer werden. Keine Männer, keine Unzucht. So habe ich sie erwählt. Wann immer ich das Wort an sie richtete, schenkte sie mir ein keusches Lächeln. Abends stand sie nun umso mehr unter meinen Schutz – wann keimte der Verdacht in mir?
     Die Frauentreffen hielt ich für Gymnastikstunden, bis eines der langhaarigen Weiber die Tasche fallen ließ und Kräuterbüschel samt einem schwarzen Buch auf das Trottoir fielen. In den Einband war ein Stern geprägt – ein Pentagramm. Martha gemeinsam mit Hexen? Sie, die ich als gottesfürchtig und dem wahren Glauben dienend angesehen und erwählt hatte?

Von da an war ich wachsam, suchte nach Hinweisen. In ihre Wohnung einzudringen war ein Leichtes, und ich wurde fündig: Bücher über Bücher, allesamt zu Okkultismus, Pangismus, Schamanismus und ähnlichem Teufelswerk, eine Sammlung von Fetischen, Amuletten sowie diverser Öle und Kräuter. Eine Hexe hatte sich in den inneren Kreis der Kirche eingeschlichen. Eine Frau, die Kontakt zu Dämonen und Teufel suchte, das Böse an unseren geweihten Ort einschleusen wollte. In meiner Brust tobte an jenem Tag ein Schmerz, wie ich ihn noch nie verspürt hatte. Mit aller Gewalt musste ich meine Gefühle revidieren, sind doch die Anweisungen der Bibel eindeutig.
     Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Ex 22,17
     In meiner Kehle brennt es sauer. Ich schlucke gegen den Brechreiz an, darf meine Anwesenheit nicht verraten. Die Frauen wiegen sich, stimmen einen Gesang an. Mit geschlossenen Augen geben sie sich ihrem Wahn hin, verlorene Seelen allesamt. Martha ruft nach einer Göttin, wirft etwas, das Salz oder Sand sein kann, in die Luft. Jetzt singen sie wieder.
     Die Dämmerung bricht an. Sie gehen aufeinander zu und umarmen sich. Die Spitze meines Eckzahns bohrt sich in meine Lippe. Metallgeschmack macht sich breit. Einer zutiefst widernatürlichen Gemeinschaft wohne ich hier bei, werde beschmutzt durch bloßes Zusehen. Das Tragen des Bußgürtels allein wird mich nicht reinigen. Wie kommt es, dass gerade jetzt der Griff meines Messers gegen den Schenkel drückt? Es muss ein Zeichen sein.
     Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt. Ps 7, 12-14
     Gott hat mich nicht ohne Grund hierhergeführt – ich höre seine Stimme deutlich in meinem Kopf. Ich werde gehorchen und mich würdig erweisen vor dem Herrn.

Endlich ziehen sich die Hexen zurück. Holz knackt unter ihren Schritten, Laub raschelt; sie schweigen still. Ich folge ihnen über die Lichtung, trete auf etwas Weiches. Ich greife danach, eine Wollhaube. Sie riecht nach Martha. Ich ziehe ihren Duft in mich ein, gebe für eine Sekunde der Sehnsucht nach. Sei stark, sagt der Herr. Entschlossen schiebe ich die Haube unter meine Jacke.
     Am Parkplatz umarmen sie einander erneut und steigen in ihre Fahrzeuge. Martha nicht. Sie tastet über ihr Haar und geht den Weg langsam zurück, den Blick auf die Erde gerichtet. Ein Baumstamm bietet mir Sichtschutz, die Borke drückt hart gegen meine Wange. Meine Atmung geht viel zu schnell, der Boden schwankt unter meinen Füßen. Zweifel erfasst mich – tue ich das Richtige? Das Messer liegt schwer in meiner Hand und Angst kriecht einer Giftspinne gleich meine Wirbelsäule hoch.

Diese Unentschlossenheit! Gott, gib mir ein Zeichen!

In der Ferne starten Motoren, die Autos wenden und ver- lassen den Parkplatz. Nur Martha kommt immer näher. Allein. Gott will ihre Seele retten, denn er führt sie mir zu. Das ist sein Zeichen und ich verstehe.

So will ich sein Werkzeug sein und vollbringen, was er mir aufträgt.

(Prolog - Imbolc, 1. Februar, ein Jahr zuvor - Im Auge des Engels; aus: Diabolischer Engel, Petra K. Gungl, ©Leinpfad Verlag; Spannungsroman)


Das Wochenende vor Pfingsten, ein Jahr später


Der Wind fauchte um das Haus, rüttelte an den Holzrahmen der Fenster und fand hier und da eine Ritze, durch die er in das Schlafzimmer eindringen konnte. Überraschend wenige Ritzen, wenn Agnes es recht bedachte, angesichts der Baufälligkeit ihre Villa Kunterbunt. Sorgfältig schob sie eine
     Decke zwischen Fensterbank und Fensterrahmen. Einem geerbten Gaul soll man unbedingt ins Maul schauen, lästerte sie in Gedanken. Das brachte ihr den aktuellen Kontostand in Erinnerung, der sich schon seit langem nach einer schwar- zen Null sehnte. Neue Fenster waren da definitiv nicht in Sicht, ja nicht mal für eine Mausefalle gab es ein Budget.
     »Was für ein aufwühlender Frühling«, sagte sie laut und löste den Blick von den draußen im Sturm zappelnden Pfingstrosen. Mit Hilfe eines Bleistifts steckte sie ihre dunklen Haare zu einem Knoten fest. »Ash, möchtest du raus?« Das feine Tappen von Katzenpfoten antwortete ihr. Kater Ashley sprang vom Kasten auf den Sekretär und von dort auf den Boden, gleich neben das Messingbett. Sein Schattenfell glänzte, der breite Kopf hob sich ihr entgegen. Zusammen mit einer kleinen Bewegung des Unterkiefers ertönte ein kurzes, vorwurfsvolles ›Mau‹.
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