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Wie cool war das denn?!
Verfasser: Oliver Bartkowski (1)
Verlag: Pinguletta (14)
VÖ: 22. Mai 2022
Genre: Biografie (1905)
Seiten: 205 (Taschenbuch-Version), 240 (Kindle-Version)
Themen: Achtziger Jahre (164), Bochum (23), Fußball (314), Musik (366), Ruhrgebiet (170)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
Charts: Einstieg am 11. Juni 2022
Höchste Platzierung (7) am 14. Juni 2022
Zuletzt dabei am 19. Juni 2022
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Erklärung der Bewertungssysteme
Noch einmal die 80er erleben? Whitesnake treffen? Auf Walkmens CDs hören? Karottenhosen, Pril-Blumen, Puffärmel und Schulterpolster tragen? Fönfrisuren stylen? Im neuen Roman Wie cool war das denn? aus dem pinguletta Verlag lässt der Bochumer Autor Oliver Bartkowski bei seinen Leser*innen das wohlige Gefühl wieder aufleben, dass es damals genau SO war! Mit frecher Ruhrpott-Schnauze, viel Selbstironie und unglaublichen Geschichten nimmt er Deutschland zurück in die 80er des Ruhrpotts.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (4)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Jennifer Hauck vom Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Oliver Bartkowski gibt es bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Ist die für miiiiiieeechhh?«, krakeelte ich Oma entgegen. Sie hielt sich lachend die Ohren zu und meinte: »Für wen denn sonst, du Schlauberger, oder wird in dieser Wohnung heute noch jemand zehn Jahre alt?«
     Jetzt gab es kein Halten mehr. Ich sprang aus dem Bett, zerfetzte das bunte Papier des Kartons und starrte mit weit aufgerissenen Augen auf mein Geschenk. Als hätte ich einen Geist gesehen. Oma deutete das als pure Begeisterung und freute sich wie Bolle, da sie scheinbar genau meinen Geschmack getroffen hatte.
     Ungläubig beäugte ich die viereckige Pappschachtel. Vielleicht hatten sich Oma und Opa ja einen Scherz erlaubt? Vorsichtig hob ich den Deckel an. Nein, kein Zweifel, sie meinten es ernst. Ich hielt eine Vierer-LP-Box in meinen Händen: »The Best Of The Beatles«. Oh Mann, wie konnten sie das ihrem Enkel nur antun? Gut, eine Stereoanlage war vielleicht etwas hoch gegriffen gewesen, aber diese Seniorenmusik vom Planeten Old School hatte ich nun wirklich nicht verdient. Die Beatles gab es seit acht Jahren nicht mehr und diese fürchter-lichen Pilzköppe mit der Topfschnittfrisur gingen doch gar nicht! Keiner meiner Freunde hörte die Beatles oder besaß auch nur eine Single von denen. Nur ich saß hier mit einer Vierer-Box im Schlafanzug auf dem Boden vor meinem Bett und konnte es noch immer nicht fassen.
     Aber was sollte ich machen, Oma meinte es natürlich nur gut. Sie mochte die vier Liverpooler und summte immer mit, wenn sie im Radio liefen, auch wenn sie kein Wort verstand. »Klasse, Omma«, log ich und steigerte mich in eine übertriebene Begeisterung. Omi strahlte übers ganze Gesicht, und das machte wiederum mich glücklich.
     »Ja ja«, gluckste sie, »die jungen Leute von heute hören die immer noch gern. Und wie adrett die immer angezogen waren.« Meine Oma sagte sehr gerne adrett, wenn ihr Klamotten gut gefielen. Sie sagte auch Platte und Lied und nicht ›El Pee‹ und ›Song‹ wie meine Freunde und ich. Wie gesagt, Oldies halt.

Nach der Schule verschwand ich in meinem Zimmer, setzte mich aufs Bett und blickte wehmütig auf die Poster an den Wänden. Da hingen sie, meine Helden: Nazareth, Hot Chocolate, Bee Gees, Alice Cooper, Suzi Quatro und Secret Service. Zugegeben, eine kuriose Mischung, aber in diesem Alter weiß man halt noch nicht so genau, wohin die Reise gehen soll.
     Mein Blick fiel auf die Beatles-Box. Mir kam es so vor, als funkelten mich die vier Typen böse an, nur weil ich ihre Musik nicht mochte. Ihre Blicke durchbohrten mich, und mir wurde ganz mulmig zumute. »Blödsinn, Olli, das ist nur ein LP-Cover, reiß dich zusammen. Die können dir nichts tun, diese Softies«, flüsterte ich mir mutmachend zu.
     Sicherheitshalber vergrub ich die Box unter meiner Bettdecke. Oder tat ich ihnen vielleicht unrecht? Schließ-lich waren sie mal sehr berühmt und auf der ganzen Welt bekannt, irgendwas musste da doch dran sein.
     Meine Finger wanderten vorsichtig unter die Decke und zogen die Box wieder hervor. Ich drehte und wendete sie, schaute mir das Bild auf dem Cover ganz genau an, als ob es einen geheimen Code enthielte, den es zu entschlüsseln galt. »Okay«, sagte ich laut zu mir selbst, »eine Chance kriegt ihr. Aber wehe, ihr versaut mir meinen Geburtstag.«
     Ich schnappte mir die Pappkiste und marschierte ins Wohnzimmer zur Musiktruhe. Außer mir war niemand zuhause. Oma war einkaufen, Opa noch arbeiten und die bucklige Verwandtschaft kam sowieso nicht vor vier Uhr zum obligatorischen Geburtstagskaffeetrinken. Ich öffnete die Schachtel, fingerte die erste Platte heraus, beäugte das Label und legte sie mit Seite Eins vorsichtig auf den Plattenteller. Dann entriegelte ich den Tonarm und setzte ihn behutsam auf den schwarz schimmernden Rand. Ein Ritual, das ich liebte und das ich jedes Mal wie ein Zeremonienmeister beging. Besonders, seitdem ich wusste, dass keiner meiner Freunde sich der Anlage seiner Eltern allein auch nur nähern durfte, geschweige denn sie in Betrieb nehmen.
     Nach einigen knisternden Umdrehungen schrien die vier Pilzköpfe plötzlich los: »SHE LOVES YOU … YEAH YEAH … YEEEAAH.« Überrascht und erschrocken zugleich wich ich ein Stück zurück. Respekt, Jungs, dachte ich, klingt gar nicht so übel. Danach knallte »Helter Skelter« durch die Lautsprecher, dass der Staub nur so von den Membranen flog. Die Musik des AltherrenQuartetts fing tatsächlich an, mir zu gefallen. Zwar dachte ich weiterhin, dass sie ziemlich bescheuert aussehen, aber die Mucke, die war brauchbar. Sollte ich mich so vertan haben?
     Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. »Baby You Can Drive My Car«, »Love Me Do«, »Twist and Shout« und das für mich damals ultrapeinliche »Yellow Submarine«, das wie ein Kinderlied klang, schienen meinem ersten Vorurteil doch recht zu geben. Danach hatte ich genug gehört, packte die Scheibe ein und hatte weder Bock auf die Rückseite noch auf die weiteren drei LPs. Es sollten noch Jahrzehnte vergehen, bis ich mich wieder an die Beatles herantraute. Und ausgerechnet die an diesem Geburtstag von mir verschmähten Songs bilden seitdem den Grundstein für eine schon pathologisch zu nennende Sammelwut, die bei meiner Frau nur Kopfschütteln auslöst und höchstens noch von meiner James-Bond-Manie übertroffen wird.
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