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Wie cool war das denn?!
Verfasser: Oliver Bartkowski (1)
Verlag: Pinguletta (14)
VÖ: 22. Mai 2022
Genre: Biografie (1904)
Seiten: 205 (Taschenbuch-Version), 240 (Kindle-Version)
Themen: Achtziger Jahre (164), Bochum (23), Fußball (314), Musik (366), Ruhrgebiet (170)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
Charts: Einstieg am 11. Juni 2022
Höchste Platzierung (7) am 14. Juni 2022
Zuletzt dabei am 19. Juni 2022
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Erklärung der Bewertungssysteme
Noch einmal die 80er erleben? Whitesnake treffen? Auf Walkmens CDs hören? Karottenhosen, Pril-Blumen, Puffärmel und Schulterpolster tragen? Fönfrisuren stylen? Im neuen Roman Wie cool war das denn? aus dem pinguletta Verlag lässt der Bochumer Autor Oliver Bartkowski bei seinen Leser*innen das wohlige Gefühl wieder aufleben, dass es damals genau SO war! Mit frecher Ruhrpott-Schnauze, viel Selbstironie und unglaublichen Geschichten nimmt er Deutschland zurück in die 80er des Ruhrpotts.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (4)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Jennifer Hauck vom Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Oliver Bartkowski gibt es bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

KAPITEL EINS

Astschocke


»Kennsse nich? Dann bisse wohl nich von hier wech.« Das wäre die Antwort gewesen, hätte jemand bei dem Wort »Astschocke« fragend geguckt. Astschocke bedeutete nicht nur bei uns in Bochum, sondern im gesamten Ruhrgebiet der 1970er-Jahre so viel wie »Spitzenklasse«. Super, top – das, wo einfach nichts drüber geht. Und das hieß eine ganze Menge. Der Kohlenoder Ruhrpott, und das meine ich im allerpositivsten Sinne, war schon damals Kult. Fördertürme und rauchende Schlote waren sein Erkennungszeichen und Kohle und Stahl das Lebenselixier unserer Gegend. Zwar wurden der Pulsschlag aus Stahl und das Himmelbett für Tauben erst 1984 durch »Uns Herbert« (Grönemeyer) weit über die Grenzen hinaus bekannt, aber mit dem Doppelpass hat unser VfL Bochum schon von jeher jeden Gegner nass gemacht. Nicht umsonst nannte man uns bis 1993 die »Unabsteigbaren«.
     Was also konnte für einen Bengel aus dem Pott besser sein, als in genau dieser Zeit an eben diesem Ort aufzuwachsen? Korrekt, gar nix!
     In den Pausen tauschten wir Fußballbilder unserer Idole, nach der Schule ging es nach draußen, wo täglich Dutzende Abenteuer auf uns warteten. Und natürlich der Fußball, an dem man als Ruhrpottknirps nicht vorbeikommt. Ob brütende Hitze, peitschender Regen oder eiskalter Schnee – unseren Bewegungsdrang konnte kein Wetter stoppen. Auf jedem noch so kleinen Stück Rasen oder Hinterhof wurde gepöhlt, was die kleinen Körper hergaben, und jeder eiferte seinen ganz persönlichen Kickerhelden nach. So stand im Tor fast immer Bochums Lieblingsgoali Werner Scholz und das Spielfeld war übersät mit Hans-Joachim Abels, Heinz-Werner Eggelings und Michael »Ata« Lamecks.
     Noch heute habe ich zu vielen Kumpels Kontakt, da es im kleinen Ehrenfeld, nahe dem Schauspielhaus, jede Menge Kinder wie mich gab. Da lungerten die Eltern auch nicht bei den Blagen auf dem Spielplatz herum wie heute. Wir waren ziemlich schnell auf uns allein gestellt, und das war auch gut so. Bei kleinen, harmlosen Kabbeleien latschten nicht gleich die erzürnten Helikopter-Eltern in die Nachbarschaft, um hektisch mahnende Worte loszuwerden. Wenn ich mal mit einem blauen Fleck nach Hause kam, sagte meine Oma mit unendlicher Gelassenheit: »Olli, dat Dingen is' doch nich' die Rede wert.« Und damit war die Sache abgehakt. Aber ganz gleich, wohin es meine Freunde im Leben verschlagen haben mag, irgendwann kommen sie alle zurück.
     Zwei weitere Hobbys prägten meine Kindheit: Platz eins ging glasklar an die Musik, dahinter kam das Kino oder, besser gesagt, die Kinofilme – aber dazu später mehr. Ohne Musik geht bei mir bis heute gar nichts. Ob Radio, Plattenspieler oder Kassettenrekorder, irgendwas dudelte immer. Entweder die Hitparaden rauf und runter, meine Lieblingssongs oder »Best of«-Tapes, die man sich von den Älteren zusammenstellen ließ, weil das Taschengeld natürlich nicht ausreichte, um jede interessante Single zu kaufen. Von Schlager über Pop, Blues und Soul zog ich mir einfach alles rein, was die Welt da draußen zu bieten hatte.
     Und selbstverständlich wollte ich auch sehen, wer mir diese Musik bescherte. Deshalb las ich Jugendzeitschriften wie »Bravo« und »Popcorn« und später die »Sounds«, um einfach alles über die Stars zu erfahren. Und wie viele andere Jugendzimmer war auch meins mit Postern und »Bravo«-Starschnitten vollgekleistert. Letztere waren lebensgroße Puzzle-Poster, für die man wochenlang die »Bravo« kaufen musste, bis man irgendwann alle Teile beisammenhatte. Dann galt es, sie akkurat auszuschnippeln und an den richtigen Stellen vorsichtig mit Tesafilm zusammenzukleben, bevor der musikalische Liebling endlich in voller Lebensgröße an die Wand gepappt werden konnte.
     Darüber hinaus sorgte die damalige übersichtliche Fernsehlandschaft mit nur drei Kanälen für Musik in Ton und Bild. Dieter Thomas Hecks »Hitparade«, Ilja Richters »Disco« und später der »Musikladen« von Radio Bremen mit der hübschen Uschi Nerke und dem Mann, der tatsächlich Manfred Sexauer hieß. Wer hier eine Folge verpasste, brauchte am nächsten Tag gar nicht erst in der Schule aufzukreuzen, wenn er mitreden wollte.

Aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern. Das lag daran, dass meine Mutter zwar keine »von und zu« war, mein Vater aber ein »auf und davon«. Sie arbeitete als Model. Ja – das gab es damals schon und wenn ihr euch mein Foto im Klappentext anseht, werdet ihr es verstehen. Mama war viel unterwegs, weshalb Oma und Opa sich rührend um mich kümmerten. Allerdings war sie Model nur im Nebenjob, tagsüber arbeitete sie normalerweise als Chefsekretärin in einem Essener Energiekonzern. In ihrem Teilzeitjob war sie trotzdem erfolgreich und wegen dieser Mehrarbeit viel auf Achse. Bis zu meinem zwölften Lebensjahr konnte sie nur selten bei mir sein, schaute aber so oft wie möglich bei meinen Großeltern vorbei. Später besuchte ich sie sporadisch in ihrer Essener Wohnung, und dort hatten wir viel Spaß.
     Als sie es sogar mal aufs Cover einer großen deutschen Modezeitschrift schaffte, winkten eine Zeit lang sehr gut bezahlte Anschlussjobs. Die dort verdiente Kohle wurde direkt beim Shoppen auf der Düsseldorfer Königsallee oder bei nächtlichen Diskothekenbesuchen nicht nur in der Landeshauptstadt reinvestiert. Davon und von den Partys »After Work« erzählte sie mir die verrücktesten Geschichten vom durchgeknallten Leben in der Modeszene, von den Ticks und kuriosen sowie häufig kostspieligen Hobbys der Protagonisten, und welche merkwürdigen Leute sie dort so kennenlernte. In ihrer Essener Clique rund um den Hauptjob tummelten sich hauptsächlich Normalos; Typen mit alltäglichen Jobs, die gern ins Stadion gingen, ein Bier in der Eckkneipe tranken oder im Schrebergarten gärtnerten und danach den Grill anwarfen. In Düsseldorf kamen die Exoten dazu, darunter echte Angehörige des dortigen Jet-Sets.
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