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Mehr, als du denkst
Verfasser: Maja Overbeck (4)
Verlag: Kampenwand (46)
VÖ: 10. Mai 2022
Genre: Romantische Literatur (27979)
Seiten: 340 (Taschenbuch-Version), 354 (Kindle-Version)
Themen: Fehler (503), Freundschaft (2587), Geburtstag (339), Zweite Chance (631)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Maja Overbeck für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Maja Overbeck gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Ja.“ Leo zieht sich einen freigewordenen Barhocker heran, ohne den Blick von mir zu nehmen. „Warum glaubst du mir nicht?“
     Ich beobachte ein paar Schwedinnen, die mir nicht unbekannt sind. Sie versuchen zu dritt, Leos Aufmerksamkeit von meinen Haaren abzulenken. Mal sehen, wie lange sie dafür brauchen.
     „Na ja, es war eine ziemliche Spontanaktion“, sage ich.
     Mit faszinierend synchronen Bewegungen haben die Schwedinnen ihre Jacken ab- und viel nackte Haut freigelegt. Ihre Blicke sind wie Streifzüge von drei hungrigen Löwinnen.
     Leo hat sie bis jetzt noch nicht einmal wahrgenommen. „Wirklich? Heißt das, der Friseur hat dich überredet? Gut, der Mann!“ Er stellt seinen Drink ab. „Darf ich vielleicht – mal anfassen?“ Er guckt wie ein neugieriger Junge und ich nicke lächelnd.
     Seine warmen Finger greifen entschlossen in meine Haare. Es fühlt sich gut an. Sanft streift seine Hand meinen Nacken, bevor er sie zurücknimmt. Er weiß, was er tut, ganz genau, und sein Blick prüft, ob ich es auch weiß.
     Ich werde ihn nicht anhimmeln wie all die anderen hier. Wie sicher er sich ist, mit einer Frau zu flirten, während ein Dutzend andere schon darauf warten, im Falle sinkenden Interesses, in die Lücke zu grätschen. Und doch ist es ein schöner Moment. Und mein Geburtstag. Und es fühlt sich einfach ungefährlich an, ein bisschen mit Leo zu flirten. Nur ein kleiner verdienter Spaß, der diesen Tag rettet.
     „Nein“, sage ich, lege den Kopf schief und packe den Blick aus, den ich auflege, wenn ich weiß, was ich tue. „Überredet hat er mich nicht. Ich wollte nur irgendwas Krasses machen.“
     Leos Augen blitzen. Aus irgendeinem Grund ist er fasziniert. „Krass ist immer gut“, sagt er. „Aber ich verstehe gar nichts.“ Er zieht den Barhocker noch ein Stück näher und setzt sich so darauf, dass seine Knie meine links und rechts umschließen, ohne sie zu berühren. „Hilfst du mir?“
     Ich zögere. Das Gespräch gerade jetzt auf meinen Freund zu bringen, der erst seit heute Nacht mein Ex-Freund ist, erscheint mir unpassend. Ich fixiere Leo, werfe einen Blick auf die gebräunte Brust unter den geöffneten Knöpfen seines hellblauen Hemds und stelle erneut fest, dass er wirklich attraktiv ist. Er hat diesen makellosen American-Dream-Boy-Charme, wie dem Gossip-Girl-Cast entsprungen.
     „Sagen wir, es ist etwas passiert, das ich so nicht erwartet hatte. Und ich wollte etwas tun, was mich garantiert davon ablenkt.“ Ich lächle ihn mit der Direktheit an, mit der man nur Typen angucken kann, von denen man nichts will.
     Leo reißt die Augen auf. „Und hat es funktioniert?“, fragt er begeistert.
     In meiner Brust sticht es jetzt doch. Nur ganz leicht, aber doch, eindeutig: verletzt. Ich greife nach meinem Glas. „Zusammen damit ganz gut“, sage ich und proste ihm zu.
     In Leos Augen taucht ein neuer Ausdruck auf, ganz weich sieht er plötzlich aus. „Ich wüsste wirklich gern –“

„Da bist du!“
     Leo und ich drehen gleichzeitig den Kopf.
     „Nik!“ Leo springt auf und rückt seinen Hocker zur Seite, während ich mich bemühe, nicht zu starren. Nachdem ich erst vor ein paar Minuten ganz klar festgestellt habe, wer garantiert nicht mein Typ ist, weiß ich in diesem Moment, wie sich das Gegenteil anfühlt.
     „Marie, das ist Nik.“ Leo legt dem Typen die Hand auf die Schulter. „Mein bester Freund, WG-Partner und größter Konkurrent auf dem Weg zum Stararchitekten.“ Er legt die andere Hand ein bisschen sehr vertraut auf meinen Oberschenkel. „Nik, das ist Marie.“
     Aus irgendeinem Grund warte ich darauf, dass er auch mich mit ein paar Schlagworten beschreibt, doch mein Name muss genügen.
     „Hi“, sage ich.
     „Hi, Marie.“ Leos Freund lächelt. So sparsam, dass man es sich auch einbilden könnte. Dabei senkt er den Kopf wie für eine kleine Verbeugung. „Nik“, wiederholt er. „Tut mir leid, wenn ich störe.“
     „Tust du nicht“, sage ich, während ich an seinen Augen hängen bleibe. Sie haben die Farbe von Single Malt Whiskey und sie bringen seine ansonsten ziemlich finstere Gestalt zum Leuchten.
     Sein Lächeln wird etwas deutlicher, nur eine Spur, doch es genügt, um mein Herz plötzlich schneller schlagen zu lassen.
     „Sie ist nur höflich“, sagt Leo neben mir.
     „Ach so?“ Nik sieht immer noch mich an und zieht eine Augenbraue hoch. „Kein Problem.“ Er dreht sich zu Leo. „Ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich jetzt allein was essen gehe. Weil du dein Telefon ignorierst.“ Er klopft Leo auf die Schulter. „Bis später.“ Dann wendet er sich mir zu und nickt wieder auf diese Art, die mir weiche Knie macht. „Marie, war mir eine Freude!“
     „Nein.“
     Die beiden starren mich gleichzeitig an und ich schnappe nach Luft. „Ich hätte auch Hunger“, erkläre ich mit kaum weniger schriller Stimme. „Einen Megakohldampf, ehrlich gesagt.“ Meine Hand malt demonstrativ Kreise auf meinen Bauch. „Hab heute noch nichts gegessen.“ Ich hoffe, dass mein Lächeln über die absurde Panik hinwegtäuscht, mit der ich gerade verhindern möchte, dass dieser Nik einfach wieder verschwindet.
     Leo sieht mich tatsächlich ein bisschen verwundert an, doch dann grinst er. „Okay“, sagt er langsam. „Dann gehen wir doch alle was essen.“

*


Draußen schüttet es immer noch wie aus Kübeln. Doch kaum aus der Tür, rennt Nik einfach los. Ohne nachzudenken, laufe ich ihm hinterher. Leo folgt mir fluchend. „Seid ihr jetzt alle beide verrückt?“
     Ich drehe mich um, tipple ein Stück rückwärts und beginne dabei zu kichern.
     „Total crazy, die Frau“, ruft er mir zu, als er mich einholt. „Ich hab nicht mal ’ne Jacke, die ich dir anbieten kann.“
     „Oh shit!“ Ich lache lauter. „Meine hängt noch im Surf Club. Egal.“ Ich drehe mich um und gebe richtig Gas. Die Regentropfen prasseln cool auf meine kurzen Haare, der Straßenmatsch spritzt mir an die nackten Beine, sodass ich froh um die Doc Martens bin, und mein Kleid kann ich nach heute Abend wahrscheinlich wegwerfen. So muss Geburtstag sich anfühlen, genau so.
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