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Mehr, als du denkst
Verfasser: Maja Overbeck (4)
Verlag: Kampenwand (46)
VÖ: 10. Mai 2022
Genre: Romantische Literatur (27908)
Seiten: 340 (Taschenbuch-Version), 354 (Kindle-Version)
Themen: Fehler (503), Freundschaft (2576), Geburtstag (338), Zweite Chance (629)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Maja Overbeck für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Maja Overbeck gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

KAPITEL 2

DAMALS

Marie


Für die meisten Menschen ist der Geburtstag ein Festtag. Freunde und Familie tun alles, um ihn besonders schön zu gestalten, und das Universum zeigt sich garantiert von seiner besten Seite. Bei mir ist es anders. Mein Geburtstag schafft es jedes Jahr aufs Neue in die Top Ten der schlimmsten Tage meines Lebens. Mal kippte meine beste Freundin ihren Kakao über mein Prinzessinnenkostüm, mal fiel ich vom Pony und brach mir das Bein, mal verließ uns mein Vater – wenn auch nur für drei Tage – und zum Achtzehnten ließ ein Wasserrohrbruch meine Partylocation im Schlamm versinken.
     In diesem Jahr gibt es einen neuen Höhepunkt: Statt mir mit einem innigen Geburtstagskuss zu gratulieren, hat sich heute um exakt zehn Minuten nach Mitternacht mein Freund von mir getrennt. Der Grund dafür? Ich bin ihm zu zickig – habe ich doch tatsächlich um fünf nach zwölf etwas beleidigt nachgefragt, ob er sich um Sekt kümmern könnte, statt weiter mit irgendeiner neuen Kunststudentin auf der Tanzfläche zu flirten. Das war’s. Tino und ich sind nach sechs Monaten Geschichte.
     Eigentlich ist das okay. Er hat dunkle Locken und lange Wimpern, und er spricht Englisch mit heißem italienischem Akzent, aber wenn ich ehrlich bin, war ich wohl mehr in die Tatsache verliebt, dass er Italiener ist, als in ihn. Ich hatte noch nie einen italienischen Freund. Und noch nie einen so großen Freundeskreis. Italiener treten ausschließlich in Rudeln auf. Plötzlich Teil so einer eingeschworenen Truppe zu sein, war schon ziemlich cool, zumal einer, die immer weiß, wo gerade die besten Partys hier in Brighton stattfinden. Was man von meinen Kommilitonen nicht gerade behaupten kann. Die sitzen lieber in der Bibliothek und schreiben Essays.
     Leider gibt es ein Problem: Italiener halten zusammen, und so muss ich meinen Geburtstag nicht nur ohne Freund, sondern komplett allein verbringen. Wie gesagt, ein neuer Höhe- oder besser gesagt Tiefpunkt dieses unsäglichen Tages.
     Vor lauter Selbstmitleid trinke ich schon den dritten warmen Cider aus der Dose. Eigentlich hat Mrs Smith, die das Zimmer ihrer ältesten, seit Kurzem verheirateten Tochter an mich vermietet, Männer und Alkohol im Haus verboten. Doch ihre beiden anderen Töchter sehen das nicht so eng, also warum sollte ich? Außerdem ist es ein Notfall, wenn man mutterseelenallein Geburtstag feiert und es, obwohl es Juli ist, mal wieder Hunde und Katzen regnet. Dafür hätte selbst Mrs Smith Verständnis.

Nach dem dritten Drink ist mir langweilig. Plötzlich erscheint mir der Gedanke, mich allein in die Stadt zu begeben, nicht mehr ganz so abwegig – im Gegenteil: Meinen fünfundzwanzigsten Geburtstag in einem Zimmer mit Blümchentapete zu feiern, wird mich sonst wahrscheinlich spätestens, wenn es Dunkel wird, zum Heulen bringen. Ich gucke in den Spiegel und beschließe, dass es dem Anlass entsprechend ruhig etwas mehr Make-up sein darf. Dazu ein etwas passenderes Outfit. Ich schmeiße mich in das Silberlamékleid, das ich zuletzt Silvester getragen habe, und schminke mir Smokey Eyes. Schon viel besser. Nur die Haare hängen schlaff und langweilig über den nackten Schultern. Das bringt mich auf eine Idee ...

*


„Are you sure?“ Der Friseur, dessen Namen ich bereits vergessen habe, grinst mich im Spiegel an. Über der einen Hand hängen meine langen Haare in ihrer gesamten langweiligen Pracht, mit der anderen schneidet seine Schere ein paar Mal gierig in die Luft.
     „Well ...“, sage ich. „Yes!“
     „Okay then.“ Diesmal schnappt die Schere zu.
     Ein Pfund braune Haare fallen zu Boden – und mein Herz gleich mit. Ich sehe mein entsetztes Gesicht im Spiegel und gucke schnell auf mein Handy.
     „I warned you“, sagt Pete – sein Name ist mir schlagartig wieder eingefallen.
     „It’s okay“, murmle ich.
     „Wow, ganz schön mutig!“
     Mein Kopf schnellt hoch. Pete stöhnt und ich sehe direkt in das breite Grinsen von Leo Walker.
     „Ja, hi!“ Zwei stechend blaue Augen blitzen mich an.
     Na, bestens. Ich zucke mit den Schultern. „Findest du?“, frage ich, während Pete mir den Kopf gerade dreht.
     „No more moving, please!“
     Mit einem genüsslichen Seufzer lässt Leo sich in den Stuhl neben mir fallen. Er grinst weiter und begutachtet unverhohlen, was Pete mit dem, was von meinem Haar übrig ist, veranstaltet.
     Ausgerechnet. Leo Walker ist Landsmann von mir und der größte Abschlepper der Uni überhaupt. Selbst wenn du ihn nicht kennst, kennst du Leo Walker. Weil er einfach nicht zu übersehen ist: groß, surferblond, ein Gesicht markant wie ein Duftmodel auf einem Körper, der wahrscheinlich jeden Tag seines Lebens in Form gebracht wird. Haufenweise Stories umranken seinen Ruf als Flachleger des gesamten weiblichen Campus, zum Beispiel die, dass seine Unersättlichkeit weder vor Professorinnen haltmacht, noch davor, es mit ihnen direkt nach den Vorlesungen in der Damentoilette zu treiben.
     Die Friseurin freut sich. Sie begrüßt Leo und bittet ihn zum Waschen nach hinten. Er springt aus dem Stuhl wie ein Sportler von der Ersatzbank. „Bis gleich!“ Mit einem Augenzwinkern verschwindet er, und ich bete, dass Pete Vollgas gibt.
     Als Leo zurückkehrt, wird meine neue Frisur gerade erst geföhnt, und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Solange ich denken kann, hatte ich lange Haare.
     Ich hole Luft. „Wie findest du es?“, frage ich mutig nach links, noch bevor Leo sich setzen kann.
     Er schmeißt sich in den Sessel, dreht ihn in meine Richtung und stützt das Kinn auf die Hand. „Umwerfend. Hast du heute schon was vor?“, fragt er und lächelt. „Leo, übrigens.“
     Ich ahne, dass dieses Lächeln manchen Frauen reicht, um willenlos zu werden. Es ist nicht spöttisch oder irgendwie eingebildet, sondern einfach nur offen. Und es versprüht so ansteckend gute Laune, dass ich für einen kurzen Moment all die Desaster dieses Tages vergesse.
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