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Praegressus
Verfasser: Kim Rylee (12)
Verlag: BookRix (1651) und Books on Demand (4485)
VÖ: 23. April 2022
Genre: Fantasy (15414)
Seiten: 388 (Taschenbuch-Version), 396 (Kindle-Version)
Themen: Anklage (64), Kometen (69), Mord (7519), Portale (233), Unschuld (441)
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Nur wenige Menschen überleben die Kollision mit dem Kometen. Die Regierung von Yeruda erklärt Frauen unter zwanzig Jahren zum wertvollsten Gut. Nur sie sichern den Fortbestand der Menschheit. Zu ihnen gehört Addy von Blum, gerade mal achtzehn.

Doch Addy wird wegen Mordes angeklagt. Sie weiß, dass sie unschuldig ist, und fügt sich dennoch dem Urteil.

Sie durchschreitet das Portal und bringt damit das abgekartete Spiel der Mächtigen durcheinander.

Addy entfesselt eine Macht, deren Tragweite mehr als nur die Menschheit betrifft:

Praegressus erwacht!
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Kim Rylee für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Kim Rylee gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

DIE VERHANDLUNG


»Wie lautet das Urteil?« Der Richter stützte sich mit den Ellenbogen auf dem imposanten vier Meter langen Richtertisch ab, dabei legte er die Fingerspitzen der Hände aneinander. Langsam drehte er den Kopf nach rechts. Sein energischer Ausdruck traf jeden der drei Geschworenen, dabei hielt Richter Oberon den Blick ganze fünf Sekunden jedes einzelnen Augenpaares fest.
     Den beiden Männern und der Frau war die Anspannung anzusehen. Keiner von ihnen rührte sich, als wären sie mit Kleister am Platz fixiert worden. Der Jüngste von ihnen senkte das Durchschnittsalter gewaltig: Er war fünfundzwanzig. Der andere Mann zählte um die sechzig. Dynamisch, dennoch voller Ehrfurcht, erhoben sich die beiden Männer. Die Frau folgte ihrem Beispiel, jedoch langsamer als die zwei Beisitzer. Dabei stützte sie die Hand auf dem Knauf ihres Gehstocks ab. Knöchrige Finger sowie eine fast ledrige, mit Altersflecken übersäte Haut, ließen ihr hohes Alter erahnen.
     »Schuldig«, sagte der Ältere mit leichtem Bauchansatz bestimmt, sodass ein Raunen durch die Reihen wehte. Der Geschworene Nummer 1 schaute verächtlich zum kleinen viereckigen Tisch hinüber, der sich in der Mitte des Raumes befand, an dem ein Häufchen Elend, gekleidet im gelben Overall, saß.
     Die Angeklagte starrte unentwegt auf ihre Hände, die in Handschellen steckten.
     »Schuldig!« Die Stimme der zweiten Geschworenen überschlug sich, als sie ihre Entscheidung ausspuckte. Das gummierte Stockende traf mit einem dumpfen Laut auf den Boden. Dabei löste sich eine graue Strähne aus ihrem strengen Dutt.
     Eine Pause entstand, sodass der gesamte Saal den Atem anzuhalten schien.
     Das Schweigen des Geschworenen Nummer 3 ließ die Angeklagte schüchtern aufsehen. Ihre Blicke trafen sich und sie schluckte. Kurz schien ein Funken Hoffnung in ihren traurigen Augen aufzuleuchten.

Hält er mich für unschuldig? Die Angeklagte wagte es kaum zu atmen, so unwirklich erschien ihr die Situation.
     »Nun, Geschworener Nummer 3?« Der Richter mahnte im strengen Tonfall, während er sich gleichzeitig über den Richtertisch vorbeugte. »Wie lautet Ihr Urteil?« Langsam wischte seine rechte Hand über die glatte Oberfläche zum Richterhammer. Während er auf das dritte Urteil wartete, schob er mit einem kratzenden Geräusch den Stift zur Seite, damit der nicht herunterrollte, sobald er das Dienstwerkzeug benutzte.
     Der junge Mann räusperte sich.
     »Geschworener Nummer 3!« Ungeduld gesellte sich in die Tonlage des Richters, dessen Miene sich zusehends verfinsterte.
     Der junge Mann atmete einmal tief ein und hielt den Atem an.
     Meine Entscheidung würde die Urteilsvollstreckung beschleunigen oder der Angeklagten vielleicht etwas Aufschub bescheren, dachte er. Doch was würde es ihr nützen? Etwas in ihm sträubte sich. Er hatte den beiden anderen Geschworenen zwar versichert, dass das Urteil einstimmig ausfallen würde, dennoch, die innere Stimme sagte ihm, dass es nicht rechtens war, sich ihnen anzuschließen. Geschworener Nummer 3 war bewusst: Er konnte das Unausweichliche nicht verhindern. Nun nicht mehr, seit die beiden anderen Geschworenen ihn mit ihrem Urteil überstimmt hatten.
     Aus diesem Grund wohnten einem Prozess immer drei Geschworene bei. Nie mehr, nie weniger. So wurde gewährleistet, dass es stets zu einem Urteil kam.
     »Nicht schuldig«, kam es zögernd über seine Lippen.
     Verblüfft schaute die Angeklagte zu ihm hinüber. Er wich ihrem Blick aus.
     Ihr fiel ein dunkler Fleck unter seinem linken Auge auf. Sie vermutete ein Grübchen, doch sicher war sie sich nicht. Dafür stand er zu weit von ihr entfernt.
     Zuerst hörte man nur Gemurmel, doch das währte nicht lang. Der Geräuschpegel im Saal schwoll zu einem Grollen an, wurde so laut, als würde ein Hurrikan durch die Reihen fegen.
     »Er hat recht! Das dürft ihr nicht!«, schrie ein Schaulustiger mutig über den Tumult hinweg. Kurz darauf sprang der Besucher auf die Zuschauerbank. Er war einer der wenigen, dem das Glück bei der Lotterie hold gewesen war. Seine Nummer wurde gezogen, mit der er sich einen Platz für dieses besondere Ereignis sicherte.
     Sichtlich erleichtert, dass er mit dieser Meinung nicht allein stand, durchschweifte Geschworener Nummer 3 die Menge, bis er den Zwischenrufer entdeckte.
     Aufgeregt hüpfte der schlaksige Mann auf der Bank herum, um sich Gehör zu verschaffen. »Sie ist jung! Und wie wir wissen, noch rein!«
     Zwei der acht Saalwachen bahnten sich ihren Weg zur Quelle der Ruhestörung, packten den Unruhestifter an den Oberarmen. Verwünschungen gemeinsam mit lautstarken Beleidigungen der anderen Zuschauer folgten ihnen, während sie den Mann aus dem Saal schleiften.
     Nun herrschte Chaos.
     Richter Herald Oberon ließ seinen finsteren Blick durch die Zuschauermenge schweifen.
     »R-u-h-e!«, rief der Richter mehrmals. Er dehnte die Buchstaben.
     Die Arme der Angeklagten sanken leblos auf den Schoß, während sie ihren Kopf den Zuschauern zuwandte. Ihr schien der Aufruhr eher Angst zu machen. So viele Menschen waren gekommen, um ihrer Verhandlung beizuwohnen. Diese Sensationslust erweckte in ihr Unbehagen. Wie sollte sie darauf reagieren? Und was konnte sie tun, wenn die Meute sich auf sie stürzte? Während der männliche Anteil der Zuschauer sich für sie aussprach, warfen die Frauen ihr eher zornige Blicke zu. Aufmerksamkeit dieser Größenordnung war sie nicht gewohnt. Die Angeklagte hielt es für das Beste, einfach nur da zu sitzen und abzuwarten.
     Zwei weitere Wachen, bewaffnet mit Knüppeln und Elektroschockern, standen kaum zwei Meter hinter ihr. Das Durcheinander konnte die Ordnungshüter nicht aus der Ruhe bringen. Darauf waren sie vorbereitet worden. Ihre Aufmerksamkeit galt ausschließlich der Angeklagten.
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