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Volk im Wahn
Verfasser: Helmut Ortner (2)
Verlag: Edition Faust (1)
VÖ: 4. April 2022
Genre: Sachbuch (2947)
Seiten: 296
Themen: Deutschland (849), Geschichte (269), Nachkriegszeit (264), Nationalsozialismus (405)
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BUCHVORSTELLUNG - WERBUNG FÜR DAS BUCH:
Deutschland in den Nachkriegsjahren: Ein »entnazifiziertes« Volk müht sich, das zu vergessen, was es verschwieg – seine Bereitschaft zur Teilnahme an einem System der Barbarei. Tatsächlich wurden im Westen vor allem Verwaltung, Justiz und Industrie mit Hilfe tief ins Nazi-System verstrickter Männer und Mörder aufgebaut. In der DDR gab es einige wenige Todesurteile für entlarvte Täter, ansonsten galt die Unterstützung des neuen Unrechtssystems als Freibrief.

All das, so kann eingewendet werden, ist nicht neu. Und dennoch entfaltet die Essay-Sammlung von Helmut Ortner durch die Ballung von Fakten in erzählerischer Form – durch die Schilderung von Geschehnissen in Bezug auf einzelne Biographien – ungeheure Wirkung.

So wird die Karriere des Scharfrichters Johann Reichhart nachgezeichnet. Nach dem Krieg nutzten die Amerikaner die Fertigkeiten des »damned murderer«, der den amerikanischen Kollegen Hazel Woods in seine Galgenkunst einweist, damit dieser sie an den in Nürnberg Verurteilten perfekt praktizieren konnte.

Oder der Fall des Arnold Strippel, der als eifriger SS-Mann in verschiedenen KZs arbeitete und unter anderem 20 jüdische Kinder ermordete. Prozess, Inhaftierung, Wiederaufnahme des Verfahrens und eine mildere Verurteilung bescheren ihm eine Haftentschädigung von 120.000 Mark, sieben Mal so viel wie die KZ-Häftlinge bekommen hätten, wenn sie ihm entronnen wären. Damit kaufte er eine Wohnung in Kalbach und stritt mit Nachbarn wegen Bäumen, die seinen Balkon beschatteten.

Das Hauptaugenmerk lenkt Ortner auf die penible Untersuchung der Justiz. „Die personelle Kontinuität nach 1945 ist ein zweifelhaftes Lehrstück politischen Verhaltens zwischen Strafe und Reintegration, Kontrolle und Unterwanderung, Reform und Restauration“, so der Autor. Mit der Folge, dass so lange keine Anklagen gegen Massenmörder und Kriegsverbrecher erhoben wurden, bis sie starben. Der erste Prozess gegen einen KZ-Aufseher, einen Polen, fand erst 2016 statt. Sogar die Juristen der Nachfolgegenerationen waren bis 2021 blind gegenüber den Namen, die auf den beiden wichtigsten Kommentar-Sammlungen zum Grundgesetz und zum Bürgerlichen Gesetzbuch sowie auf der Loseblatt-Gesetzsammlung standen: Palandt, Maunz und Schönfelder. Alle drei hatten als einflussreiche Juristen den Nazis nach Kräften juristische Legitimität verschafft.

Helmut Ortner hat bislang mehr als zwanzig Bücher – überwiegend politische Sachbücher – veröffentlicht, u.a. Der Hinrichter. Roland Freisler, Mörder im Dienste Hitlers, Der einsame Attentäter. Georg Elser und Fremde Feinde. Der Justizfall Sacco & Vanzetti. Zuletzt erschienen Gnadenlos deutsch (2016), Dumme Wut, kluger Zorn (2018), EXIT. Warum wir weniger Religion brauchen (2019) sowie Ohne Gnade. Eine Geschichte der Todesstrafe (2020). Seine Bücher wurden bereits in 14 Sprachen übersetzt.

Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Birgit Böllinger vom Büro für Text und Literatur für die Einsendung dieser Buchvorstellung! Mehr zu Helmut Ortner gibt es auf seiner Autorenseite.
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