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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23279)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5775) und Kriminalroman (9808)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (174), Aachen (40), Mord (7500), Pilgerreise (54), Schwur (144), Unschuld (439)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     „Du warst bei ihm? Hanno!“
     „Was denn? Ich muss für Zucht und Ordnung sorgen. Ich bin ihr Vater.“
     Was, genaugenommen, so nicht stimmte. Fidelis‘ Zeugvater war von adliger Herkunft. Zu mehr als diesem Akt aber, hatte es nicht gereicht. Es war Hanno gewesen, der am Bett des Mädchens gesessen hatte, wenn es krank war, der es auf seinen Schultern getragen hatte, wenn es sich ein Knie aufgeschürft hatte und der seine Mutter begrub. Aber dann wurde Fidelis älter und fühlte sich der Burg und der Adelswelt weitaus mehr zugehörig, als der einfachen Fischerhütte.
     Die Belagerung, Fidelis‘ Erwachsenwerden und die Erkenntnis, ein Bastardkind unter mehreren zu sein, fielen zeitlich zusammen. Fidelis war unausstehlich gewesen, suchte Streit, wann immer es ging, und war sich selbst der größte Feind. Nun war sie es nicht mehr. Besonders der junge Küferlehrling hatte Fidelis wieder auf die gern gelebte Seite des Daseins gelockt. Edith lehnte sich zufrieden zurück. „Wir reden immerhin von Fidelis. Sollte er sie kränken, sollten wir eher um des Küfersburschens Unversehrtheit bangen.“
     „Wo du Recht hast ... “ Hanno legte seine Hand auf ihre. „Na, jetzt, mit der Gewissheit eines Schlafplatzes und wohlgefülltem Magen, sieht die Welt wieder besser aus, findest du nicht auch?“
     „Ja“, bekannte Edith. „Von den hundert Gefahren, die ich mir für die Wegstrecke ausgemalt habe, ist, dem Allmächtigen sei Dank, keine einzige eingetreten. Bedenke, dies ist erst meine zweite Reise und die erste dauerte geschlagene sieben Wochen länger, als ich geplant hatte.“
     Hanno nahm einen großen Schluck. „Diesmal wird alles gutgehen, und spätestens zu Martini sind wir wieder in Linnich.“
     „Ja. Auf keinen Fall sollten wir uns den Markt entgehen lassen. Da werden wir zum letzten Mal jedes Bett und jeden Stallplatz vermieten. Es wird der letzte gute Verdienst des Jahres sein, und, was weit wichtiger ist, auch die letzte Möglichkeit, vor dem Winter, Vorräte einzukaufen. Salz benötigen wir, sowie Tuch und Garn, damit ich neue Hemden nähen kann. Falls der fränkische Knochenschnitzer kommt, würde ich zudem gerne Bickelsteine kaufen.“
     „Wir haben doch das Mühlespiel.“
     „Bei dem du elf von zwölf Partien gewinnst. Und das eine Mal siege ich nur, weil du mich gewinnen lässt. Glaub‘ nicht, ich hätte dich nicht durchschaut.“
     „Du bist schon gewiefter geworden.“
     „Eines Tages werde ich dich besiegen. Beim Bickeln geht es um Geschicklichkeit, und darin bin ich gut. Wer weiß, vielleicht kannst eines Tages du mich darin schlagen. Wir könnten das Spiel auch an Gäste verleihen. Je mehr wir den Leuten bieten, um so besser. Wir sollten mehr Hühner anschaffen, die Soleier als Proviant gingen gut weg. Im nächsten Jahr wirst du zusätzlich Räucherfisch verkaufen können. Dass es bei der Herberge neuerdings einen Teich und einen Räucherofen gibt, muss sich allerdings erst noch weiter herumsprechen.“
     „Ebenso, dass es die Herbergerin zu einem Ehemann gebracht hat“, bemerkte Hanno aufgeräumt. Der eine oder andere Gast war darüber nicht begeistert gewesen. „Was hast du mit dem heutigen Tag noch vor?“
     „Die Matratze wenden und neues Flohpulver einklopfen. Beizeiten schlafen gehen. Und morgen früh mag ich ein Bad aufsuchen. Du badest doch auch gerne.“
     „Das klingt gut. Aber jetzt will ich die Stiefel von den Füßen bekommen.“

***


Hatte Sigmar nicht behauptet, das Zimmer sei ruhig? Unglaublich, welch ein nächtlicher Rabatz in einer Stadt herrschte. Schwere Wagen rollten durch die Gassen, die Hufe der Zugtiere klapperten über das Straßenpflaster, Fahrer unterhielten sich lautstark, Zecher lamentierten vor den Wirtshäusern.
     Es gab noch weitere Gäste, die ihr Quartier im gleichen Geschoss hatten, und Edith, die sich sonst eines gesunden Schlafs rühmen konnte, hörte jedes Knirschen, Rascheln und Knacken. Hanno hingegen schlief tief und fest. Beneidenswert. Edith verschränkte die Arme hinter ihrem Kopf. Ihre Gedanken huschten vom einen zum andern und sie stellte mit milder Überraschung fest, dass sie sich bereits jetzt in ihr eigenes Zimmer zurücksehnte.
     Vielleicht bin ich einfach zu alt für eine solche Unternehmung. Andererseits, wenn nicht jetzt, wann dann?, dachte Edith. Sie hatte dem Allmächtigen versprochen, nach Aachen zu pilgern, und ein einziger Tagesmarsch war ja im Grunde ein Kinderspiel. Andere fuhren dafür über die Meere, zogen gar unter Gefahren für Leib und Leben ins Heilige Land. Naja, Männer halt. Aber es gab genau so viele Händlerinnen wie Händler, und diese zogen auch kreuz und quer durch das Heilige Römische Reich. Nein, es war gut und richtig, dass sie diesen Weg auf sich genommen hatte.
     Edith wälzte sich auf die Seite und starrte in die Dunkelheit. Sie wollte im hohen Dom zu Aachen für Agnises Seelenheil beten. Ihre junge Magd hatte auf Burg Gripekoven ihr Leben gelassen. Im Alltag ließ Edith sich nichts anmerken, aber es verging kein Tag, an dem sie nicht an das Mädchen dachte, das ihr so lieb wie eine Tochter gewesen war. Agnise hatte diese Welt viel zu früh verlassen müssen.
     Edith zwang ihre Gedanken in ruhigeres Fahrwasser. Die Stimmen, die von unten zu ihr empor drangen, wurden zunehmend lauter. Edith verstand nur wenige Worte, die keinen Sinn ergaben, und dann hörte sie ein lautes Poltern, auf das ein scharfes Zischen folgte. „Kscht! Deibel noch! Ich habe nicht nur euch zu Gast!“
     „Ach, Sigmar, du willst uns doch nicht den Abend verderben?“, dröhnte eine kehlige Männerstimme. „Raban, wir sind durstig. Willst du auch noch was?“
     Da nichts zu hören war, antwortete der Angesprochene offenbar mit einer Handbewegung.
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