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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23330)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5792) und Kriminalroman (9838)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (174), Aachen (40), Mord (7519), Pilgerreise (54), Schwur (144), Unschuld (441)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     Hanno nickte. „Bier ist gut. Überdies brauchen wir ein Quartier, Herr Wirt.“
     „Sigmar, mein Name.“ Der Wirt breitete seine Arme aus. „Ihr steht auf der glücklichen Seite des Lebens. In der Frühe ist oben ein Zimmer freigeworden, es geht nach hinten hinaus. Da ist es ruhig. Meine Tochter wird es euch zeigen.“ Sigmar griff zu einem Besen, polterte mit dessen Stiel gegen die Decke und brüllte: „Afra, ich brauch‘ dich hier. Sofort!“ Mit einem verlegenen Lächeln wandte er sich wieder Edith und Hanno zu. „Es wird ein bisschen dauern. Meine Frau ist bei unserer ältesten Tochter und meiner Magd habe ich ein paar freie Tage zugestanden.“
     „Sie hat gekündigt“, korrigierte Edith sachlich.
     Sigmar winkte ab. Offenbar war er ein Mann, der sich gerne weitschweifender Gesten bediente. „Ach, das ist nicht ernst gemeint. Die Sigrid ist empfindlich, wenn jemand sie wegen ihrer Ohren neckt. Aber das passiert nun hin und wieder mal. Sie wird sich schon wieder besinnen. Afra, Deibel noch mal! Beweg dich hierher.“
     Afra entpuppte sich als etwa achtzehnjähriges Mädchen. Sie schlenderte die Stiege hinab und hockte sich auf die vorletzte Stufe. „Was ist?“, fragte sie gelangweilt. Die Wirtstochter besaß ein kantiges Gesicht und rotblondes Haar, das unter ihrer schludrig aufgesetzten Haube hervorquoll.
     Sigmar schwoll der Kamm, aber er schluckte seinen Groll. „Zeig den Herrschaften das freie Zimmer.“
     „Wenn‘s denn sein muss. Kommt mit.“ Sehr langsam setzte sich das Mädchen in Bewegung, blieb, oben angekommen, stehen und deutete auf eine der Türen. „Da.“
     Edith lugte in die Kammer. Ein dumpfer Geruch nach menschlichen Ausdünstungen schlug ihr entgegen. Das Kabäuschen war, wie erwartet, winzig. Kaum mehr als eine von Holzwänden umgebene Matratze, welche Edith, ohne das Monatsblut einer Vorgängerin, bedeutend besser gefallen hätte. Na gut, die Matratze ließ sich umdrehen. Der Pinkelpott war, bis auf einen goldgelben Bodensatz, geleert, wenigstens das.
     Über die nesselfarbenen Kopfkissen sprangen mehrere muntere Flöhe. Auch dagegen gab es Mittel und Wege. Gemahlenes Pfaffenhütchen zum Beispiel, ein äußerst wirksames Pflanzenpulver, das Edith in weiser Voraussicht von daheim mitgebracht hatte. Sand knirschte unter ihren Sohlen, als sie eintrat. „Der Boden könnte einen Besen vertragen.“
     Afra verzog geringschätzig ihren Mund. „Nee, geht gar nicht. Wenn ich fege, fällt mir der Dreck durch die Dielenspalten auf den Kochtisch, direkt ins Essen. Ich will den Schweinemist, den andere Leute mit ihren Schuhen durchs Haus tragen, nicht auch noch in meiner Suppe finden.“
     Nimm es mit Humor, Edith. Irgendwie ist dies ja auch ein Argument.
     Edith stieß Hanno an und hob kaum merklich die Schultern. Was sollen wir tun?
     Sie kannten einander gut genug, um sich auf diese Weise verständigen zu können. Afra mochte eine schludriges Weibsstück sein, aber die Kammer war besser, als ein großer Schlafsaal, in dem man Seite an Seite mit Fremden lag. „Wir nehmen das Zimmer“, entschied Hanno in Ediths Sinn.
     „Vater verlangt Vorkasse. Zwei Aachener Groschen die Woche für die Übernachtung. Bier, Speis‘ und Brot rechnet er separat ab. Wie lange werdet ihr bleiben?“
     „Das werden wir sehen“, erklärte Edith bestimmt. Sie öffnete den Fensterladen und schaute hinaus. Unter dem Fenster befand sich ein Verschlag, über den sich ohne großen Aufwand nach unten klettern ließe. Afra trat hinter sie. „Das ist der Grund für die Vorkasse.“


3.


Es war früher Abend, noch gab es in den Tavernen freie Plätze. Edith entschied sich für ein Haus, in dem einige Handwerker im singenden Aachener Dialekt palaverten. Dort, wo viele Einheimische aßen, konnten sich auch Fremde getrost hintrauen. Es gab die Auswahl zwischen zwei Gerichten. Edith und Hanno entschieden sich für das Linsenmus. Die fetten Bauchspeckstreifen darin sahen nicht nur köstlich aus, sondern schmeckten auch so.
     Zufrieden wischte Edith ihren Napf mit einem Brotstück aus und schob sich dieses in den Mund. Kauend machte sie Hanno auf die Dinge aufmerksam, die ihr während des Essens aufgefallen waren. „Das Mus wird auf Verlangen sogar in Keramikschüsseln serviert, die Kerzenhalter sind aus Zinn und ist dir aufgefallen, dass sich niemand den Hals verdrehte, als die Frau dort drüben den Gastraum ohne Begleitung betrat? Kaum zu glauben, dass ein einziger Tagesmarsch in eine andere Welt führt. Wir hätten Fidelis mitnehmen sollen. Sie ist im besten Alter, um sich die Welt anzusehen.“
     Hannos einzige Tochter war vor einigen Tagen fünfzehn Jahre alt geworden. Zusammen mit Grit war sie daheim in Linnich geblieben, um Ediths Herbergsgäste zu versorgen. Nun, im Herbst, waren deutlich weniger Reisende unterwegs und die anfallende Arbeit war von den beiden Frauen gut zu bewältigen. Zudem standen ihnen der halbwüchsige Lusim und seine jüngere Schwester Dahlia bei. Lusim, ein junger Streuner, und seine kleine Schwester hatten nach der gemeinsam überstandenen Belagerung der Burg Gripekoven bei Edith ein Zuhause gefunden. Praktische Dinge ließen Dahlia unberührt. Sie schien in einer eigenen Wirklichkeit zu leben. Zu Menschen suchte sie nur selten Kontakt, Tieren hingegen begegnete sie, ebenso wie ihr Bruder, mit offenem Herzen, und meist wurde diese Zuneigung ebenso erwidert. Lusim und Dahlia kümmerten sich um die Reit- und Zugtiere der Reisenden und überdies um drei Ziegen, sowie eine kleine Hühnerschar. Die Geschwister schliefen im Stall, weil sie selbst es so wollten. Ab und an zog Fidelis sie deswegen auf, aber im großen Ganzen verstanden sich die Drei gut.
     „Ich habe ihr angeboten, uns zu begleiten. Aber was sind schon der Glanz und der Ruhm einer Kaiserstadt gegen einen schlaksigen, samtäugigen Küferlehrling am Ende der Straße. Samtaugen hin, Samtaugen her. Ich hoffe, der Kerl hat kapiert, dass ich ihm den Kopf abreiße, wenn er Fidelis auch nur einen Herzschlag lang unglücklich macht.“
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