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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23700)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5861) und Kriminalroman (9954)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (174), Aachen (40), Mord (7599), Pilgerreise (54), Schwur (144), Unschuld (447)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Afra? Bummel und Trott, träfe es eher.“
     „Glaube mir getrost, ich erkenne Aufmüpfigkeit, wenn ich sie sehe. Was machen wir eigentlich in den nächsten Tagen? Außer den Herrn zu preisen, meine ich. Du hast bisher ein Geheimnis darum gemacht.“
     „Kein Geheimnis, aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es hier mehr als fünf Kirchen und genau so viele Kapellen gibt. Jetzt sehe ich es mit eigenen Augen. Die Kirchen möchte ich alle besuchen. Ferner habe ich gehört, es sei üblich, dass sich die Wallfahrer mindestens drei Tage in den Dienst des Münsters stellen. Dort würde ich auch gerne einen praktischen Pilgerdienst leisten.“
     „Was genau bedeutet das?“
     „Die Domherren unterhalten eine Armenspeisung. Ich könnte kochen oder spülen. Oder den Fußboden im hohen Dom schrubben, die Statuen der Heiligen entstauben, was eben gerade gefordert wird.“
     „Gäbe es da auch etwas für mich zu tun? Ich bin kein Handwerker, in diesem Sinne. Und zu räuchern wird es da wohl nichts geben.“
     „Ach, ich denke, da wird sich etwas finden lassen. Wir sind schließlich nicht die ersten oder letzten Aachenwallfahrer.“
     Hanno wischte seinen Löffel am Hemdsaum sauber, bevor er ihn in seinem Beutel verstaute. „Aber zuerst baden?“
     „Zuerst baden!“, bestätigte Edith vergnügt. Das würde auch Hanno gut tun. Mit seinen sechsunddreißig Jahren war er kein junger Mann mehr, daran war nicht zu rütteln. Dass er, unterstützt nur vom jungen Lusim und einem Tagelöhner, mit Schaufel und Hacke binnen zehn Tagen neben ihrer Herberge einen ansehnlichen Fischteich angelegt hatte, war eine beachtliche Leistung. Allerdings litt er seither unter Rückenschmerzen, auch wenn er dies nicht an die große Glocke hing. Rabans Fäuste hatte ebenfalls ihre Spuren hinterlassen.

***


Das Corneliusbad befand sich im Kompviertel. Edith hatte den Namen des Viertels häufiger von den Reisenden gehört, die Richtung Norden zogen und bei ihr Station machten. Die Eindrücke davon fielen indes so unterschiedlich aus, dass sie keinen Wert hatten. Herrlich, hatte ein Gast es geschildert, es als quirlig, farbenfroh und lebenswert bezeichnet. Das vielfältige Bade- und Gesundheitswesen sei ein unbeschreiblicher Quell des Wohlbefindens.
     Von einem anderen hatte Edith das genaue Gegenteil gehört. Dort käme das schlimmste Gelichter zusammen: Tagediebe, Räuber, Falschmünzer, Dirnen und Betrüger. Selbst der Carnifex sei dort zuhause.
     Nichts davon war Edith aufgefallen, als sie an Hannos Seite Sigmars Wegbeschreibung folgte. Sicher, es gab offensichtliche Armut, aber die gab es überall. Auch Aachen hatte unter der Belagerung gelitten, weil plötzlich ganze Wagenladungen an Lebensmitteln für das riesige Heer beschlagnahmt worden waren.
     Einige der Fachwerkhäuser benötigten dringende Ausbesserungen, und hier waren die engen Gassen, anders als die Straßen in besseren Vierteln, nicht gepflastert.
     Die Tür des Zuberhauses stand offen, eine rotnasige Magd kehrte den Schmutz über die Schwelle und gähnte herzhaft, bevor sie Ediths Gruß im Aachener Dialekt erwiderte. „Euch auch einen guten Morgen. Die Sonne meint es gut mit uns, das wird ein schöner Tag heute.“
     „Das hoffe ich.“ Edith holte Sigmars Münze hervor und gab sie der Magd. „Der Wirt des Eäzekomps hat uns das Corneliusbad empfohlen. Das ist doch hier?“
     „Goldrichtig!“ Die Magd lehnte den Besen an die Mauer und wies einladend zur Tür. „Kommt herein und mir nach. Ihr seid fremd, nicht wahr? Ihr kennt die Besonderheiten der Aachener Bäder?“
     „Es gibt heiße Quellen, erzählt man sich.“
     „Viele sogar. Unser Wasser kommt so heiß aus dem Boden, dass es erst eine Weile auskühlen muss, damit die Gäste sich nicht verbrühen. Es riecht ein bisschen streng, aber das nimmt man nach einer Weile nicht mehr wahr. Ihr könnt zwischen dem Becken und den Zubern wechseln. Das Becken hat einen Zu- und Ablauf. Dort ist das Wasser wärmer, als in den Zubern. Überdies gibt es eine Wanne mit Kaltwasser für die Gäste, die Wechselbäder schätzen.“
     Die Magd deutete zu einer Kammer, deren einziges Fenster mit einer dünnen Ziegenhaut bespannt war. „Hier ist der Waschraum, darin findet ihr die Badehemden. Die Herren kleiden sich vor dem Sichtschutz um, die Damen dahinter. Schuhe und Kleidung lasst hier, sie werden bewacht. Latrine und Pinkeleimer sind dort entlang. Bitte nicht in die Latrine strullern, den Urin brauchen die Färber. Der Bader kommt gleich, falls ihr einen Haarschnitt, eine Zahnbehandlung oder eine Massage wollt.“ Die Magd spähte in die Richtung, aus der sie gekommen waren. „Ach, Wulf, du kommst wie gerufen.“
     Wulf? Edith wirbelte herum, stutzte, erkannte den Mann, der ihr während der Belagerung ein Freund geworden war. Er grinste und lief auf Hanno und Edith zu. „Das gibt’s doch nicht! Das ich euch nochmal sehe!“
     Edith umarmte Wulf und sah dann zu, wie die Männer einander begrüßten. Lachend schlug Hanno seinem Gegenüber auf die Schulter. Natürlich mussten sie einander frotzeln, wie es Männer eben taten. Wulf hatte sich verändert. Seine Haare trug er nun kurz und er, der auf Burg Gripekoven bald nur noch Haut und Knochen gewesen war, hatte sich einen kleinen Wanst angefuttert. Überdies hatte er sich seines langen Bartes entledigt, was ihm aber gut zu Gesicht stand.
     Wulf musterte Edith und Hanno gutgelaunt und bewegte den Zeigefinger zwischen ihnen hin und her. „Seid ihr ... “
     „Verheiratet. Jawohl!“, antwortete Hanno prompt. Die Magd legte Wulf in vertrauter Geste eine Hand auf den Arm und deutete in eine Richtung. „Setzt euch dort drüben hin. Da lässt es sich besser reden und ihr steht mir nicht im Weg. Ich bringe euch gleich einen Krug Dünnbier.“
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