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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23700)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5861) und Kriminalroman (9954)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (174), Aachen (40), Mord (7599), Pilgerreise (54), Schwur (144), Unschuld (447)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     Ein gutgekleideter Kaufmann, dessen Dialekt schwer zu verstehen war, entpuppte sich selbst als Fremder. Aber zumindest kannte er sich in Aachen aus. Seine Beschreibung führte Hanno und Edith zum Marktplatz, einem großen, umbauten Areal, auf dem zwei Viehtränken standen. Einen, durch eine Linde beschatteten, gemauerten Brunnen, gab es auch. Am Rande des Platzes befand sich einer der öffentlichen Backöfen, von denen Edith bereits gehört hatte. Ihre Herbergsgäste hatten Kaiserpfalz und Rathaus erwähnt, und hatten beide Gebäude einhellig als groß beschrieben, doch als Edith das Rathaus mit eigenen Augen sah, verschlug es ihr die Sprache.
     Groß war schlichtweg untertrieben.
     Monumental traf eher zu. Der Zugang erfolgte über eine elfstufige, imposante Steintreppe, die zum ersten Geschoss führte. Fenster über Fenster bedeckten die Front, jedes davon viel höher, als ein Mann groß war. Dazwischen, auf Sockeln und Leisten, standen überlebensgroße Statuen der altvorderen Herrscher. Das Rathaus war neu, noch keine sieben Jahre waren seit seiner Einweihung vergangen. Fast noch interessanter als das Rathaus, waren die zahllosen Menschen, die auf dem vorgelagerten Platz zu sehen waren. Einfach gekleidete Leute, unter denen Edith nicht auffallen würde, bildeten die Mehrheit. Ältere Gesellen waren in Gefolgschaft von Lehrburschen, Hausfrauen berieten sich mit Mägden. Ein in Pelze gehüllter Magistrat versprühte seine Missbilligung über eine Gruppe Novizen, die einander vergnügt einen Ball zuwarf und seinen knurrenden Unmut nicht einmal bemerkte. Zwei Reiter störten das Spiel. Einer von ihnen schlug eine Trommel, was das Pferd mit erstaunlich stoischer Gelassenheit ertrug. Der andere entrollte mit gewichtiger Miene eine Pergamentrolle, hob seinen Blick und ließ ihn über die Menge schweifen. Mit klangvoller Stimme rief er aus: „Gute Bürger zu Aachen, höret, was ich zu verkünden habe!“
     Gespräche wurden unterbrochen und die Menschen drängten sich näher an den Herold, um keines seiner Worte zu versäumen.
     Hanno ergriff Ediths Hand, hob fragend die Schultern. Edith nickte. Sie war gespannt auf die Neuigkeiten, die nun bekanntgegeben werden sollten. Und es gab viel zu vermelden.
     Der Rat hatte beschlossen, den Straßenzoll, entgegen der zornigen Bürgerproteste, beizubehalten. Ein des Betrugs für schuldig befundener Bäcker würde morgen am Kaak stehen und zwanzig Hiebe einstecken müssen, einer diebischen Hübschlerin sollten ebenda die Haare geschoren werden. Wegen fortwährenden Zankens würde am heutigen Nachmittag ein Ehemann, rittlings auf einem Esel sitzend, durch die Gassen geführt werden. Ein kurzer, aber hämischer Jubel brandete auf und brachte Edith auf den Gedanken, dass dieser Mann wohl kein Unbekannter war. Der Herold erhob noch einmal seine Stimme. „Dem, der dem ehrenwerten Rat den Balg des Wallmonstrums vorlegt, ist eine Anerkennung von sechzig Gulden sicher, ebenso die Erhebung in den Bürgerstand und obendrein ein gutes Stiefelpaar aus bestem Leder, welches von der Zunft der Schuhmacher ausgelobt wurde.“
     Der Trommler ließ ein abschließendes Stakkato erschallen, die Menge zerstreute sich. Hanno sah dem Herold hinterher. „Wie oft mag er die neuesten Ereignisse wohl vermelden?“
     „Wann immer der Rat sie beschlossen hat, vermutlich. Lass uns jetzt den Eäzekomp suchen. Ich hoffe, es gibt dort eine Kammer für uns. Anderenfalls müssen wir an eine Klosterpforte klopfen.“
     „Heute morgen warst du der Ansicht, dass dir dies nicht gefallen würde“, erinnerte Hanno Edith mit einem neckenden Unterton.
     „Aber doch nur, weil ich die riesigen Gemeinschaftssäle nicht mag.“
     „Du hältst erschreckend wenig von deinen Geschlechtsgenossinnen, Frau Herbergswirtin.“
     „Nur von deren Gerüchen und Geräuschen, Herr Teichwirt. Du schnarchst wenigstens nur einstimmig.“
     „Ich werde jetzt nicht darüber nachdenken, ob dies eine Beleidigung oder ein Lob ist. Der Wachmann hat die Krämergasse erwähnt. Weit kann es nicht mehr sein.“
     Sie sahen sich nach dem Schild des Gasthauses um. Prächtige Tafeln gab es. Hölzerne meist, die farbenfrohe Adler, Schwäne, Hähne und anderes Federvieh darstellten. Das Abbild eines überschäumenden Bierkruges war so tief befestigt, dass sich jeder normalgewachsene Mann den Kopf daran stoßen konnte, was vermutlich beabsichtigt war. Neben einigen der Schilder waren Fackelhalterungen befestigt, eine Idee, die Edith nachdenklich stimmte. Das wäre auch etwas für ihre Herberge.
     Hanno verlangsamte seinen Schritt, hob seinen Arm und wies auf ein morsches Etwas, dessen Farbreste eine breigefüllte Schale oder ein gelocktes Schwein in einem Trog darstellen konnten. „Ob das der Eäzekomp ist?“
     Edith krauste ihre Nase und nickte. „Sieht ganz so aus.“
     Sie wollte soeben die Türe öffnen, als diese von innen aufgestoßen wurde. Eine junge Frau mit offenem Haar und auffallend abstehenden Ohren wischte sich mit dem Ärmel über ihr tränennasses Gesicht und drehte sich, auf der Schwelle noch einmal zu der Gaststube um. Ihre Stimme überschlug sich vor Aufregung, als sie rief: „Das ist mir egal, ich werde jedenfalls nicht wiederkommen, solange Ihr zulasst, dass die Kerle alles machen dürfen, was sie wollen. Mägde werden überall gesucht.“
     “Ja, und überall gleich behandelt“, kam die pampige Erwiderung.
     Tränen glitzerten in den Augen der jungen Frau. Sie streckte anklagend ihren Arm und deutete mit zitterndem Finger auf ihr Gegenüber. „Euch kümmert nicht, was mir widerfuhr. Keinen Finger habt Ihr gerührt, habt Euch blind und taub gestellt. Und mich kümmert es nicht mehr, wer ab jetzt die Arbeit für Euch verrichtet. Den noch ausstehenden Lohn wird mein Mann holen.“
     Mit wehendem Rock stürmte die Magd davon, als sei der Teufel hinter ihr her. Edith und Hanno tauschten einen kurzen Blick, dann betraten sie die Gaststube. Sie war klein und durch die offenen Läden fiel nur wenig Licht. Der Wirt, ein rundlicher Kahlkopf mit einem ausgeprägten Doppelkinn, warf seinen Wischfeudel über die Schulter und kam eilfertig hinter der Theke hervor. „Ein warmes Essen, die Herrschaften? Dazu einen Krug Bier? Es wurde heute Morgen frisch gebraut.“
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